Katzen barfen für Anfänger (Teil 1)

Der Begriff BARF ist eigentlich eine Abkürzung, die im Allgemeinen für “biologically appropriate raw food” steht. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das „biologisch artgerechtes rohes Futter“ und beschreibt damit sehr gut den Grundgedanken dieser Form der Ernährung. Denn BARFen gibt uns die Möglichkeit, die Mahlzeit unserer Vierbeiner ganz individuell zusammenzustellen. Wir legen quasi nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die dazu benötigten verschiedenen Bestandteile fest.

BARF wurde primär für Haushunde entwickelt, wird aber auch unter Katzenbesitzern immer beliebter. Dennoch scheiden sich beim Thema BARFen die Geister. Befürworter des BARFens sind davon überzeugt, dass diese Ernährungsweise die einzig richtige für ihren Liebling ist und fertiges Futter, egal in welcher Form, ihrem Vierbeiner schadet. Tierärztliche Fachorganisationen legen BARFen jedoch ab, da es auch die Gefahr einer Mangelernährung und mikrobiologische Risiken sowohl für die roh gefütterten Tiere als auch die mit ihnen zusammen lebenden Menschen mit sich bringt.

 

BARFen will gelernt sein – Tipps

 

Wenn es um das Thema BARFen ging, saß ich meist mit einem genervten Schmunzeln auf dem Stuhl und schenkte den Worten keine Beachtung. Für mich war die rohe Fleischfütterung einfach zu teuer, zudem bin ich bis dato immer davon ausgegangen, dass meine Tiere darauf verzichten könnten. Pah, gibt es im Supermarkt nebenan doch eine große Auswahl unterschiedlicher Produkte, die durchaus ihren Charme haben. Das ich damit meinem Kater Chaley nichts Gutes tun würde, war mir zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst. Vielmehr ging ich blauäugig durch den Alltag und glaubte den Versprechen der Werbeindustrie. Heute hingegen sehe ich das Thema aus einem vollkommen anderen Blickwinkel, denn Chaley wurde durch das billig hergestellte Futter krank. Schwer krank!

Seither versuchen wir uns an rohen Futter. Beim BARFen geht es immerhin darum, den Vierbeiner mit rohen Produkten möglichst artgerecht zu ernähren. Auf fertiges Trocken- oder Nassfutter wird dabei komplett verzichtet. Gefüttert werden stattdessen, insbesondere rohes Fleisch, Gemüse und Obst. Um eine ausreichende Versorgung mit allen benötigten Nährstoffen sicherzustellen, müssen dem Futter darüber hinaus noch bestimmte Fette, Vitamine und Mineralstoffe beigefügt werden.

 

Wie stellt man die Ernährung am besten um – Katzen barfen?

Hat man sich erstmal für die Rohfleischfütterung entschieden, ist bereits der erste Schritt in ein gesünderes Leben des Tieres getan. Zugegeben erfordert die Umgewöhnung einer Katze auf Rohfleisch etwas Geduld. Schließlich muss die Samtpfote erst auf den Geschmack des Rohfleisches komme. Am einfachsten gelingt es, wenn man immer Stück für Stück zum gewöhnlichen Futter dazu gibt. Bei jeder Mahlzeit nehmen wir dann etwas mehr des alten Futters weg und geben eine kleine Menge des Rohfleisches hinzu. Dies kann mitunter 1-2 Monate Umgewöhnungszeit in Anspruch nehmen, der Vierbeiner wird es uns aber danken.

 

Wie tauen wir das Fleisch am einfachsten auf?

Das Fleisch sollte über Nacht im Kühlschrank aufgetaut werden. Vorab jedoch aus der Verpackung genommen und in eine Porzellan oder Glasschüssel gelegt werden. Die auslaufenden Fleischsäfte enthalten zahlreiche Vitalstoffe, weshalb man diese mit an das Tier verfüttern sollte.

Teilweise gefrorenes Fleisch kann zu DURCHFALL führen!

 

Mein Tier hat weniger Stuhlgang, ist das normal?

Ja, bei der Fütterung mit rohem Fleisch ist das ganz normal. Grund ist, dass das Fleisch wesentlich besser verarbeitet werden kann. Desweiteren enthält es keine überflüssigen Füllstoffe mehr.

 

„BARFen ist: natürlich, artgerecht und gesund!“

 

Wie oft muss meine Katze am Tag gefüttert werden?

In der Regel sollte eine Katze am Tag zwischen drei und vier Mahlzeiten erhalten. Hierbei hängt die Futtermenge jedoch von vielen Faktoren ab. Dazu zählen das Alter, ihr Gewicht, der allgemeine Gesundheitszustand sowie der Aktivitätsgrad. Freiläufer brauchen für gewöhnlich mehr Nahrung als Wohnungskatzen. Als Faustformel gilt: 30 bis 50 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht der Katze. Darüber hinaus sind die Zusammensetzung und die Energiedichte des jeweiligen Barf-Katzenfutters entscheidend für die Menge. Katzen mögen Abwechslung im Fressnapf. Fleischsorten und die einzelnen Körperteile wie Brust, Herz und Magen kann man daher hin und wieder variieren.

 

Kann ich Fertigfutter und rohes Fleisch mischen? ( Katzen barfen )

Während der Umstellungsphase auf Rohnahrung durchaus, darüberhinaus handelt es sich um keine gute Idee. Wenn man dauerhaft Fertigfutter und rohes Fleisch mischt, kann das negative Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Katze haben. Das liegt daran, dass Rohnahrung und Fertigfutter unterschiedlich lange brauchen, um verdaut zu werden. Das kann zu Verdauungsstörungen führen, die sich z.B. in Gestalt von Verstopfung, Blähung oder sogar einer Magenverdrehung äußern.

 

Katzen barfen für Anfänger – Alles, was ein Tier braucht

 

BARF ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Samtpfote gesund und vollkommen natürlich zu Hause zu füttern.

Chaley war anfangs so gar nicht begeistert von der Rohfleischfütterung, obwohl er gerne mal ein rohes Stückchen Fleisch gegessen hat. Aktuell befindet er sich noch in der Umstellung und wird wohl auch noch ein bisschen Zeit hierfür beanspruchen. Doch schon jetzt wissen wir, dass die Rohfleischfütterung für seine Gesundheit wahre Wunder bewirken kann.

Im II. Teil wagen wir dann einen Blick auf die Rohfleischfütterung, beantworten weitere Fragen dazu und geben Tipps für leckere Menüs!

Janine (Bilder: canva.com)

Was haltet ihr von BARF?

4 Kommentare

  1. Ilse
    24. Juni 2019 / 14:02

    Das hört sich interessant an. Unsere Miezi ist alles an Gemüse gern und bekommt es auch, wenn ich dieses für uns zubereitet. Obst isst sie viele Sorten gern.

    • Calista
      Autor
      24. Juni 2019 / 23:34

      Hihi meine Salome isst am Liebsten Rucola :D die ist so n richtiges Salatmonster^^

    • Calista
      Autor
      8. August 2019 / 12:45

      Viel Freude dabei, ist ein sehr spannendes Thema :)

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