Depressionen behandeln Teil II: Psychotherapeutische Behandlung

31. Dezember 2017Calista

Neben Medikamenten ist auch die Psychotherapie eine der zwei Grundsäulen bei der Behandlung einer Depression. Bei einer psychotherapeutischen Behandlung arbeitet man mit einem Therapeuten zusammen, der mithilfe von Gesprächen aktuelle Probleme und belastende Situationen analysiert.

Ähnlich wie bei der medikamentösen Therapie gibt es auch verschiedene Psychotherapieverfahren die von der kognitiven Verhaltenstherapie bis hin zur Tiefenpsychologie reichen. Hier werden psychische Erkrankungen und ihre Begleiterscheinungen durch Gespräche und Übungen behandelt, das konkrete Therapieziel dabei vorher gemeinsam festgelegt. So helfen Psychotherapeuten gegenwärtige Beschwerden zu lindern, sich an vergangene schmerzliche Erlebnisse zu erinnern und diese zu verarbeiten und belastende Situationen beispielsweise in einer konfliktreichen Beziehung zu analysieren.

 

Depressionen behandeln Teil II: Psychotherapeutische Behandlung

Eine psychotherapeutische Behandlung kann natürlich nur dann Erfolg bringen, wenn man bereit ist die Krankheit behandeln zu lassen. Gerade die ersten Gespräche erfordern demnach sehr viel Mut und Kraft, da man sich erst Kennenlernen und abklären muss, ob eine behandlungsbedürftige Krankheit vorliegt. So treten Fragen zu den psychischen Beschwerden und dem Alltag auf. Wie macht sich das Krankheitszeichen im Alltag bemerkbar und schränkt diesen vielleicht sogar ein. Manche Therapeuten setzen in dieser Phase auch häufig Fragebögen und sogenannte psychologische Testverfahren ein die anschließend ausgewertet und besprochen werden.

Das Wichtigste an diesen ersten Gesprächen ist aber, dass man sich einen Eindruck von seinem Gegenüber verschafft. Ist man bereit offen und vertrauensvoll mit dem Psychotherapeuten zu reden und stimmt „die Chemie“? Letzteres sollte übrigens keineswegs einfach so belächelt werden, denn nichts ist schlimmer als ein Therapeut der unangenehme Gefühle in einem weckt. Ein professioneller Therapeut respektiert daher die Entscheidung eines Wechsels.

 

Psychotherapeutische Behandlung – meine Erfahrungen

Ehrlich gesagt habe ich noch nie eine ambulante Psychotherapie mitgemacht. Lediglich die therapeutischen Behandlungen innerhalb eines Klinikaufenthaltes können an zwei Händen abgezählt werden. Für mich gab es bis dato einfach noch keinen Psychotherapeuten der bereit gewesen wäre meinen „Fall“ zu übernehmen. Auf Nachfrage wurde ich nur mit einem „das ist mir zu heikel“ abgefertigt. So kam es das ich in eine psychologische Beratungsstelle gesteckt wurde die sich an Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sowie Familien und Eltern richtet, die „Beratung“ in Anspruch nehmen wollten. Sie stellt quasi eine Anlaufstelle für Probleme jeglicher Art dar, unter anderem auch für Menschen mit Ängsten, Depressionen und Zwängen.

Die Beratung erfolgte nach Termin und fand in den Räumlichkeiten einer kirchlichen Einrichtung statt. Ein Team von Fachkräften behandelte meine Probleme vertraulich und gab sich große Mühe zumindest den Moment zu lindern. Aufgrund meines Alters musste ich nach einiger Zeit allerdings die Fachkraft wechseln und wurde ungefragt zu einem „Eheberater“ gesteckt. Dieser stellte mir zig unangenehme Fragen und analysierte meine damalige Beziehung, die jedoch nichts mit der Krankheit zutun hatte.

Nach einigen Sitzungen kam ich mir verarscht vor und beendete die „Therapie“. Seitdem habe ich keinen Therapeuten mehr gefunden, der bereit wäre mich als Patient aufzunehmen.

 

Ich bin mir sicher, dass eine psychotherapeutische Behandlung positive Erfolge erzielen kann, wenn man es denn zulässt. Zeitgleich ist es aber auch verdammt schwer einen Therapeuten zu finden, dem man Vertrauen schenken kann. Überhaupt die Möglichkeit zu bekommen diese Chance nutzen zu dürfen ist verdammt schwierig, schließlich sind die Wartelisten der vorhandenen Fachkräfte lang. Welche Alternativen es diesbezüglich gibt die kostenfrei und schnell nutzbar sind, verrate ich euch im nächsten Beitrag!

Janine

2 Comments

  • mucksmottestill

    31. Dezember 2017 at 17:50

    Hallo Janine,

    es tut mir sehr Leid für dich, dass du keinen Therapeuten bisher gefunden hast :-(
    ich musste auch lange suchen. Vorallem nach jemanden wo die Chemie stimmt und ich auch mit dem Behandlungsweg einverstanden bin.
    Als Tipp kann ich dir noch ambulante Ergotherapie geben. Mir hilft es oft, da es bei mir in der Gruppe statt findet und manchmal reicht es schon mit anderen betroffen reden zu können, einfach das Gefühl von „man ist nicht allein“.
    Ansonsten gibt es noch an vielen Standorten Ausbildungszentren Für Psychotherapeuten. Dort kann man sich auf die Warteliste setzten lassen und je nachdem ob ein Trauma durch Gewalt vorliegt, kann man Hilfe und auch die Therapie über die Opferhilfe bekommen. Manchmal möchte jemand ja auch nicht dass es bei der Kasse auftaucht,a us Jobgründen oder so.
    Und was es zumindest in NRW gibt, sind die Psychosozialen Zentren.
    Mir haben sie sehr im Bezug auf den Umgang mit den Krankheiten & Kindern geholfen. Auch haben sie oft Tipps bezüglich der Therapeutensuche.
    Also auch wenn es müßig ist, gib bitte die Therapeutensuche nicht auf. Probier es immer wieder telefonisch und auch per Mail ( manchmal hilft es etwas zu nerven, auch wenn einem natürlich oft der Antrieb fehlt).

    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg und vorallem hoffentlich bald jemand Fähigen an deiner Seite.

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr :-)

    LG mucksmottestill

  • Nathalie Brüggen (Ruland)

    3. Januar 2018 at 16:31

    Es ist wirklich schwer einen passenden Psychologen zu finden.
    Ich weiß wie das ist.
    Ich habe es irgendwann aufgegeben und mir mit von der Seele schreiben weiter geholfen.
    Ich war sehr sehr lange in einer Psychiatrie und einem Wohnheim für psychisch krank Menschen.
    Ich habe vor neuen Jahren meine Kinder verloren da meine Mutter mich sehr stark psychisch krank und Medikamentenabhängig gemacht hat.
    Ich habe es viel zu spät gemerkt was eigentlich mit mir los ist und das meine Mutter der auslöser ist und mit daran Schuld ist was mit mir passiert sie hat dafür gesorgt das mir meine Kinder abgenommen werden um das sie meinen Sohn bekommt. Ich habe dies viel zu spät gemerkt und nun kämpfe ich seit 9 Jahren darum wieder ein Verhältnis zu meinen kindern aufzubauen wo mir regelmässig Steine in den weg gelegt werden.
    Ich habe für all das leider keine Beweise und glauben tut mir auch keiner vom Jugendamt eher stehen alle hinter meiner Mutter.
    Ich habe seit 4 Jahren einen Partner der mich unterstützt und zu mir steht.
    Ich habe ihn mittlerweile zu meinem Therapeuten gemacht und ich selber fahre damit sehr gut.
    Ich nehme seit 4 Jahren auch keine psychopharmerka mehr da ich dadurch keine Besserung gemerkt habe nur Nebenwirkungen hatte und 180 Kilo zugenommen habe woran ich heute noch Kämpfe sie runter zu bekommen.
    Ich drücke dir von Herzen die Daumen das du dennoch einen guten Therapeuten findest der zu dir passt und dir helfen kann.

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