Grabgesteck für Sternenkinder selber machen

Es waren die wohl schmerzhaftesten Minuten meines Lebens. Zwischen zig fremden Menschen lag ich halbnackt auf einer kalten Liege und starrte auf den leeren Monitor. „Ihr Kind ist tot!“ – immer wieder nahm ich diese Worte wahr, doch angekommen sind sie erst viel später. Tränen kullerten meine geröteten Wangen hinunter und fielen wortlos zu Boden. Diese Stille schien nicht enden zu wollen, doch sie begleitete mich noch Wochen später durch meinen Alltag.

Ja, mein Kind ist tot!

Rosalie, wie ich meinen Bauchzwerg später liebevoll nannte, durfte nicht leben. Sie starb ganz unerwartet und plötzlich und wird seither in der Medizinsprache als Abortus comletus (vollständiger Abort) betitelt. Hierbei handelt es sich um einen vollständigen und gleichzeitigen Abgang der gesamten Frucht, was den Embryo oder Fetus, die Eihäute und die Plazenta mit einschließt. Etwa 15 Prozent der medizinisch festgestellten Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Es gibt aber auch Schwangerschaften, die lediglich im Labor nachgewiesen werden können. Dabei zeigt sich die Erhöhung eines bestimmten Wertes, klinisch gibt es jedoch noch keine Anzeichen. Zählt man diese Schwangerschaften dazu, liegt die Aborthäufigkeit bei circa 50 bis 70 Prozent.

 

Fehlgeburt – Warum musste mein Kind sterben

 

Eine Antwort auf die Frage „Warum“ wird es wohl nie geben, immerhin gibt es eine Vielzahl an Risikofaktoren und Ursachen, die eine Fehlgeburt auslösen. So kann etwa die Missbildung der Gebärmutter oder aber defekte Spermien für den schmerzhaften Verlust gesorgt haben. Die häufigsten Fehlgeburt-Ursachen sind jedoch genetische Veränderungen beim Fetus.  Die Erbgutinformationen liegen auf den Chromosomen im Zellkern. Deren eine Hälfte kommt von der Mutter, die andere vom Vater. Treten Abweichungen in Anzahl oder Form dieser Chromosomen auf, führt dies zu Fehlanlagen beim Embryo. Infolgedessen ist die Lebensfähigkeit eingeschränkt oder gar nicht gegeben. Der Fetus stirbt ab und es kommt zur Fehlgeburt. (Quelle: netdoktor)

Was in meinem Fall die Ursache war, werde ich wohl nie erfahren. Fakt ist aber, dass mein Kind keine Chance bekam zu leben und sich für einen Platz am Sternenhimmel entschieden hat.

Die Wochen nach der Fehlgeburt waren von Kummer, Wut und Enttäuschung geprägt. Ich habe vor allem mir die Schuld an dem Tod des Bauchzwergs gegeben und mich das deutlich spüren lassen. Immer wieder saß ich weinend im Bett, schlug gegen eine Wand oder lies mich einfach fallen. Auch Suizid war kurz ein Thema.

Um mich von diesen Gedanken zu lösen und die Schuld von meinen Schultern zu nehmen, habe ich mich schließlich für eine Trauertherapie entschieden. Zeitgleich lernte ich das Sternenkinder-Grab der Stadt kennen und sicherte mir vor Ort einen Platz, der seither gehegt und gepflegt wird. Zweimal im Monat besuche ich diesen stillen aber liebevoll gestalteten Platz und lege ein paar farbenfrohe Blumen nieder. Auch eine Gedenktafel sowie kleine Kuscheltiere zieren das Grab.

 

Sternenkinder Grab – die Beisetzung meiner Rosalie

 

Mitte Dezember steht nun auch eine symbolische Beisetzung an, die mich bei der Trauerarbeit unterstützen soll. Auf diese Weise kann ich Abschied nehmen und eventuell auch loslassen. Mein Bauchzwerg wird zusammen mit anderen Sternenkindern beigesetzt, während bunte Luftballons den Himmel zieren werden.

Passend dafür habe ich mich an ein liebevoll gestaltetes Grabgesteck für Sternenkinder gewagt, das künftig den Platz meines Engels schmücken wird.

 

Für das Grabgesteck für Sternenkinder brauchen wir:

Holzkranz* ( bspw in Herzform) | Steckschaum* | Dekorosen* | Grabkerze | Deko-Holzgras | Herzchen | Draht

 

Der Steckschaum wird zunächst passend zugeschnitten und anschließend in die Mitte des Holzkranzes gesteckt. Anschließend drücken wir die Grabkerze vorsichtig in den Steckschaum um eine kleine Mulde entstehen zu lassen. Auf diese Weise steht die Kerze sicher und kann jederzeit problemlos ausgetauscht werden. Danach wird das Deko-Holzgras auf dem Steckschaum verteilt und mithilfe der Dekorosen und Draht befestigt. Im Inneren lassen sich noch kleine liebevolle Dekoelemente wie Herzen, Kreuze, o.ä. anbringen.

Das Grabgesteck für Sternenkinder ist dauerhaft haltbar und lässt sich individuell dekorieren und bestücken. Eine tolle Möglichkeit das Grab optisch aufzuwerten und auf ganz besondere Weise dem Kind nahe zu sein.

Mehr zur Beisetzung gibt es am 15. Dezember nachzulesen!

Janine (*Amazon-Partnerlinks)

7 Kommentare

  1. Katrin Westphal
    3. November 2019 / 11:21

    Das Grabbesteck ist wunderschön. Ich wünsche dir alle Kraft der Welt.

  2. Ivonne
    3. November 2019 / 11:35

    Das Gesteck ist so wunderschön geworden. Rosalie wird er gefallen. Ich wünsche dir für die Beisetzung ganz viel Kraft. Drück dich.

  3. Martina L.
    4. November 2019 / 0:35

    Das Gesteck ist wunderschön geworden.

  4. Anna Carina
    15. November 2019 / 23:57

    Das hast du wirklich sehr schön gemacht.
    Man sieht, wie viel Liebe darin steckt.
    Ich bewundere dich für deine Kraft und
    möchte dir ganz herzlich für die offenen
    Worte Danken
    und das du uns an deinem Leben teilhaben lässt.
    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft.
    Ganz liebe Grüße,
    Anna

    • Calista
      Autor
      16. November 2019 / 10:40

      Danke dir <3 Ich habe auch wirklich sehr viel Zeit und Mühe in dieses Stück investiert

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