Auf Wiedersehen – krankheitsbedingte Blogpause

Täglich jagen wir unseren Zielen hinterher, verdrängen dabei jedoch oftmals wichtige und vor allem wertvolle Signale, die unser Körper verzweifelt versucht zum Besten zu geben. Erst später werden wir mit den Folgen konfrontiert, die die Freude im Herzen im Nu schwinden lassen. Stets scheitern wir währenddessen selbst an den kleinsten Hürden und gewähren den inneren Ängsten unbewusst Raum sich zu entfalten. Feindselige Angriffe rufen beispielsweise Tag wie Nacht negative Gefühle hervor und lassen die Verunsicherungen wachsen. Ganz gleich wie kraftlos man auch erscheint, die Träume leben weiter, wenn auch nur in der Fantasie.

Viel zu lange habe ich mein eigenes Ich verdrängt und dabei vergessen, wer ich wirklich war. Sah die Funken vor meinen Augen tanzen um mit ihnen wieder unterzugehen. Hörte meine Haut beben und meinen Mund lügen. Blieb stehen doch wünschte mir, ich könnte gehen. Aufgewühlt von Hohn und Spott verlief ich mich im schwarzen Tal und konnte ganz plötzlich nichts mehr sehen. So riss es mich nieder im vollen Lauf und raubte mir im Nu die Freude im Herzen. Selbst der Glanz in meinen Augen schwand und hinterließ allerhand Leere, deren Schwarz dem Inneren meiner Seele glich.

In jungen Jahren wagte auch ich mich in eine Welt, die bis dato lediglich den Erwachsenen zur Verfügung stand. Nach unzählig vielen Tagen schwand dabei jedoch die Freude auf den Lippen. Die Angriffe seitens meiner Kollegen wurden intensiver und bewusster gelebt. Irgendwann kam es wie es kommen musste, mein Inneres hielt dem nicht mehr Stand und ließ die Mauer binnen weniger Sekunden brechen. Noch immer kann ich mich an diesen Moment erinnern, der für einen kurzen Augenblick meine Welt still stehen ließ und das Leben anschließend vollkommen veränderte. Einst noch träumte ich von großen Zielen, die allesamt in Reichweite schienen. Sah mich glücklich und zufrieden in einer Zukunft, die nie erlebt werden durfte. Heute hingegen weine ich den vergangenen Tagen nach und gehe mit Angst im Herzen durch den tristen und einsamen Alltag in eine Zukunft die noch ungewiss erscheint.

Meine Peiniger hingegen fokussieren sich auf ihr Leben, ohne dabei an ihr widerliches Verhalten vergangener Tage zu denken. Bis dato habe ich weder Reue noch eine Entschuldigung in ihren ausgesprochenen Worten wahrnehmen können. Ein Funke Scham würde mir bereits reichen um diese traumatischen Momente zumindest für den Augenblick vergessen zu können. Doch seitens meiner Peiniger besteht auch heute, Jahre später, keine Einsicht.

Nun ist für mich bereits zum wiederholten Male die Zeit gekommen, mich von meinem Alltag zu verabschieden um einen Weg zu gehen, der mir für die Zukunft etwas Hoffnung gewährt und zudem ermöglicht, mit diesem Trauma und den Folgen jahrelangen Mobbings umzugehen. So werde ich bereits kommende Woche für knapp 6 Wochen aus meinem Loch schwinden und dem Leben eine weitere Chance gewähren. Zusammen mit unzählig vielen anderen Patienten, werde ich mich bewusst auf meine jetzige Krisensituation konzentrieren und auch der Vergangenheit etwas Raum gewähren. Die Klinik beinhaltet nicht nur eine medikamentöse Therapie sondern auch allerhand Einzel- und Gruppengespräche, die bereits mehrfach geholfen haben und somit wertvoller denn je erscheinen. Zudem helfen sogenannte Ergo- und Kreativtherapien dabei, die innere Angst zu bewältigen und den Kummer von früher zu verarbeiten. Das Ziel dieses Klinikaufenthaltes ist daher nicht nur die Auseinandersetzung mit meiner Krankheit, sondern auch die Verbesserung meiner sozialen Kompetenz und Förderung der Eigenverantwortung. Desweiteren soll sie mir bei der Entwicklung und Einübung neuer Lebens- und Bewältigungsstrategien behilflich sein.

Ich hoffe dadurch, mich endlich wieder in meinem sozialen Umfeld integrieren und aktiv am Leben der Gemeinschaft teilhaben zu können.

DSC_0123

Ein schmerzvoller Weg, der mir enorm viele Tränen auf die Wangen treibt, allerhand Angst beinhaltet und Ungewissheit mit sich bringt. Dennoch werde ich ihn mit erhobenen Hauptes gehen. Mir bleibt an dieser Stelle daher nur liebevoll „Auf Wiedersehen“ zu sagen und mich für die nachfolgenden Wochen von euch zu verabschieden. Bis bald.

Janine

14 Kommentare

  1. Kristin
    10. April 2016 / 10:58

    Hey,
    Auch ich habe im letzten Jahr diese Entscheidung getroffen und mich in eine Klinik am schönen Simssee begeben.Ich wünsche Dir nur das Allerbeste.

  2. Gerdi
    10. April 2016 / 11:04

    Hallo, ja ich kann verstehen wie du dich fühlst Liebes, meine Tochter hat fast ähnliches durchgemacht. Sie leidet heute noch ab und zu daran. Sie versucht aber damit zu leben. War auch in Therapie fast 9 Monate. Viel Glück dir. LG Gerdi

  3. 10. April 2016 / 11:50

    Liebes- Ich wünsche Dir , Das Deine Hoffnungen und Wünsche in Erfüllung gehn. Meine Gedanken begleiten Dich. Und Du weisst ja, wenn was ist wo Du mich findest;) Fühl Dich geknussselt* und Viel Erfolg Dir-

    Herzlichst Mona

  4. 10. April 2016 / 12:02

    Ich wünsche dir für deine Kur so kann man es ja sagen alles erdenklich gute und das du dein Ziel was du vor den Augen hast schaffen tust. Ich bleibe dir auf jedenfall treu und wenn es die Klinik erlaubt und du magst würde ich dir gerne in den nächsten Wochen ein kleines Päckchen zu kommen lassen Liebe Grüße Claudia

  5. Doris
    10. April 2016 / 12:58

    Alles wird gut!

  6. 10. April 2016 / 13:28

    Alles Gute wünsch ich Dir! Ich habe bereits mehrfach solche Aufenthalte hinter mir :)

    LG Brigitte

    • Calista
      Autor
      10. April 2016 / 13:55

      Danke :) für mich ist es jetzt mein zweiter^^

  7. Melanie Aßmann
    10. April 2016 / 14:35

    Wünsche dir viel Erfolg für deine Therapie. Auf eine Entschuldigung solcher Menschen brauchst du aber nicht warten. Die wird nie gekommen. Selbst erlebt auf meiner damaligen Arbeitsstelle. Alles Gute dir

  8. Michaela Ott
    10. April 2016 / 17:48

    Ganz viel Erfolg

  9. Kathrin Nöbel
    10. April 2016 / 19:27

    Ich wünsche Dir alles liebe und gute. …du schaffst das,schau nach vorn….das Leben ist lebenswert! Ich denke an dich! Liebe grüße sendet dir Kathrin

  10. 11. April 2016 / 21:25

    Alles Gute für deine Klinik-Zeit.

    Das du so einen Weg findest in eine gute Zukunft.

  11. 13. April 2016 / 13:26

    Hallo liebe Janine,

    ich wünsche Dir von Herzen Alles Liebe & vor allem eine erholsame Auszeit. Lass die Seele baumeln!

    Liebe Grüße
    Lu

  12. 4. Mai 2016 / 7:47

    alles Gute, Umarmung, hoffe, Sie kommen bald wieder zu sehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere