Nachbarschaftsstreit – Wenn einfach kein Ende in Sicht ist

11. März 2018Calista

Wie konnte ich nur so naiv sein und glauben im neuen Jahr würde alles besser werden. Vor gut 5 Monaten habe ich zuletzt über die angespannte Situation zwischen meinen Nachbarn im Block nebenan und mir geschrieben. Zu jenem Zeitpunkt war ich positiv gesinnt und voller Hoffnung, dass die Streitigkeiten durch einfache Hilfsmittel meinerseits fern bleiben. Mit Kopfhörern in den Ohren musste ich seither meinen Balkon betreten um die bösen Anfeindungen seitens der Nachbarn gekonnt ignorieren zu können. 

Während der Wintermonate verbrachte sowohl ich als auch das feindliche Lager kaum Zeit auf dem Balkon. Auseinandersetzungen waren demnach ausgeschlossen. Mittlerweile steigen jedoch die Temperaturen wieder enorm an und mit ihnen wächst die Lust den Balkon herzurichten. Geprägt von den Ereignissen im vergangenen Jahr, wurde bereits vorab der Sonnenschirm angebracht der das Sichtfeld seitens der Nachbarn auf meinen Balkon stark einschränkte. Für mich die einzige Möglichkeit meinen eigenen Balkon betreten zu können, ohne deren niveaulosen Kommentaren ausgesetzt zu sein. Doch das ist scheinbar nicht genug, denn trotz aller Bemühungen meinerseits hagelt es ununterbrochen Drohungen und Beleidigungen. Selbst auf offener Straße sind Anfeindungen seitens der Kinder nicht mehr ausgeschlossen. Eine Situation die kaum noch zu ertragen ist und einfach kein Ende findet.

 

Doch was war passiert?

Angefangen hat alles im Mai vergangenen Jahres als ich mit meinem Freund in eine gemeinsame Wohnung gezogen bin. Wir haben uns bewusst für eine große Räumlichkeit entschieden um auch den Nachwuchs mit einem eigenen Zimmer ausstatten zu können. Unsere Wahl fiel dabei auf eine attraktive Wohnung in einem sympatischen Wohnviertel, die sowohl große Räume als auch einen eigenen Balkon vorweisen konnte. Bereits während unseres Einzugs wurden wir mit kritischen Blicken seitens der Nachbarn im Block nebenan begutachtet und standen stets im Fokus ihrer Gespräche.

Die ersten Beleidigungen folgten hingegen kurze Zeit später als ich auf meinem Balkon saß und ein paar Seifenblasen in Richtung Horizont schickte. Seifenblasen sind nicht nur schön anzusehen sondern lassen mich auch einen Moment durchatmen, schließlich bin ich seit mehr als 5 Jahren schwer krank. Augenblicke dieser Art nutze ich um mich selber zu beruhigen. Ich habe dadurch quasi eine Möglichkeit gefunden mich von bösen Gedanken zu lösen und anfallende Suizidgedanken zu minimieren. Das ich damit einen Streit entfachen würde, war mir zu jener Zeit nicht bewusst.

In den darauffolgenden Wochen/ Monaten eskalierte dieser Streit und die Polizei musste kommen. Die stark alkoholisierten Nachbarn fingen an mich auf meinem eigenen Balkon zu bespucken und drohten mir zudem Gewalt an. Für mich stand sofort fest: jetzt muss die Polizei schlichten. Der Abend endete mit einer Anzeige gegen meine Terrornachbarn.

 

Neues Jahr – neues Glück? Der Nachbarschaftsstreit nimmt kein Ende

Die Winterzeit habe ich kaum auf dem Balkon verbracht, lediglich zu Silvester stand ich mit meinen Gästen draußen und wagte einen Blick in Richtung Himmel. Seit genau 2 Tagen nutze ich den Balkon wieder regelmäßig um ihn für die anstehende Zeit herzurichten. Innerhalb dieser 48 Stunden musste ich allerdings wieder Beleidigungen und Drohungen wahrnehmen, die niveauloser nicht sein könnten. Es ähnelt einem schier nie endenden Kampf, der jedoch nur ein Opfer kennt – mich. Trotz aller Bemühungen meinerseits schlägt man immer weiter auf mich ein. Man tritt mich regelrecht mit Füßen und nutzt diesen psychischen Druck um mich weich zu kriegen. Tatsächlich bin ich längst am Ende und wünschte einfach nur noch wegziehen zu können. Aber ist das wirklich die Lösung meiner Probleme? Wer garantiert mir, dass es in einer neuen Wohnung besser wird?

Um einfach so aufzugeben bin ich zu stolz und auch zu geizig. Immerhin haben wir die Möbel/ Küche auf die Wohnung anpassen lassen und Unmengen an Geld investiert. All das würde nach dem Umzug erhalten bleiben, auf den Kosten bleiben schließlich wir sitzen.

Doch wie geht man gegen solche Terrornachbarn nun vor? Muss man das wirklich alles ertragen und sich so zugrunde richten lassen?

Ehrlich gesagt weiß ich darauf keine Antwort. Ich sitze hier vor meinem Laptop, beiße mir auf der Unterlippe herum und bin den Tränen nahe. Ich zeige Schwäche und Gefühle in einer Situation die Stärke bedarf.

Janine

27 Comments

  • Katrin Gluth

    11. März 2018 at 17:44

    Liebe Janine, lass den Kopf nicht hängen. Mach mal ist es wirklich besser es auszusitzen. Hast du schon mal mit deinem Vermieter gesprochen oder den anderen Mietern? Tut euch zusammen, das hilft manchmal mehr als alleine zu kämpfen.
    Drück dich ganz lieb und sende dir viel Kraft alles zu Überstehen. ❤

    1. Calista

      11. März 2018 at 17:49

      Ja sowohl Vermieter als auch die anderen Mieter wissen bescheid und stehen alle hinter mir/uns. Aber man kann einfach nichts machen weil sie gegen kein Gesetz verstoßen. Wäre das der Fall könnte man dagegen agieren aber so ist es leider aussichtslos.

      1. Tanja

        11. März 2018 at 18:09

        Hm, verstehe ich nicht so ganz, wenn die ständig Nachbarn beleidigen, bespucken und bedrohen , ist das gegen den Hausfrieden und verstößt gegen die Hausordnung. Müßte eigendlich auch im Mietvertrag drin stehen, und das sie deswegen gekündigt werden können.

        1. Calista

          11. März 2018 at 18:12

          Ich habe sowohl den Mietvertrag als auch die Gesetzesbücher studiert und vorgelegt, aber leider ist die Wohnungsgesellschaft machtlos. Die letzten Monate habe ich damit verbracht alles an Beweisen, Rechten etc zusammen zu tragen aber ohne Erfolg. Die einzige Möglichkeit die man uns gegeben hat ist ausziehen

  • Bia

    11. März 2018 at 18:02

    Ich würde denen so oft die Polizei auf den Hals hetzen bis die Ruhe geben….Angriff ist der beste Weg! Oder hör Musik wenn du raus gehst, oder Kauf dir einen sichschutz oder Sonnenschirm und stell ihn so auf, dass du die nicht sehen muss.
    Aber lass dich nicht unterkriegen!!!

    1. Calista

      11. März 2018 at 18:09

      Aktuell befindet sich auf dem Balkon sowohl ein Sichtschutz als auch ein Sonnenschirm der zumindest die Hälfte des Balkons abdeckt, sodass sie mich nicht mehr sehen könnten. Aber wenn es windig ist oder oder oder muss ich den reinholen. Deswegen wird jetzt demnächst ein stabiler Sichtschutz aufgebaut der dann auch die komplette Höhe meines Balkons misst ^^

  • Nathalie

    11. März 2018 at 18:02

    Oh je meine Liebe das macht mich ganz traurig zu lesen… Aber flucht wie du sagst ist keine Lösung da hast du völlig recht. Versuche ihnen zu zeigen das es dich kalt lässt auch wenn es sehr schwer ist was ich selber aufgrund meiner Krankheit weiß und auch nicht einfach wäre da ich impulsiv in solchen Situationen wäre.
    Suche nach einem Schlichter vielleicht einmal das eine aussenstehende Person vielleicht vermittelt.
    Ich drücke dich mal ganz lieb aus der ferne

    1. Calista

      11. März 2018 at 18:08

      Wir hatten im letzten Jahr meine Betreuerin mit hier die sich die Situation angesehen hat. Sie beobachtet das ganze jetzt mal…in der Hoffnung wir können später irgendwas ändern.

      1. Nathalie Ruland

        14. März 2018 at 3:20

        Drücke dir die Daumen das es etwas hilft.
        Ich weiß nicht ob so ein professioneller streitschlichter was kostet aber vielleicht wäre das am Ende noch eine Option

        Ich bin echt froh das unsere Nachbarn ruhe geben auch wenn wir nicht die besten Freunde sind.
        Ich glaube würden sie wissen was wir an Haustieren haben würde es etwas anders aussehen.
        Bei uns läuft es auch nicht so mega aber immerhin ist Ruhe unser Nachbar meint zum Beispiel immer die Fussmatten vor der Treppe weg zu schieben noch nehmen wir es mit Humor eines Tages sind sie aber festgeklebt und er durchsucht jedesmal die Mülltonnen und räumt die Tüten aus wo ich mir denke mach mal wenn du Spass dran hast .

  • Sann

    11. März 2018 at 18:14

    Hallo Janine,
    Mist und diese Typen von Menschen sind Dummbeutel, die werden sich nie ändern, weil es denen an Einsicht und ‚Normalität‘ im Sinne soziale Kompetenz schlicht einfach fehlt. Die waren schon immer so und leider sind die Eure Nachbarn. WEiß, ist gar kein Trost, auch weil du Kraft brauchst und viel Ruhe. Ich wünsche mir für dich- Euch, dass es besser wird, denn diese Leute werden nicht aufhören, weil sie auch von dem Leid anderer sich aufbauen- verzerren…und ausziehen wegen denen geht nicht – hoffe, die werden es tun!

    1. Calista

      11. März 2018 at 18:16

      Ich danke dir für deine lieben Worte. Ich setze ganz viel Hoffnung in die kommenden Wochen…sobald der Balkon so umgebaut ist das die keine Chance mehr haben irgendwas vom Treiben darauf mitzubekommen ist denke ich ein großer Schritt getan

      1. Sann

        11. März 2018 at 18:37

        Ja, gut so! Und sonst seht ihr diese Raudis im Treppenhaus?

        1. Calista

          11. März 2018 at 18:40

          Ne die sind im Haus nebenan. Dieses steht allerdings so kacke an unserem dran, dass sie quasi rüber spucken können^^

  • Sann

    11. März 2018 at 18:19

    sorry, meinte verzehren=)

  • Astrid Scholz

    11. März 2018 at 18:34

    Es ist traurig das man solche Leute nicht vor die Tür setzten kann! Andere arbeiten sind rechtschaffen und werden beleidigt und angegangen. Es tut mir so leid für euch ,verfolge es ja wie es anfing . Sei stark und gebt nicht auf , weiss ja das es nicht einfach ist für dich. Auch die bekommen ihre Strafe sich so zu verhalten. Drück lieb ..LG Astrid

    1. Calista

      11. März 2018 at 18:41

      Ich danke dir, wir verstehen das auch nicht…aber so ist wohl heutzutage das Leben als „normaler“ Mensch :D

  • Käthi

    11. März 2018 at 19:12

    Wenn du kannst, einfach lächeln und ignorieren, dass ärgert solche Menschen am meisten.

    1. Calista

      11. März 2018 at 21:03

      Das versuche ich^^

  • Nina

    11. März 2018 at 20:01

    Das ist ja wirklich alles schrecklich und tut mir furchtbar Leid.
    Ich würde eine Unterlassungsverfügung beim Amtsgericht beantragen. Sollten Sie dagegen verstoßen wird es richtig teuer durch die Bußgelder.
    Drücke Dir auf jeden Fall die Daumen für eine friedliche Zeit.

    1. Calista

      11. März 2018 at 21:03

      An das habe ich tatsächlich auch schon gedacht war mir nur nicht sicher ob das denn in meinem Fall auch etwas bringt

      1. Nina

        12. März 2018 at 19:31

        Ja das bringt auf jeden Fall was. Bringt mehr als die Anzeigen bei der Polizei.

  • Ilse

    11. März 2018 at 20:10

    Ach menno, wer braucht denn solche Nachbarn. Ich dachte, dass hat sich beruhigt. Ignorieren ist das Einzige was bei dummen Menschen hilft und wenn sie dich bedrohen ruf die Polizei. Versuch das zu filmen, oder mit dem Handy als Voicemail aufzunehmen. Diese Situation ist ja schrecklich, ich drücke dich ganz fest

    1. Calista

      11. März 2018 at 21:02

      Leider bringen solche Aufnahmen auch nichts. Wir hatten das bereits und durften uns dann nur Gemecker diesbezüglich anhören :/

  • Natascha Reichert

    11. März 2018 at 23:29

    Ach Mensch Du Arme,es tut mir wirklich leid,dass es in diesem Jahr so weiter geht,sobald das Wetter besser wird!
    Ich bin leider auch ziemlich ratlos,denn ich bin, genau wie Du,ein friedliebender Mensch und völlig fassungslos wenn mir ein derartiger Hass entgegen gebracht wird.
    Ich kann so ein Verhalten ÜBERHAUPT nicht nachvollziehen und bin deshalb schon gleich auf der Verliererseite.
    Deshalb wäre vielleicht der Rat einer etwas kriegerischen Person hilfreich?
    Es gibt bestimmt auch in deinem Umfeld ein oder zwei Personen,die ganz gerne streiten und es deshalb besser drauf haben?
    Vielleicht findest Du jemanden,der da ein paar Ideen hat?
    Und der Tipp mit der Unterlassungsverfügung und auch der mit wiederholter Polizeipräsenz scheint in die Richtung zu gehen.
    Denn es gibt traurigerweise einfach Menschen,die verstehen es nur auf die harte Tour.
    SCHADE,dass man sich auf dieses Niveau runterziehen lassen muss,aber wenn Du nicht auf der Strecke bleiben willst,wirst Du Dich und Deinen Frieden vermutlich nur durch so einen ätzenden Kampf schützen Können.
    Tut mir wirklich leid für Dich!
    Lass Dich nicht klein kriegen!
    Ich drücke Dich ganz fest und wünsche Dir ganz viel Kraft

    Was ein Glück,dass sie nicht an Chaley und Salome heran können!!!
    Gruß Tascha

  • Petra

    12. März 2018 at 14:06

    ich würde jeden Übergriff dokumentieren, nochmal zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Danach zum Amtsgericht wegen Unterlassungsklage. Und mit dem Papierkram (Anzeige etc.) nochmal zum Vermieter. Die können da nicht einfach nur sagen, Du hast auszuziehen. Du kannst die Miete mindern wegen der anhaltenden Belästigung, mal sehn was der Vermieter dann sagt. Und habt Ihr schon mal einen Anwalt konsultiert?
    Auf alle Fälle lass Dich nicht unterkriegen!

    LG Petra

    1. Calista

      13. März 2018 at 0:40

      Die Anzeige wurde fallen gelassen weshalb auch weiterhin keine was bringen werden. Leider!
      Wir haben auch schon eine Mietminderung angekündigt aber da die besagte Person nicht in meinem Haus sondern nebenan wohnt, kann da nicht viel gemacht werden^^

  • Melanie Hermann

    14. März 2018 at 17:01

    Ich wünsche euch viel Kraft und lasst euch nicht unterkriegen!

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