Krisen in der Weihnachtszeit – Notfallnummern bei Depressionen

Weihnachten ist nicht mehr fern. Die schönste Zeit des Jahres ist für viele Menschen auch die schwerste. Denn kaum eine Zeit ist so stressig und gleichzeitig mit so vielen Emotionen verbunden, wie die Woche im Advent. 

Die Läden sind zu, die Kinos auch, die Freunde bei ihrer Familie. Lenkt man sich sonst ab, um seine Probleme nicht zu spüren, drängen sie in der Weihnachtszeit verstärkt an die Oberfläche. Zudem ist das Bedürfnis, sich in diesen Tagen geborgen zu fühlen, besonders groß. Immerhin ist Weihnachten ja traditionell ein Familienfest. Aber was tun Menschen, die keine Familie haben?

Immer häufiger wird ihnen in diesen Tagen ihre Einsamkeit erst so richtig bewusst. Auch der Lichtmangel im Winter verstärkt die depressive Stimmung und sorgt dafür, dass man zurückgezogener lebt und sich lieber Zuhause aufhält.

Depressionen in der Weihnachtszeit sorgen auch in meinem Kopf für allerhand Kirmes. Schon während der Vorweihnachtszeit bin ich emotional ein Wrack und häufig mit meinen Gefühlen und Tränen beschäftigt. Meine Lebenssituation hat sich vor über 5 Jahren massiv verändert und dadurch einen zusätzlichen Belastungsfaktor hinterlassen. Zeitgleich komme ich über den Verlust meines ungeborenen Kindes nicht hinweg, der weit über 10 Jahre her ist aber in dieser Zeit präsenter denn je wirkt. Ich fühle mich schlapp, nutzlos und innerlich traurig. Der Kummer lässt die Gedanken kreisen und mein Lächeln schwinden. Immer wieder denke ich über Suizid nach und verletze mich im Anschluss selbst. Definitiv nicht die optimale Lösung!

 

Krisen in der Weihnachtszeit – Depressionen unter dem Weihnachtsbaum

Doch jede Krise sollte auch als eine neue Chance gesehen werden. Denn sie legt offen, was im Tiefen schon lange brodelt. Wer an den Festtagen jedoch verstärkt zu Depressionen oder sogar Suizidgedanken neigt, sollte das als Anlass nehmen, um sich Hilfe zu holen. Und das nicht nur für den Augenblick. Denn Veränderung geschieht nicht von heute auf morgen.

Wie mir geht es unzählig vielen Menschen, weshalb gerade in der Weihnachtszeit immer mehr Krisendienste angefragt werden. In der Hauptstadt beispielsweise gibt es seit knapp 15 Jahren den Berliner Krisendienst, der schnell und qualifiziert bei psychosozialen Krisen bis hin zu akuten seelischen und psychiatrischen Notsituationen hilft. Kostenlos! 24 Stunden am Tag.

Eine weitere Hilfe, gerade an Weihnachten, stellt die Telefonseelsorge der Kirchen dar. Die Leitungen sind auch an Feiertagen rund um die Uhr besetzt und können zumindest den Moment lindern.

Telefonseelsorge ev. : 0800 / 111 0 111

Telefonseelsorge kath. : 0800 / 111 0 222

Speziell für psychische Krisensituationen geschult, sind hingegen die Fachkräfte beim Krisendienst Psychiatrie München. Das Telefon ist täglich von 9 bis 21 Uhr besetzt und bietet bspw beim Krisentelefon im Münchner Atriumhaus auch einige Plätze für Menschen, die sich in akuter psychischer Not befinden.

Krisendienst Psychiatrie München: 089 / 72 95 96 0

Während einer Krise fällt es vielen Menschen schwer sich am Telefon auszudrücken, hierfür bietet die TelefonSeelsorge einen speziellen Online-Chat. Hier kann man zwischen Mail und Chat wählen, während ein Seelsorger via schriftlichen Kontakt zur Seite steht. Die Chatseelsorge bietet sogar die Möglichkeit, in Echtzeit miteinander zu kommunizieren. Die direkte Reaktion ähnelt dem Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

 

Notfallnummern bei Depressionen zur Weihnachtszeit

Psychische Krisen während der Weihnachtszeit sind vollkommen normal. Dennoch sollte man diese nicht auf die leichte Schulter nehmen. Krisen können ein Neuanfang sein und ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft. Viele Einrichtungen sind darauf spezialisiert und schenken für den Augenblick Nähe, ein offenes Ohr und Wärme.

Egal wie grausam der Augenblick auch sein mag, wir sind wundervoll – mit und ohne Depressionen!

Janine

4 Kommentare

  1. Ivonne
    16. November 2018 / 19:47

    Wichtiger Post mit einer tollen Botschaft.

    • Calista
      Autor
      16. November 2018 / 19:57

      Definitiv :) kann nie schaden ein paar Nummern zu wissen

  2. 17. November 2018 / 10:19

    Ich finde es wirklich wichtig +über das Thema zu sprechen. Vor allem in der Weihnachtszeit verspüren es die betroffenen extrem. Deshalb finde ich den Post wirklich gut
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann

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