„Der Test ist positiv. Bitte begeben Sie sich umgehend in Quarantäne und informieren Sie ihren Hausarzt.“ Nickend verließ ich die Corona-Teststation und machte mich auf den Heimweg. Ich war nun also POSITIV, Corona positiv.

 

Plötzlich war der zweite Strich da –

Corona positiv

 

Die ersten Symptome habe ich am Dienstag, dem 18. Januar 2022 wahrgenommen. Starke Halsschmerzen wurden von einer laufenden Nase und leichten Kopfschmerzen begleitet. Ich hielt die Anzeichen für eine Erkältung, machte aber trotzdem einen Schnelltest, um eine COVID-19-Erkrankung ausschließen zu können.

Negativ.

Am selben Abend nahmen die Symptome schlagartig zu. Starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber und Husten raubten mir den Schlaf. Hinzukamen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen und eine allgemeine Schwäche. Ich quälte mich durch die Nacht und machte am darauffolgenden Morgen den nächsten „Laientest“.

Negativ.

Beunruhigt von der allgemeinen Situation folgte am späten Nachmittag ein weiterer Test, mit einem eher weniger überraschenden Ergebnis:

POSITIV!

Weinend lief ich im Badezimmer auf und ab. Zig Szenarien spielten sich inzwischen in meinem Kopf ab. Ich hatte Angst.

Sorge vor weiteren Krankheitszeichen.

Bammel vor den nächsten Schritten.

 

 

Der erste Termin im Testzentrum

 

Nach dem positiven Testergebnis haben wir versucht uns telefonisch über die nächsten Schritte beraten zu lassen. Leider war weder das Gesundheitsamt noch die Bürgerhotline besetzt, weshalb wir zunächst ohne Antworten dastanden. Online gab es zumindest ein paar nützliche Informationen, die wir für uns nutzen konnten. Als positiv getestete Person  musste ich mich beispielsweise unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben und das Gesundheitsamt informieren. Letzteres habe ich schließlich online via Kontaktformular gemacht, da niemand mehr erreichbar war. Mein Partner hingegen, negativ getestet und doppelt geimpft, musste am selben Abend noch seine Nachtschicht antreten. Für uns eine sehr beunruhigende Situation, da wir nicht wussten, ob er nicht doch jemanden anstecken könnte.

Am darauffolgenden Tag machten wir uns pünktlich um 7 Uhr auf den Weg zum Testzentrum. Da ich bis dato ausschließlich einen positiven „Selbsttest“ vorweisen konnte, war ich verpflichtet, zeitnah einen PCR-Test durch eine Teststelle durchführen zu lassen.

Gesagt, getan.

Es war mein erster Besuch in einem Testzentrum seit Ausbruch der Pandemie, weshalb ich große Angst vor den nachfolgenden Minuten hatte. Ich wusste nicht, mit der Situation umzugehen und brach beinahe minütlich in Panik aus. Vor Ort musste ich dem Mitarbeiter von meinem positiven Test berichten und meinen Ausweis vorlegen. Nachdem er meine Kontaktdaten erfasst hatte, wurde zunächst ein Antigen Schnelltest vollzogen. Nach 15 Minuten stand das Ergebnis fest:

„Frau Berger? Der Test ist positiv.“

In genau diesem Moment kullerten zig Tränen die Maske hinunter. Ich spürte Panik und zitterte am ganzen Körper. Ich wusste schon vorher, dass mein Ergebnis positiv ist, doch in diesem Augenblick brach meine Welt ein weiteres Mal zusammen. Immer wieder sprach mir mein Partner liebe Worte zu und versuchte mir ein Lächeln zu entlocken, doch ich hatte einfach nur Angst.

Keine 3 Minuten später wurde ich zum Testfenster gerufen. Der Mitarbeiter erklärte mir sehr freundlich und ruhig wie der PCR-Test abläuft. Er merkte mir meine Angst sehr schnell an und zeigte ein hohes Maß an Empathie und Einfühlungsvermögen.

 

So läuft der PCR-Test ab

Für den PCR-Test wird in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege entnommen. In meinem Fall erfolgte der Abstrich durch den Mund von der Rachenwand und über die Nase aus dem Nasen-Rachenraum. Aus den tiefen Atemwegen können Proben durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen werden.

Die Analyse der Probe erfolgt in einem Labor. Meist liegt das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden nach der Probenentnahme vor. Bei starken Überlastungen der Labore kann es gelegentlich länger dauern.

(Quelle: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/tests-auf-sars-cov-2/pcr-test)

Ist das Ergebnis des PCR-Test positiv, bedeutet dies, dass eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegt. Das Labor meldet das Ergebnis dem Gesundheitsamt, daraufhin wird eine Isolierung seitens des Amtes angeordnet. Des Weiteren werden Kontaktpersonen ermittelt, die sich je nach Risikobeurteilung durch das Gesundheitsamt in Quarantäne begeben müssen.

 

Tägliche Symptomabfrage via App

 

Nach 36 Stunden hatte ich mein Ergebnis aus dem PCR-Test vorliegen gehabt. Zeitgleich trudelte eine SMS vom Gesundheitsamt ein: tägliche Symptomabfrage. Neben Fragen wie „Haben Sie eines der folgenden Symptome?“ musste ich auch Angaben zu meiner Körpertemperatur und dem aktuellen Befinden beantworten.

Die App ermöglicht eine nahtlose Überwachung des Gesundheitszustandes und sendet täglich automatisiert eine SMS (oder E-Mail) an Kontaktpersonen und Indexfälle.

 

Langeweile in der Corona Quarantäne?

 

Die häusliche Isolation stört mich bis dato tatsächlich eher wenig. Die meiste Zeit verbringe ich im Bett, da mein Körper immens gegen die vielen Symptome ankämpft. Es fehlt mir an Kraft den Haushalt zu bewältigen, ich nehme nur selten ein Hungergefühl wahr und fühle mich im Allgemeinen sehr schlapp und krank. Vor allem der fehlende Geschmackssinn und das ständige Ringen nach Luft machen mir schwer zu schaffen. Meine Angst vor einem Krankenhausaufenthalt ist demzufolge noch immer präsent.

Langeweile in der Corona Quarantäne kam daher bisher nicht auf. In den kommenden Tagen nehme ich euch mit durch meine Zeit in Isolation. Corona positiv – kommende Woche dürft ihr euch auf ein Update freuen.

Janine