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Durch intensive menschliche Eingriffe in die Naturlandschaft und Gartenbau sowie durch die auch in Privatgärten vorhandene Tendenz zur „aufgeräumten“ Landschaft – sind nur noch wenige natürliche Insektenlebensräume vorhanden, wie offene Lehmtrockenhänge oder Totholz. Dabei helfen viele Nützlinge wie Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen, Florfliegen oder Ohrwürmer durch Bestäubung der freien Natur und als kostenlose biologische „Schädlingsbekämpfer“, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Demzufolge haben wir noch vor unserem Einzug in unsere Doppelhaushälfte ein Wildbienen-Häuschen im Garten angebracht. Das sogenannte BeeHome leistet künftig einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Bestäubungssituation.

 

Wildbienen erleben – Der Einzug

 

Obwohl der Garten derzeit nur bedingt Aufmerksamkeit bekommt, haben wir schon jetzt unzählig viele Ideen für unser 990m² großes Grundstück. So planen wir etwa eine Sommerküche mit anliegender Terrasse und Feuerstelle. Des Weiteren möchten wir den Boden unseres Carports pflastern und eine zusätzliche Unterstellmöglichkeit beispielsweise für Holz oder Mülltonnen schaffen.

Die bereits vorhandene Wildblumenwiese möchten wir neu anlegen und optisch anpassen. Viele teilweise hoch spezialisierte Insektenarten nutzen die Pflanzenarten der Blumenwiese zur Nektarsuche. Darunter sind viele stark gefährdete Schmetterlings- und Hautflügler-Arten. Passend dazu haben wir schon jetzt ein sogenanntes BeeHome Wildbienen-Häuschen angebracht.

 

BeeHome anbringen und Startpopulation einziehen lassen

Neben dem Häuschen beinhaltet das BeeHome auch eine Startpopulation mit 25 Mauerbienenkokons, die sich im Stadium der Winterruhe befinden. Die Startpopulation befindet sich in einem Kartonröhrchen und kann mithilfe des Häuschencodes kostenlos bestellt werden. Die Wildbienenkokons können ab Anfang März geliefert werden und müssen am Tag der Lieferung umgehend nach draußen gebracht werden.

Mit dem BeeHome entdecken Kinder und Erwachsene die faszinierende Welt der Wildbienen.

Das BeeHome haben wir an einen Baum angebracht, der morgens von der Sonne beschienen wird. Einen idealen Standort stellt aber auch eine wettergeschützte Wand oder eine feste Unterlage wie etwa ein Fenstersims dar. Schattige, feuchte Orte werden dagegen von Mauerbienen gemieden.

Nachdem das Wildbienen-Häuschen angebracht war, haben wir das Kartonröhrchen mit der Startpopulation in das BeeHome geschoben. Zu jenem Zeitpunkt, übrigens auch während dem Postversand, schlafen die Wildbienen noch tief und fest. Ihre Kokos sind zudem gut vor etwaigen Erschütterungen geschützt. Zwischen März und Juni sind die Mauerbienen schließlich aktiv. In unserem Fall wird es aber wohl noch einige Tage oder Wochen dauern, bis die Mauerbienen schlüpfen. Denn diverse Umstände wie Wetter, Standort des BeeHome und Bestellzeitpunkt der Startpopulation können einen Einfluss darauf haben, wann die Mauerbienen schlüpfen.

Auch schlüpfen nicht alle Wildbienen in der Startpopulation genau zur gleichen Zeit. Männlichen Wildbienen kriechen zuerst aus dem Röhrchen und warten ganz ungeduldig auf die Weibchen, die einige Tage später schlüpfen. Circa 1−2 Wochen nach der Paarung verschwinden die männlichen Mauerbienen, denn sie leben deutlich kürzer als die Weibchen, die eine durchschnittliche Lebenserwartung von 4-6 Wochen haben. Wetterlage, Standort und Blütenangebot können mitunter dazu führen, dass die Weibchen nicht zu ihrer Brutstätte zurückkehren und sich ein anderes Nistplätzchen suchen. Es kann aber gut sein, dass stattdessen Wildbienen aus der Umgebung im BeeHome einziehen.

 

BeeHome – Unser ganz persönliches Wildbienen-Erlebnis

 

Die Neugier auf die neuen Mitbewohner ist riesig. Mit der Startpopulation erhält man Kokons der Roten Mauerbiene (Osmia bicornis) oder der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta). Beide Arten sind einheimisch und in Mitteleuropa weit verbreitet. Mauerbienen sind im Übrigen eine von rund 580 Wildbienenarten in Deutschland. Alle Mauerbienen sind also Wildbienen, aber nicht alle Wildbienen sind Mauerbienen. Die beiden Schwesterarten Gehörnte Mauerbiene und Rote Mauerbiene sind in ganz Deutschland und in vielen Teilen Europas weit verbreitet, da sie sehr anpassungsfähig sind und gern in Städten und Dörfern leben.

Die Wildbienen sind nebenbei bemerkt friedliche Insekten und stellen selbst für Babys und Kleinkinder kein Risiko dar, weil sie nicht stechen.

Aufgrund der eisigen Temperaturen in den vergangenen Tagen sind unsere Bienchen noch nicht geschlüpft. Doch schon bald dürfen wir das Abenteuer live miterleben und zusehen, wie die Tiere schlüpfen, fleißig Pollen sammeln, die Pflanzen bestäuben und für ihren Nachwuchs sorgen. Jahr für Jahr leisten sie so einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Wildblumen und Kulturpflanzen.

Das BeeHome bietet zudem ein ideales Zuhause für Hohlraumnister, also Wildbienenarten, die sich im Sommer vermehren. Dazu zählt etwa der Stahlblaue Grillenjäger (Isodontia mexicana) , die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) sowie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) uvm.

Faszinierend und schön – mit wenig Aufwand bewirkt man Großes für Wildbienen und Artenvielfalt.

Janine

(Sobald unsere Bienchen geschlüpft sind aktualisieren wir den Beitrag mit neuen tollen Fotos)