Barfen für Katzen – artgerechte Ernährung [Teil II]

Werbung/ Wenn es um das Thema BARFen ging, saß ich meist mit einem genervten Schmunzeln auf dem Stuhl und schenkte den Worten keine Beachtung. Für mich war die rohe Fleischfütterung einfach zu teuer, zudem bin ich bis dato immer davon ausgegangen, dass meine Tiere darauf verzichten könnten. Pah, gibt es im Supermarkt nebenan doch eine große Auswahl unterschiedlicher Produkte, die durchaus ihren Charme haben. Das ich damit meinem Kater Chaley nichts Gutes tun würde, war mir zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst. Vielmehr ging ich blauäugig durch den Alltag und glaubte den Versprechen der Werbeindustrie. Heute hingegen sehe ich das Thema aus einem vollkommen anderen Blickwinkel, denn Chaley wurde durch das billig hergestellte Futter krank. Schwer krank!

Seither versuchen wir uns an rohen Futter. Beim BARFen geht es immerhin darum, den Vierbeiner mit rohen Produkten möglichst artgerecht zu ernähren. Auf fertiges Trocken- oder Nassfutter wird dabei komplett verzichtet. Gefüttert werden stattdessen, insbesondere rohes Fleisch, Gemüse und Obst. Um eine ausreichende Versorgung mit allen benötigten Nährstoffen sicherzustellen, müssen dem Futter darüber hinaus noch bestimmte Fette, Vitamine und Mineralstoffe beigefügt werden.

 

Katzen-BARF-Methode – was ist zu beachten?

 

Katzen sind Fleischfresser. Und obwohl es schon seit 1958 Dosenfutter für Katzen gibt, hat sich der Verdauungstrakt der Katze noch nicht gänzlich an das bequeme Zusammenleben mit dem Menschen und das daraus resultierende Angebot von Fertignahrung angepasst. Im Inneren sind Katzen eben noch ganz und gar Jäger. Das gilt sowohl für ihr Verhalten auch auch ihre Organe, die denen wildlebender Kleinkatzen entsprechen. Demzufolge ähnelt die ideale Nahrungsportion für einen Stubentiger auch heute noch der Zusammensetzung der durchschnittlichen Maus. Mittlerweile wurde sogar wissenschaftlich nachgewiesen, dass Katzen Nahrung bevorzugen, die aus 50 bis 60 Prozent Protein, 20 bis 30 Prozent Fett und drei bis acht Prozent Kohlenhydraten zusammengesetzt ist.

Während Rohfleisch sich also eher weniger für den menschlichen Verzehr eignet ist, kann es eine durchaus artgerechte Ernährungsform für den Jäger Katze darstellen.

 

 

Doch wie funktioniert es denn nun genau? – Barfen für Katzen

 

Anfangs ging ich tatsächlich davon aus, dass ich das rohe Fleisch einfach in einen Napf geben könnte und mein Kater es mit Genuss verzehren würde. Falsch gedacht, denn auch die Katze muss zunächst umgewöhnt werden. Dieser Vorgang bedarf Zeit, schließlich muss der Vierbeiner erst auf den Geschmack des Rohfleisches kommen. Am einfachsten gelingt es, wenn man immer Stück für Stück zum gewöhnlichen Futter dazu gibt. Bei jeder Mahlzeit nehmen wir quasi etwas mehr des alten Futters weg und geben eine kleine Menge des Rohfleisches hinzu. Dies kann mitunter 1-2 Monate Umgewöhnungszeit in Anspruch nehmen, der Vierbeiner wird es uns aber danken.

Die Tagesration sollte dabei auf mehrere Mahlzeiten aufgeteilt werden, da Katzen viele kleine Mahlzeiten am Tag vorziehen. Auch bleibt es nicht ausschließlich beim Rohfleisch, denn viele Vitamine, Spuren- und Mengenelemente können nicht ausreichend über die reine Fleischfütterung gegeben werden. Diese müssen ergänzt werden. Der Vitamin E Bedarf kann beispielsweise durch die Zugabe von Weizenkeimöl gedeckt werden. Jod hingegen, ein Spurenelement, das für die Funktion der Schilddrüse wichtig ist, kann durch Seelagenmehl zugefüttert werden.

 

 

Katzen BARFen – unser erster Versuch

 

Wie bereits kurz angedeutet ist Chaley krank. Darum darf er ausschließlich ein speziell verordnetes Katzenfutter verzehren, dass einen höheren Fleischanteil vorweist als herkömmliche Varianten. Auch eine reine Rohfleischfütterung wäre denkbar, stand bis dato aber nie im Raum. Bis jetzt, denn seit geraumer Zeit wagen wir uns an die Umstellung und mischen dem Nassfutter immer etwas Rohfleisch hinzu. Zunächst war er nicht wirklich begeistert von und zog in den Hungerstreik. Mittlerweile hat er jedoch Geschmack daran gefunden und greift beherzt zu.

Der Onlineshop eBarf bietet hierfür eine breite Palette an BARF-Menüs an, die von Frischfutter bis gegarten Komplettmenüs reichen. Für Allergiker, Muttertiere und Kitten stehen zudem sogenannte BARF-Spezialmenüs zur Verfügung. Wer die Fütterungsmethode erstmal ausprobieren möchte, kann sich hingegen über ein kleines BARF-Kennenlernpaket erfreuen.

Eine komplette Umstellung steht aber noch nicht an, da Katzen Gewohnheitstiere sind und ihre Zeit brauchen. Wir möchten Chaley keineswegs eine neue Futterart aufdrängen, sondern uns ausschließlich seinem Interesse und Geschmack widmen. Dennoch hoffen wir, dass wir dem Spezialfutter vom Tierarzt in naher Zukunft den Rücken kehren können.

Janine

Wie steht ihr zum Thema Barfen für Katzen?

3 Kommentare

  1. Martina L.
    11. August 2019 / 1:14

    Tolle Bilder! Die Beiden sind soo süß

    LG Martina

    • Calista
      Autor
      13. August 2019 / 23:18

      Danke, ja meine Engel sind wirklich zuckersüüüß^^

  2. Lisa
    27. September 2019 / 14:54

    Danke für die tolle Vorstellung! Davon habe ich voehr noch nichts gehört gehabt. Sehr interessant!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.