Hilfe mein Nachbar terrorisiert mich!

Bekannte Redensarten in Deutschland lauten „Trautes Heim, Glück allein“ oder „Zuhause ist es am Schönsten“. Doch was helfen diese Redewendungen, wenn der Nachbar einen regelrecht terrorisiert?

Vor knapp einem halben Jahr zog es mich weiter in die Ferne, weshalb ein Umzug inmitten meiner neuen Heimat stattfand. Eine größere Wohnung sollte es sein, die nicht nur mehr Raum zum entfalten gewähren sondern auch meinem Blog-Business einen Vorteil bescheren sollte. Denn durch die zusätzlichen Räumlichkeiten würde auch mehr Platz für mein Hobby sein, dass seither zwischen Tür und Angel stattfand.

Um mein angespanntes Gemüt beruhigen und die stetig anfallenden Depressionen lindern zu können, nutze ich direkt nach dem Einzug den großen Balkon um ein paar Seifenblasen in den Horizont zu blasen. Das ich dadurch allerdings einen handfesten Nachbarschaftsstreit entfachen würde, war mir zu jener Zeit nicht bewusst.

 

Nachbarschaftsstreit – Wenn es unter Nachbarn kracht

 

Seifenblasen stellen eine Art Therapieausgleich dar und wirken demnach sehr beruhigend auf mein oftmals gereiztes Gemüt. Meine Nachbarn hingegen fühlen sich davon belästigt und begannen binnen kürzester Zeit einen heftigen Streit anzufangen. Neben zig Anfeindungen und Drohungen durfte ich auch eine Vielzahl an Beleidigungen wahrnehmen, die niveauloser nicht sein konnten. Dabei gehören eigentlich Ruhestörungen jeglicher Art zu den wohl häufigsten Streitursachen zwischen Mietern. Immerhin gelten in den meisten Gemeinden und Städten sogenannte Ruhezeiten, die oftmals durch Beeinträchtigungen anderer Mieter gestört werden. Dabei kann es sich zum Beispiel um Lärmbelästigung in Form von Partygeräuschen oder etwas lauterer Musik handeln.

Nachdem ich regelmäßig mit Beleidigungen konfrontiert wurde und so manche Träne schwinden ließ, eskalierte die Situation irgendwann. Trotz Sonnenschirm und Sichtschutz bespuckte man mich vom Balkon des Nachbarhauses. Zudem schrie man unzählig viele Beleidigungen und Gewaltandrohungen durch die Nacht. Für mich war klar: nun wird es Zeit die Polizei einzuschalten. Immerhin war ich zu jenem Zeitpunkt alleine zuhause und nicht in der Lage, mich mit einem Erwachsenen Mann anzulegen.

Der Abend endete mit einer Anzeige gegen meine Terrornachbarn und einer erschreckenden Erkenntnis: das kann ja lustig werden.

In den vergangenen Wochen habe ich wirklich jede Möglichkeit genutzt, gegen diesen Terror vorzugehen. Ich habe die Polizei informiert, habe mit den restlichen Bewohnern in meinem Hauseingang gesprochen und war sogar bei der Wohnungsgesellschaft. Letzteres stellte sich allerdings als mega Flop dar, denn vor Ort konnte oder wollte man mir einfach nicht helfen geschweige denn meine Situation verstehen.

Im Gegenteil – Tage später erhielt ich tatsächlich das Angebot in eine andere Wohnung umzuziehen um den Streit aus dem Weg zu gehen. Das sowohl die Küche als auch die Möbel im Wohn- und Schlafbereich auf die Wohnung angepasst wurden, schien die Herrschaften der Wohnungsgesellschaft nicht zu interessieren. Ein gut gemeintes Angebot, dass in diesem Augenblick allerdings für entsetzten sorgte. Immerhin gehörte ich zu den „Guten“.

 

Nachbarschaftsstreit – Hilfe mein Nachbar terrorisiert mich!

 

Ehrlich gesagt war ich zu diesem Zeitpunkt dem Suizid nahe. Ich zog  mich immer mehr zurück, nahm nicht mehr am Alltag teil und sackte sichtlich zusammen. An schlafen und essen war ebenfalls nicht mehr zu denken. Zwar stehen die Bewohner in meinem Hauseingang voll und ganz hinter mir und unterstützen mich im „Kampf“ gegen das Übel, dennoch fühlt es sich für mich sehr unangenehm an. Geplagt von Mobbing vergangener Zeiten wühlte das Geschehen eine Menge wieder auf und stimmte mich so ziemlich unglücklich. Letzteres wird demnach intensiv in meiner Gruppentherapie behandelt und mehrfach angesprochen um in naher Zukunft wieder mit Freude im Herzen den Alltag meistern zu können.

 

Doch was nun? Wie geht man mit solchen Situationen um und ist es wirklich verboten Seifenblasen auf dem Balkon zu machen? Fragen über Fragen, die ich aktuell nicht beantworten kann. Naja nicht ganz, Seifenblasen sind tatsächlich NICHT verboten und demnach eigentlich kein Grund für einen solchen Streit. Mit einer Anzeige seitens meiner Terrornachbarn habe ich daher nicht zu fürchten. Auch kann es mir niemand verbieten!

Laut Wohnungsgesellschaft handelt es sich zudem um sogenannte „persönliche Differenzen“ weshalb hier niemand eingreift. Da niemand gegen das Hausrecht verstoßt, wird es wohl auch erstmal so bleiben. Ich für meinen Teil trage nun immer Kopfhörer, wenn es mich raus auf den Balkon zieht. Meine Nachbarn hingegen rufen auch weiterhin fleißig bei der Sachbearbeiterin an um eine Beschwerde gegen mich beziehungsweise meine Seifenblasen einzureichen. Schlimm aber auch!

Wir werden sehen wie es weiter geht.

Janine

18 Kommentare

  1. La Mirabella
    18. Oktober 2017 / 15:06

    Liebe Janina,

    wie fürchterlich ist das denn? Ich wünsche Dir, dass die Sache sich langsam beruhigt. Liebe Grüße

  2. Steffi
    18. Oktober 2017 / 15:18

    Meine Güte, da fehlen mir echt die Worte! Du hast richtig Pech gehabt mit Deinen Nachbarn!

  3. Tina Slotty
    18. Oktober 2017 / 15:23

    Oh man…. Das tut mir so leid, diese Zeilen zu lesen und wenn ich dann an den ‚Grund‘ für die ganzen nachfolgenden Probleme denke, so müsste man eigentlich lachen, aber leider ist es wohl eher zum heulen. Ich drück dich mal ganz lieb aus der Ferne und wünsche dir ganz viel Kraft!!! Gerade im Moment bewundere ich dich umso mehr das du den Mut nicht verlierst und zusätzlich noch in der Lage bist dir so tolle Überraschungen und Gewinnspiele für uns auszudenken und anzufertigen ❤️❤️❤️❤️

  4. Tanja K
    18. Oktober 2017 / 15:24

    Hallo sowas ist echt schlimm .ich war leider selber mal von sowas betroffen und werde dir eine E – Mail dazu schicken. Kopf hoch und nicht unterkriegen lassen .LG

  5. Steffi Lehmann
    18. Oktober 2017 / 15:37

    Hallo meine Liebe
    Wie bescheuert das doch ist…. lass dich da bloß nicht unterkriegen, ich komme Puste mit dir Seifenblasen mit und ich sehe du nutzt die SeifenblasenMaschine die ich dir geschenkt habe.

    Ich drück dich ganz doll

  6. 18. Oktober 2017 / 15:41

    Seifenblasen??? Ernsthaft?! Es gibt doch wirklich Leute, die einfach nur Streit suchen, um eine Beschäftigung zu haben. Schlimm sowas!

    Liebe Janine, lass dich davon nicht beeindrucken! Versuche die zu ignorieren, auch wenn es schwer fällt und du mal einen schlechten Tag hast. Es bringt ja nichts und solche Leute sehen in deiner Traurigkeit und Verzweiflung einen Erfolg. Also biete ihnen einfach keine Angriffsfläche und sie werden sich ein nächstes Opfer suchen. Früher oder später werden sie einen Schritt zu weit gehen, oder sich mit dem Falschen anlegen, und dann müssen sie ausziehen. Ich kenne das nur zu gut und bei uns war es nach 2,5 Jahren zum Glück soweit und die „Terror-Nachbarn“ mussten ausziehen.
    Halte durch!

    Liebe Grüße, Jessi :-)

  7. Martina Mueller
    18. Oktober 2017 / 15:58

    Leider gibt es solche Wesen Überfall,aber wenn das Theater so grossvwird das man sich in der eigenen Wohnung nicht wohl fühlt oder gar bedroht, sollte man doch Überlegenheit IB auf lange Zeit nicht doch ein Umzug besser ist. Dies hab ich leider auch am eigenen Leib erlebt und bin umgezogen und heut frag ich mich manchmal warum nicht früher,denn diesmal wohne ich echt gut ohne grossen Theater,was auch meiner Erkrankung zugute kommt.drücke dir die Daumen das das Problem sich zu deinen gunsten lösen lässt. LG tina

    • Martina Mueller
      18. Oktober 2017 / 16:00

      Leider gibt es solche Wesen Überall,aber wenn das Theater so gross wird das man sich in der eigenen Wohnung nicht wohl fühlt oder gar bedroht, sollte man doch Überlegen ob auf lange Zeit nicht doch ein Umzug besser ist. Dies hab ich leider auch am eigenen Leib erlebt und bin umgezogen und heut frag ich mich manchmal warum nicht früher,denn diesmal wohne ich echt gut ohne grossen Theater,was auch meiner Erkrankung zugute kommt.drücke dir die Daumen das das Problem sich zu deinen gunsten lösen lässt. LG tina

  8. Susi
    18. Oktober 2017 / 16:01

    Wenn du jemand zum reden brauchst , du hast meine Nummer Maus

  9. Ivonne
    18. Oktober 2017 / 16:30

    Du hast ja schon oft von deinen „tollen“ Nachbarn gesprochen. Ich habe ja gehofft,dass da Ruhe eingekehrt ist. :-(
    Ich hoffe irgendwann geben die mal Ruhe. Ich wünsche es dir von Herzen.

  10. NEVIN Mosdzien
    18. Oktober 2017 / 16:35

    Also wenn man wirklich keine anderen Sorgen im Leben hat als der Nachbar der Seifenblasen macht. Schlimm schlimm echt schlimm. Kein Wunder dass Krieg und Elend die Welt beherrschen. Halt durch und stell die Ohren auf Durchzug im Bereich des Möglichen.

  11. 18. Oktober 2017 / 17:37

    Hast du es mal beim Mieterverein probiert? Falls das Verhalten deiner Nachbarn eine Mietminderung ermöglicht, wird die Verwaltung ganz schnell aktiv. Und schreib da mal einen Brief an die Geschäftsführung, das hilft auch oft. Immerhin sind Lärm und Beschimpfungen nicht zu vernachlässigen!!

    • Calista
      Autor
      18. Oktober 2017 / 20:19

      Haben wir schon angedroht..haben der Geschäftsführung schon geschrieben und sogar mit Mietminderung gedroht aber nichts…

  12. 18. Oktober 2017 / 22:43

    Menschen gibt es … da bleibt einem ja die Sprache weg …
    Also ich würde wohl jeden Tag auf meinem Balkon stehen und Seifenblasen in die Welt schicken.:-D
    Da kann man nur auf Igno stellen. Ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft!
    LG JJacky

  13. 19. Oktober 2017 / 9:41

    Also wenn es da nur um Seifenblasen geht, verstehe ich das wirklich nicht. Was sind das den für Leute, man kann doch als Erwachsener über alles reden, anstatt sich so zu benehmen. Die sind ja sogar schlimmer als Kinder, und jeder weiß wie grausam unwissend die oft sind. Wir hatten auch mal eine schreckliche Nachbarin, die war schon überall bekannt für ihr schreckliches verhalten – die hat geschrien, laut gepoltert und wollte nie von etwas wissen, auch als wir sie ansprachen, war ihr das egal, es wurde sogar schlimmer. Gott sei dank ist sie ausgezogen, noch länger hätte ich das nervlich echt nicht mehr ertragen. Da hätte ich mich über Seifenblasen wirklich gefreut ;-)
    Liebe Grüße Susi

  14. Natascha Reichert
    22. Oktober 2017 / 13:49

    Ach Mensch,Du Arme!Sowas kann man echt nicht fassen,wegen wunderschönen Seifenblasen so ein Drama!!!Ich hätte mich gefreut,wenn Du neben,oder über oder auch unter mir auf dem Balkon Seifenblasen gemacht hättest.So wäre SOFORT ein angelegtes Gespräch entstanden.
    Wie SCHADE und welch Armutszeugnis für dem Mind dieser Person!
    Hoffentlich entspannt sich die Situation wieder.
    Vielleicht kann die Wohnungsgesellschaft ja dieser Person eine andere Wohnung anbieten…
    Nicht zu fassen,was es für kleingeistige Menschen es gibt.
    Ich drücke dir die Daumen,dass es besser wird!
    Und halte uns auf dem Laufenden
    Ganz liebe Grüße

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