Nachbarschaftsstreit – Wenn der Nachbar zum Feind wird

13. Juli 2017Calista

Eine der frühesten künstlerischen Darstellungen von Seifenblasen als Kinderspielzeug findet sich in Pieter Bruegels Gemälde Die Kinderspiele von 1560, woraus sich schließen lässt, dass Seifenblasen bereits seit mindestens 500 Jahren von Kindern zum Zwecke der Unterhaltung verwendet werden. Die Massenproduktion von Seife begann hingegen erst im 19. Jahrhundert, wobei der Seifenhersteller Pears zur Vermarktung insbesondere auch John Everett Millais’ Gemälde Seifenblasen („Bubbles“) nutzte, das dessen Enkel beim Spiel mit Seifenblasen zeigt.

1948 entwickelte dann der Chemiker Rolf Hein eine neue Formel für ein Waschmittel, das allerdings den Nachteil hatte, zu sehr zu schäumen. Er ließ die flüssige Seife in Flaschen abfüllen, fügte eine Blasring aus einer zum Ring gebogenen feinen Federdrahtwendel mit Stiel hinzu und verkaufte das Produkt unter dem Markennamen Pustefix gezielt als Kinderspielzeug. Seitdem sind zur Herstellung von Seifenblasen vorwiegend Kombinationen von mit Lauge gefüllten Plastikröhrchen und Pusterohr im Gebrauch.

Auch heute noch sind Seifenblasen ein beliebtes Kinderspielzeug und auch bei Erwachsenen sehr begehrt. So greife ich gerne auf das Seifenwasser zurück, um mich von schweren Momenten abzulenken oder einfach um etwas wundervolles am Horizont erblicken zu können. Immerhin begeistern Seifenblasen auch mit ihrer wahrlich beeindruckenden Optik die eine Vielzahl an Farben bereithält.

Das ich dadurch allerdings einen handfesten Nachbarschaftsstreit entfachen würde, war mir zu jener Zeit nicht bewusst.

 

Nachbarschaftsstreit – Wenn es unter Nachbarn kracht

 

Seifenblasen stellen eine Art Therapieausgleich dar und wirken demnach sehr beruhigend auf mein oftmals gereiztes Gemüt. Meine Nachbarn hingegen fühlen sich davon belästigt und begannen binnen kürzester Zeit einen heftigen Streit anzufangen. Neben zig Anfeindungen und Drohungen durfte ich auch eine Vielzahl an Beleidigungen wahrnehmen, die niveauloser nicht sein konnten. Dabei gehören eigentlich Ruhestörungen jeglicher Art zu den wohl häufigsten Streitursachen zwischen Mietern. Immerhin gelten in den meisten Gemeinden und Städten sogenannte Ruhezeiten, die oftmals durch Beeinträchtigungen anderer Mieter gestört werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um Lärmbelästigung in Form von Partygeräuschen oder etwas lauterer Musik handeln.

Doch wie geht man letztendlich mit einer solchen Situation um?

In unserem Fall musste zunächst eine Info der Wohnungsgesellschaft her. Waren wir doch zu jener Zeit keineswegs mit dem Thema vertraut und konnten uns den Ärger seitens der Bewohner im Nachbarhaus nicht erklären. Demnach galt zunächst „Ruhe bewahren!“ Das war definitiv nicht einfach, zumal die Emotionen beider Seiten deutlich am überkochen waren und die Situation dadurch verschlimmern hätten können. Ein Gespräch wäre hier definitiv sinnvoll gewesen, schien jedoch schier unmöglich weshalb nur noch die Eigentümergemeinschaft als Anlaufstelle diente. Vor Ort klärten wir die Vermieter über den Sachverhalt auf und warfen zig Fragen in den Raum, die unseren Kummer hemmen sollten.

 

 

Das wir hierbei auf einen schmunzelnden Sachbearbeiter treffen würden, war uns vorab im Übrigen schon klar. Dennoch musste eine Lösung her um beide Seiten zufrieden zu stimmen. Des Rätsels Lösung: die anhaltenden Anfeindungen notieren und anschließend bei der Wohnungsgesellschaft als Beschwerde einreichen. Inwiefern wir hiermit für Frieden sorgen würden, wussten wir nicht. Nichtsdestotrotz gehen wir seither dem Wunsch des Sachbearbeiters nach und notieren jeden noch so winzigen Fehlgriff.

Auch haben wir mittlerweile einen großen Sonnenschirm auf dem Balkon angebracht, sodass die Nachbarn im Haus nebenan keinen Blick mehr auf unseren Balkon werfen können. Sichtschutz der ganz besonderen Art quasi.

 

Das wir nach gerade einmal 2 Monaten schon so einen Streit entfachen würden, war uns anfangs keineswegs bewusst. Zwar stehen die Bewohner in unserem Hauseingang voll und ganz hinter uns und unterstützen uns im „Kampf“ gegen das Übel, dennoch fühlt es sich vor allem für mich sehr unangenehm an. Geplagt von Mobbing vergangener Zeiten wühlte das Geschehen eine Menge wieder auf und stimmte mich so ziemlich unglücklich. Letzteres wird demnach intensiv in meiner Gruppentherapie behandelt und mehrfach angesprochen um in naher Zukunft wieder mit Freude im Herzen den Alltag meistern zu können.

Wir sind gespannt, wie es weitergehen wird und hoffen auf Frieden.

Janine

12 Comments

  • Hildegard Ticak

    13. Oktober 2017 at 17:31

    Wenn deine Lage nicht so ernst wäre,würde ich lachen .Wen stören Seifenblasen ?

    1. Calista

      13. Oktober 2017 at 18:15

      Nur zu, ich lache auch nur noch darüber haha :D

  • Nicole

    13. Oktober 2017 at 18:42

    Also der ist doch echt nicht ganz sauber. Das habe ich ja noch nie gehört, das Seifenblasen Belästigung sind und man verbal so ausrasten kann, deswegen.

    1. Calista

      13. Oktober 2017 at 19:46

      Ja die Dame ist sehr interessant^^

  • Sigrid Turnbull

    13. Oktober 2017 at 22:14

    nun sitze ich hier – versuche krampfhaft mir vorzustellen wie Seifenblasen jemand belästigen könnten ??? hm ich bin ratlos prustet ihr so laut ?? haha sorry aber ich kann mir das laute Lachen nicht verkneifen

  • Sigrid Turnbull

    13. Oktober 2017 at 22:14

    nun sitze ich hier – versuche krampfhaft mir vorzustellen wie Seifenblasen jemand belästigen könnten ??? hm ich bin ratlos prustet ihr so laut ?? haha sorry aber ich kann mir das laute Lachen nicht verkneifen

    1. Calista

      13. Oktober 2017 at 22:58

      Die Dame ist fest davon überzeugt das meine Seifenblasen ihre Tiere töten und ihre Kinder davon krank werden. Klingt komisch aber das ist mein Alltag^^

  • Katharina

    14. Oktober 2017 at 18:21

    Entschuldige wenn ich lache, aber fühlen deine Nachbarn sich gestört vom „lauten platzen“ der Seifenblasen? Etwas dämlicher ist mir echt noch nicht unter gekommen. Lass dich nicht ärgern!

  • Birgit

    15. Oktober 2017 at 20:41

    das ist genau so ein Witz wie unsere damalige Nachbarin, die extra Markierungen im Hausflur angebracht hat, nur um zu testen, ob wir auch den Putzplan einhalten. Ich habe immer fein geputzt und die Markierungen wieder an Ort und Stelle gelegt …. einfach lächerlich – solche Nachbarn braucht kein Mensch. Sind mit sich und der Welt im Zwiestreit und machen aus lauter Frust anderen das Leben unnötig schwer.

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