Antidepressiva sind „in“. Seit 1995 hat sich die Verschreibung regelrecht verfünffacht, Tendenz weiter steigend. Es gibt dennoch auch weiterhin unterschiedliche Ansichten dazu, wie hilfreich Antidepressiva sind, um Symptome einer Depression zu lindern. Manche zweifeln an ihrer Wirksamkeit, andere wiederum halten sie für unverzichtbar.

Bei Antidepressiva ist es wie bei vielen anderen Medikamenten und Behandlungen auch, sie können in bestimmten Situationen helfen, in anderen nicht. Mögen sie bei einer mittelschweren bis chronischen Depression durchaus hilfreich erscheinen, so haben sie auch eine Vielzahl an Nebenwirkungen, die keineswegs außer Acht gelassen werden sollten. Wichtig ist demnach, die Vor- und Nachteile einer medikamentösen Behandlung zu betrachten.

Ziel einer Behandlung mit Antidepressiva ist schließlich die depressiven Beschwerden zu beseitigen und ein erneutes Auftreten zu lindern. Die Medikamente sollen helfen das seelische Gleichgewicht wieder zu erreichen um den Alltag wieder normal gestalten zu können. Sie sollen aber auch Schlafstörungen, Suizidgedanken und Angst lindern.

Angst ist ein Gefühl das mich bereits seit Jahren begleitet. Ich empfinde fast jede Situation als bedrohlich und nehme infolgedessen sehr viele Momente anders wahr. Die Verunsicherung meines Gefühlslebens schränkt mich dabei stark im Alltag ein. Während viele Menschen Angst vor Veränderungen oder normale Grundängste haben, ist meine Angst zwanghaft und hysterisch. Oftmals reicht schon das Läuten der Wohnungsklingel, um mich völlig aus der Fassung zu bringen. Soziale Kontakte pflege ich deswegen schon lange nicht mehr.

 

Neustart mit Pregabalin-neuraxpharm?

 

Obwohl ich seit mehr als 6 Jahren Antidepressiva nehme und an vielen Therapien teilnehme, hat sich die Angst in den vergangenen Wochen enorm verstärkt. An machen Tagen schaffe ich es weder die Rollläden zu öffnen, geschweige denn eine E-Mail zu lesen. Die Angst vor der Situation lähmt mich völlig.

Nach meiner Not-Op Anfang November (mehr dazu in Kürze) hat sich dieses Gefühl verstärkt. Längst schalte ich die Klingel aus und lass mein Handy in der hintersten Ecke der Wohnung „verschwinden“. Um diese bedrohliche Situation einzudämmen, wurde mir nun das Medikament Pregabalin Neuraxpharm (Wirkstoff Pregabalin) verordnet. Auf Escitalopram verzichte ich seither völlig.

Der Wirkstoff Pregabalin verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Dadurch werden überschießende Reaktionen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen vermindert. Doch es können auch Nervenschmerzen und Angstzustände damit behandelt werden.

 

Die ersten Tage mit Pregabalin 

 

2009 war Pregabalin auf Platz 12 der umsatzstärksten patentgeschützen Arzneimittel in Deutschland. Demnach kann man davon ausgehen, dass Pregabalin häufig eingesetzt wird. Normalerweise wird Pregabalin bei Erwachsenen zur Behandlung von Epilepsie oder peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen eingesetzt. In meinem Fall soll es jedoch eine generalisierte Angststörung „behandeln“.  Es ist in Tagesdosen von 150 bis 300 mg wirksam, eine Steigerung auf bis zu 600 mg pro Tag ist möglich. Ich hingegen fange sehr „klein“ an und nehme aktuell jeweils 25 mg morgens und abends. Die Dosis erhöht sich in den kommenden Wochen auf jeweils 75 mg. Inwiefern sich meine Ängste dadurch bessern wird sich zeigen, doch schon jetzt nehme ich erste Veränderungen wahr.

So hat sich meine Gefühlslage schon innerhalb der ersten Woche deutlich verbessert, wenn auch nur minimal. Zwar ist die Angst noch immer präsent, doch nicht mehr ganz so stark wie bisher.

Trotz aller „Erfolge“ habe ich aber auch mit einer Menge Nebenwirkungen zu kämpfen. Schon wenige Stunden nach der Einnahme nahm ich Schwindelgefühle und eine unangenehme Benommenheit wahr. Diese Nebenwirkungen zählen zu den häufigsten und finden insbesondere zu Beginn der Behandlung statt.

Weitere Nebenwirkungen wie etwa Erbrechen, Kraftlosigkeit und Muskelkrämpfe traten hingegen noch nicht auf. (toi toi toi)

Ob und wie sich mein Leben dadurch verbessern wird, ist fraglich. Doch die Hoffnung auf einen Neustart mit Pregabalin-neuraxpharm ist groß.

Janine

Kennt ihr das Medikament Pregabalin-neuraxpharm oder nutzt es vielleicht selbst? Teilt gerne eure Erfahrungen mit mir!