[Blogparade] Mein Leben als Frührentnerin…Blogger machen Mut!

Werbung/ Unzählig viele Tränen wurden bereits vergossen und nahmen mir binnen Sekunden mein einst so wundervolles Lächeln. Der Glanz in den Augen schwand in die Ferne des Horizontes und ließ allerhand Leere zurück- sowohl im Herzen als auch in meinem noch recht jungen Leben. Es ist wahrlich nicht einfach die nachfolgenden Zeilen zu verfassen doch ein Schritt in eine für mich noch vollkommen neue Richtung und eventuell auch eine Möglichkeit vergangenes für den Moment zu verarbeiten.

…vor einigen Jahren nahm mein Leben eine unerwartete Wendung…nach einigen erfolglosen Anläufen im Berufsleben kam meine letzte Chance die ich von Anfang an bewusster wahrnahm und mit einer ordentlichen Portion Ehrgeiz und Motivation anging. So kam es, dass ich meine Zwischenprüfung in der Lehrzeit als eine der Besten in den umliegenden Landkreisen abschloss und als Dank für diese überragende Leistung mit einem „Wanderpokal“ ausgezeichnet wurde. Mit einem überglücklichen Lächeln auf den Lippen und einer noch größeren Portion Freude in der Magengegend nahm ich den Pokal vor einem riesen Publikum entgegen und verschaffte ihn am nächsten Tag einen für die Kundschaft deutlich wahrzunehmenden Platz im Lehrbetrieb. Mein Chef war beeindruckt von und präsentierte Kunden als auch Geschäftsleuten immer wieder stolz seinen Lehrling. Es war ein gutes Gefühl zu wissen wie zufrieden man mit mir war und meine Leistung auch anerkannte. Doch nicht jeder konnte mit meinem Erfolg umgehen und sah mich seitdem als ernst zunehmende Konkurrenz an, die in naher Zukunft einen Posten wegschnappen könnte.

Was in den darauffolgenden Wochen passierte, lässt sich nur schwer in Worte fassen und schmerzt selbst heute noch sehr. Es waren Tage deren Stunden mit Qual gefüllt wurden..die mir allerhand abverlangten..über die ich auch heute, Jahre später, noch immer nicht offen sprechen kann. Selbst während ich diese Zeilen verfasse, merke ich ganz deutlich wie mein Körper auf jeden einzelnen Gedanken reagiert. Meine Hände zittern…ich wippe nervös hin und her und kämpfe innerlich mit den Tränen, die trotz meiner Bemühungen nicht locker ließen und ihren Weg in Richtung Erde heimsuchten.

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Das Mobbing in der Arbeit wurde täglich schlimmer und nahm mir schneller als gedacht die Freude an meiner Ausbildung. Selbst in der Berufsschule war der Neid enorm und kannte keinen Halt mehr. Trotz allem gab ich mir Mühe nichts an mich heran zu lassen. Ich versank immer tiefer in mir selbst und fand von heute auf morgen den Weg nach draußen nicht mehr. Es fühlte sich falsch an, doch zur gleichen Zeit auch so lebensnotwendig. Jedes Wort schmerzte meinem Herzen und nahm mir die Freude an allem was ich tat. Jede Berührung kostete mich Überwindung…selbst in Gedanken war mein Leben längst nicht mehr das, was es einmal war.

Natürlich habe ich versucht mich zu wehren, habe all meinen Mut zusammengenommen und auf mein Leid aufmerksam gemacht. Doch der Zusammenhalt der Gruppe war stärker, die Angst vor den Konsequenzen deutlich in ihren Gesichter zu sehen. Jeder einzelne hätte mir zu diesem Zeitpunkt helfen und das was folgte verhindern können.

Es kam wie es kommen musste, mein Inneres hielt nicht mehr Stand und ließ die Mauer in sich zusammen brechen. Binnen kürzester Zeit musste ich abgeholt und ärztlich versorgt werden. In diesem Moment stand die Welt still und drehte sich ohne mich weiter.

Nichtsdestotrotz legte ich meine Abschlussprüfung ab und bestand sie mit einer erschreckenden aber für mich zu diesem Zeitpunkt ausreichenden Benotung. Meine Freundinnen fanden direkt danach eine neue Stelle, die ihnen auch heute noch das Konto füllt, meine Wenigkeit hingegen kam vom Weg ab und musste lernen mit der neuen Situation umzugehen. Die Lebensfreude und das Funkeln in den Augen waren längst verflogen, in mir nur noch Leere und Schmerz der auch nach Monaten in einer Klinik nicht von mir schwand. Ich war gerade 21 Jahre geworden und bereits jetzt schon am Ende meines Lebens angekommen. Für viele unvorstellbar- für mich jedoch offensichtlich die Folgen des Mobbings. Man stopfte mich mit allerhand Medikamenten voll und gab mir einen Platz in der Krisenstation, die mir für den Moment helfen sollte, jedoch keinerlei Wirkung erzielte. Die Dosis der Medikamente wuchs, das Lächeln auf den Lippen schwand immer mehr und mit ihm meine Freunde und mein Lebensgefährte. Letzterer hat mich 7 Jahre lang begleitet und dann plötzlich Lebewohl gesagt, als ich ihn am meisten gebraucht hätte.

Meine Diagnose war längst kein Schock mehr für mich, für die Menschen in meiner Umgebung jedoch unverständlich und schwer zu begreifen. Die Fassung konnte kaum bewahrt werden, dennoch versuchte man mir mit einem Lächeln im Gesicht das Leben wieder schmackhafter zu machen. Ohne sichtbaren Erfolg.

Das ganze ist nun einige Jahre her aber dennoch noch immer präsent und begleitet mich seitdem Tag wie Nacht durch den Alltag. Den Kampf gegen die Ämter habe ich im vergangenen Jahr verloren. Trotz unzählig vieler Gutachten von Amtsärzten und Psychologen verwehrte man mir eine Klinik die zu diesem Zeitpunkt lebensnotwendig gewesen wäre. Ich könnte heute wieder auf dem richtigen Weg gehen, wenn man mir diese Chance gegeben hätte. Doch man war der Meinung mir sei langfristig nicht mehr zu helfen, weshalb diese Spezialklinik reine Verschwendung wäre und man deshalb die Kosten lieber anderweitig investiert. Ein Schock der auch heute noch tief im Herzen sitzt und schmerzt. Ich kann nicht verstehen wie man einem so jungen Menschen eine solche Chance nehmen kann. Als „Ersatz“ bot man mir die Rente an, genauer gesagt handelt es sich hierbei um die „Frührente“ die in gleich zwei unterschiedlichen Varianten angeboten wird. Es mag für viele wie der Himmel auf Erden klingen, 24 Jahre jung und Rentner sein. Für mich hingegen ist es wahrlich eine Qual. Es ist beschämend, macht mir Angst und ist mir peinlich und unangenehm. Reich wird man davon nicht, Träume verwirklichen kann man mit ihr auch nicht, aber man kann lernen sich wieder selbst zu lieben und versuchen so langsam auf den richtigen Weg zurück zu kehren.

In wenigen Wochen werde ich 25 Jahre und kann noch immer nichts, was andere Menschen in meinem Alter als vollkommen normal ansehen….

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Es mag seltsam klingen, vielleicht auch zum schmunzeln anregen, doch für mich ist es eine ewige Qual die Tag für Tag durchlebt werden muss. So kann ich weder Telefonieren noch alleine unter Menschen gehen. Letzteres übe ich bereits seit meiner Diagnose fleißig und kann seither mittlerweile ohne Angst vor einem Panikanfall einkaufen gehen. Besuche eines Konzertes, Festivals oder einer großen Veranstaltung sind seitdem jedoch nicht mehr drin. Die Gefahr mich könnte ein fremder Mensch berühren ist zu groß. Auch das mit dem Telefonieren mag für viele seltsam klingen, aber ja, ich kann tatsächlich an kein klingelndes Telefon. Mit dem Handy klappt es langsam wieder, wobei ich da auch sehr mit mir kämpfen muss. Meine Handynummer bekommen daher ausschließlich Familienmitglieder um panische Ausbrüche zu vermeiden. Man lernt mit der Zeit mit umzugehen, doch schämt sich zeitgleich für.

Mit der Frührente kam natürlich auch allerhand Zeit, die seitdem sinnvoll genutzt wird um in naher Zukunft wieder ganz normal durch das Leben gehen zu können. So verbringe ich zum Beispiel jede Woche einige Stunden im Tierpark oder fahre mit meinem Liebsten an den See, um die schönen Dinge im Leben so langsam wieder wahrzunehmen. Letzteres ist gerade bei einer solchen Diagnose wie der meinen enorm wichtig. Sich zurückzuziehen und Abstand von allem zu nehmen kann nach hinten losgehen und die Krankheit verschlimmern. Mir ist es daher sehr wichtig viel Frischluft schnappen zu können und mich nicht nur hinter diesen Zeilen zu verstecken.

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Trotz allem führe ich ein abwechslungsreiches und interessantes Leben. Calistas Traum ging damals genau an dem Tag online, der mein Leben hätte schlagartig verändern können. Am 1. Dezember 2013 kam die Zusage für die Spezialklinik,..das ich sie nie von innen sehen würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht relevant.

Ich habe gelernt mit der Krankheit zu leben und sehe sie längst nicht mehr als meinen Feind an. Es mussten zwar unzählig viele Träume vergraben (ich wollte zum Beispiel schon immer Soldatin werden) und Freundschaften beendet werden, aber es kamen auch unglaublich viele Momente dazu, die nicht nur den Augenblick verzauberten sondern auch jetzt im nachhinein ein Lächeln in mein Herz bringen. Das Leben bekam von mir eine zweite Chance und nutzt sie seither auch. Rückschläge muss zwar auch ich öfter als gedacht wahrnehmen, aber ich habe gelernt mit umzugehen und offen über alles zu reden was mir Kummer bereitet.

Es begleitet mich zwar noch immer nicht täglich durch den Alltag, aber es ist im Herzen mittlerweile sehr oft präsent. Irgendwann werde ich die Augen öffnen und mit einem Lächeln auf den Lippen den Tag beginnen. Und wenn es soweit ist, weiß ich, dass mir Mobbing so schnell nichts mehr anhaben kann.

Mobbing kann Menschen nicht nur zum Weinen bringen, es kann ihnen auch den letzten Atemzug rauben! Ich werde mein Leben lang mit den Folgen von Mobbing durch den Alltag gehen müssen! 

Janine

Ich bedanke mich an dieser Stelle von Herzen bei Franzi, die diese Blogparade zum Thema „Mein Leben  mit/ als..Blogger machen Mut“ ins Leben gerufen hat. Danke!

 

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20 Kommentare

  1. 31. März 2015 / 9:07

    Danke für deinen Mut uns diese Zeilen zu schreiben! Ich hoffe er bringt ganz viele Leute zum umdenken – wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft und wieder ein strahlendes Lächeln!

    Und irgendwann gehen wir dann gemeinsam auf ein Konzert :)

    Ganz liebe Grüße,
    Mana

    • Calista
      Autor
      6. April 2015 / 15:43

      Ich danke dir von Herzen für deine lieben Worte :)
      Im Juni werde ich mich mal wieder an ein Konzert wagen und mal schauen, vielleicht finde ich ja wieder gefallen daran hihi :)
      lg Janine

  2. 31. März 2015 / 9:11

    Liebe Janine,
    dein Text hat mich wirklich sehr berührt und ich kann verstehen, dass es nicht leicht für dich ist, darüber zu schreiben.
    Es tut mir wirklich sehr leid, dass du das alles durchmachen musst/est.
    Und ich hoffe wirklich, dass du dir im Laufe deines Lebens noch viele Wünsche erfüllen kannst. Du bist auf dem richtigen Weg.
    Ich selbst leide auch an einer Angststörung und kann daher viele deiner Gedankengänge nachvollziehen.
    Behalte dir deine Sicht auf die Situation, reflektiere dich hin und wieder selbst (aber nicht zu oft! ;-) ) und versuche weiterhin positiv in die Zukunft zu blicken.
    Ich weiß, dass es nicht jeden Tag so einfach ist, wie es klingt. Ich kenne das selbst.
    Aber wir sind noch so jung und das Leben hält noch so viel für uns bereit, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen!

    Bleib tapfer!

    L.H.P. (Kim)

  3. Alex Ihr-Produkttester
    31. März 2015 / 10:11

    Liebe Janine,

    wunderbar geschriebene Zeilen. Und ich finde, du verdienst von mir eine sehr gute Reaktion. Ich bewundere dich für die Offenheit und wünsche dir mit deinem Blog weiterhin Erfolg. Es macht mir sehr viel Freude deine Arbeit als Bloggerin zu lesen. Wenn andere zur Arbeit gehen, schreibst du.

    LG, Alex.

  4. 31. März 2015 / 10:27

    Wow, jetzt bin ich sprachlos. Was ein bewegender und doch so ehrlich und offener Bericht. Du hast meinen Respekt, dass du das was dir passiert ist, so öffentlich beschreibst. Ich „kenne“ die Janine hinter Calistas Traum nun ein Stück besser und das finde ich toll. Mach weiter so, kämpf weiter. Viele würden sich wohl wirklich freuen, nicht mehr arbeiten zu müssen, aber die mussten nie sowas durchmachen, was du musstest. Und Träume nicht leben zu können, ist nicht schön. Oh man, ich schreibe gerade echt nur Stuss, weil ich nicht weiß, wie ich darauf reagieren soll, was mir im Kopf rumgeht.

    Gib nie auf und bleib weiterhin so eine tolle Bloggerin, die ich echt gern mag

    Viele Grüße

    Jana

    • Calista
      Autor
      6. April 2015 / 15:44

      Ohja, da kenne ich leider zu viele die mich für dieses „nicht arbeiten“ total beneiden, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. :) Aber mei, ich glaube das ist bei den meisten so :)

  5. 31. März 2015 / 15:41

    Fühl dich erstmal ganz herzlich gedrückt.
    Auch ich habe eine lange Mobbingzeit hinter mir, die mir die schlimmsten 4 Jahre meines Lebens und darauf aufbauend unzählige Schwierigkeiten in meinem Leben bereiten haben.
    Ich kann total nachvollziehen wo du momentan stehst.
    Sieh diesen Status als Frührentner aber nicht als Strafe sondern eher als Chance dass du die Möglichkeit bekommst ganz in Ruhe deinen Weg zu finden.
    Auch mit wenig Geld kann man Träume verwirklichen. Vielleicht schaffst du es dich ehrenamtlich zu engagieren oder dir ein Hobby aufzubauen was dich komplett ausfüllt.
    Gibt auf jeden Fall nicht auf!

    Alles Liebe
    Lisa

  6. 31. März 2015 / 15:42

    ich weiss gar nicht was ich sagen soll. ich bin fassunglos, geschockt und doch wiederum so begeistert von deiner person, dass du so ergreifende und ehrliche worte gefunden hast. danke, dass du es geteilt hast!
    ich selber sehe prävention von mobbing als ein sehr wichtiges thema und greife es immer wieder im unterricht auf und lade dazu spezialisten ein, eben, dass es nicht erst soweit kommt.
    ich wünsche dir von ganzem herzen viel kraft und dass du die freude und das lächeln nie verlernst!
    liebe gruesse!

  7. 31. März 2015 / 17:23

    Hallo Janine,
    ich kann mir vorstellen, daß es Dich sicherlich Überwindung gekostet hat diesen Artikel zu schreiben. Von mir bekommst Du dafür ein ganz großes Lob für den Mut den Du aufgebracht hast, ein weiteres Lob, für die großartige Schreibweise. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, diese Krankheit weiter so erfolgreich zu bekämpfen. Für Deine weitere Zukunft ganz liebe Menschen die an Deiner Seite sind und natürlich ganz viel Sonnenschein für Deine Seele.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Calista
      Autor
      6. April 2015 / 15:45

      Vielen herzlichen Dank für die lieben Worte und auch herzliches Dankeschön für das Lob, hihi^^
      :)

  8. 31. März 2015 / 17:58

    Hey Janine

    Du glaubst gar nicht wie sehr du mir aus der Seele sprichst… meine gesamte Schulzeit wurde ich nur gemobbt, beschimpft und nieder gemacht…weil meine Familie nicht der „Norm“ entsprach…
    Ich drück dich ganz fest!!!
    Lass dich NIEMALS unterkriegen!!!
    DU bis DU und das ist auch gut so!!
    Schreib weiter so tolle Berichte :)

    Liebe Grüße Kumi^^

  9. 31. März 2015 / 18:21

    Hallo Janine

    Ich kann mir zu gut vorstellen was du alles erlebt hast. Mir ging es leider genauso.
    Mobbing macht Menschen kaputt. :(

    Fühl dich von mir gedrückt, du bist nicht allein :)

    Ich habe mich kurz entschlossen auf bei der Bligparade, aber eben inoffiziell mitzumachen. Bei mir gehts auch um Mobbing. Mein Beitrag geht am 27.4 online.
    Falls es dich interessiert, kannst du ja mal vorbei schauen.

    Liebe Grüße, Tenzi

    Liebe Grüße, Tenzi

  10. 1. April 2015 / 4:22

    Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Dein Artikel hat mich sehr bewegt. Wie schrecklich, wozu manche Menschen fähig sind. Hoffentlich regt dein Post viele zum Nachdenken an.
    Genauso unglaublich ist es für mich, dass es dir nicht genehmigt wurde, in eine Klinik zu gehen. Ich leide selber unter einer Angststörung und Panikattacken und weiß, wie wichtig eine gute Therapie. Ohne deren Hilfe wäre ich nicht wieder aus dem Teufelskreis raus gekommen.
    Übrigens bin auch ich Frührentnerin, zwar „schon“ 38 Jahre, aber es ist trotzdem ein herber Schlag gewesen.
    ich drücke dich ganz fest und wünsche dir ganz viel Kraft für die Zukunft…..

  11. 2. April 2015 / 14:36

    Einer der, wenn nicht sogar DER, besten und ehrlichsten Berichte die ich je gelesen habe.

    Mobbing geht einfach gar nicht !!!
    Als ich in die Realschule gekommen bin, bin ich aus unerklärlichen Gründen auch gemobbt worden.
    Ich hab nicht mal irgendwas gemacht, war eher die zurückhaltende.
    Für mich wurde das alles so schlimm das ich nicht mehr zur Schule wollte und obwohl wir 15 Geh-Minuten von meiner Schule weg wohnten musste meine Mutter mich dahin fahren und selbst dann bin ich nicht aus dem Auto gestiegen.
    Es ging dann so weit das ich immer öfters Geschwänzt habe und zum Dank auch noch eine Klassenkonferenz bekommen habe. Ich das OPFER wurde noch mehr bestraft.
    Meine Noten waren im Eimer, die Versetzung von der 5 zur 6ten Klasse konnte keiner Verhindern (da wird man ja automatisch versetzt). 6 Klasse lief dann auch nicht mehr, weil ich mich einfach nicht mehr wohl gefühlt habe. Nachhilfe brachte auch nichts mehr.
    Tschüss Realschule, Hallo Hauptschule hieß es dann.

    Noch heute begleitet mich das Thema Mobbing, auch wenn ich selbst überwiegend davon nicht betroffen bin, man sieht es ja immer und überall im Internet.
    Leute die sich hinter der Anonymität verstecken und meinen „mal eben“ ein blödes Kommentar dazulassen, wovon ich auch schon ein paar unter meinen Videos hatte.
    Wenn ich es lösche denke ich immer andere könnten denken ich kann nicht mit Kritik umgehen aber dann denke ich mir beleidigen lassen musst du dich auch nicht.
    Zwickmühle!

    Ich finde deinen Bericht echt toll <3 und mir kamen sogar, als ich ihn die Tage zum ersten mal gelesen habe, die Tränen.
    Lass Dich nicht unterkriegen Liebes und wenn Du mal wen zum reden (schreiben) brauchst, Du weiß ja wie du mich erreichst. :*

    • Calista
      Autor
      6. April 2015 / 15:45

      Danke dir :)

  12. 10. April 2015 / 20:48

    Hallo Janine,

    ich habe deinen Bericht schon vor ein paar Tagen gelesen, konnte aber noch nicht früher kommentieren. Zum einen, weil ich einfach ziemlich viel Stress hatte und zum anderen, weil mir der Beitrag selbst sehr nahe ging. Auch ich wurde früher (was jetzt zwar schon ziemlich lange her ist) gemobbt. Ich war nie das „normale“ Kind, oder der normale Teenager und das hat mich schnell ins Abseits katapultiert. Dadurch wurde ich zur optimalen Zielscheibe für Mobbing und alles was dazu gehört. Bei mir war es sicher bei weitem nicht so schlimm, wie bei dir, aber ich kann so einiges nachvollziehen.
    Ich finde es klasse, dass du so offen darüber schreibst! Ein dickes, fettes Lob an dich!

    Liebe Grüße,
    Andrina

  13. 10. Juni 2015 / 16:06

    Oh mann oh mann ….. das ist ja ein doch sehr bewegender Bericht deinerseits. Es tut mir sehr leid, dass du mit wohl Mitte 20 schon soviel mitgemacht hast. Aber wie du den Kommentaren entnehmen kannst, geht es vielen „ähnlich“. Mobbing ist ein großes Thema und betrifft mehr als man denkt. Manche Menschen sind einfach nur süchtig nach Neid, sie gönnen einem keinen Krumen Brot mehr als sich selbst! Sie sind neidisch auf dein Aussehen, Klamotten, wenn du lachst, wenn du etwas bekommst, usw. Ich habe diese Sucht nicht und bin auch froh darüber. Ich gönne guten Menschen alles Liebe dieser Welt, Erfolg, eine tolle Familie, Geld, und was auch immer! Du drückst dich nun in deinem Blog aus, mit sehr schönen Beiträgen, kreativen Fotos und Worten. Kompliment an dich! Ich bin selbst chronisch erkrankt und auch erst 32. Ich musste mich beruflich zurückziehen und Mobbing war bei mir schon im Kindergarten ein großes Thema. Auch ich sage wie die liebe Andrina, dass ich nie ein normales Kind war, immer gezeichnet von Bösartigkeiten anderer. So geht das wenn man selbst gur erzogen ist, eher ruhig und zurückhaltend in der Art. Ich mag mich heute wie ich bin und es ist mir schitt egal wie andere das sehen. Auch ich gehe Menschen sehr gerne aus dem Weg und konzentriere mich nur auf die Familie und meinen Pauli. Über den Blog versuche ich auch neue Wege zu erklimmen:-) Ich wünsche dir viel Kraft und bleib so wie du bist! Sabrina

  14. Cornelia K.
    1. Januar 2017 / 21:45

    Ein toller Text… und ich möcht Dich am liebsten jetzt fest knuddeln.

    Ich wurde damals auch ganz arg gemobbt… bin mit Magenschmerzen zur Arbeit gefahren und nach Feierabend weinend nach Hause gefahren. Wie es möglich ist, dass sich so viele Menschen gegen einen plötzlich verschwören ,werde ich nie begreifen. Aufgrund meiner Krankheit bin ich mit Anfang 30 auch zur Rentnerin geworden. Man kann sich geldlich zwar nichts leisten, aber die Zeit um zu sich zurück zu finden ist unbezahlbar. Ich drücke Dich

  15. Natascha Reichert
    26. Oktober 2017 / 0:26

    Es ist so anrührend, berührend,was Du schreibst!!
    Es ist so traurig,dass Dir ein derartiger Weg aufgezwungen würde
    Trotzdem hast Du die Kraft gefunden,Deinen Weg wieder ins Licht zu finden
    Du bist so stark und ich wünsche Dir,dass Du es fühlen kannst und irgendwann frei sein kannst
    Dein Blog ist inspirierend und ich lese ALLE deine Berichte
    Ich hab Dir einen Link auf Facebook gesendet,denn dieser Bericht erinnert mich an Dich
    Ganz liebe Grüße
    Tascha

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