Stricken gegen Depressionen

Werbung/ Erst kürzlich habe ich euch über das Thema psychische Erkrankungen, die ja leider immer häufiger in der Gesellschaft auftreten, ein paar Worte verfasst. Da jeder vierte Deutsche mindestens einmal im Leben mit einer psychischen Krankheit konfrontiert wird, habe ich mir gedacht, dass Thema auch weiterhin mit auf dem Blog einzubinden und zumindest meine Sicht im Bezug moderner und theoriebegleitender Konzepte teile. Denn nicht immer kann eine Depression oder emotional instabile Persönlichkeitsstörung behandelt werden, weshalb Ärzte gerne auf eine medikamentöse Behandlung zurückgreifen, die jedoch lediglich die Symptome oder Verhaltensweisen lindern.

Um dem entgegenzuwirken, greife ich beispielsweise bewusst auf allerhand Skills zurück, die im Ernstfall helfen können. Ab einer Anspannung von 70% und mehr können demnach lediglich diese sogenannten Skills helfen, die starke sensorische Reize auslösen. Psychologen empfehlen hier eine Liste an unterschiedlichsten Helferchen wie Chilischoten essen um wieder ein Gefühl zu bekommen, in die Waschmaschine gucken um den Stress schwinden zu lassen oder Coolpacks auf die Haut legen um den Moment zu fühlen/ wahrzunehmen. Für viele mag das ziemlich seltsam klingen und auch etwas erschreckend erscheinen, aber für Borderline-Betroffene, die häufig jeglichen Hochstresssituationen ausgesetzt sind, sind diese Skills wirksame Hilfsmittel, um eine derart hohe Anspannung möglichst schnell zu beenden. Für mich waren Stresssituationen zuvor sehr unangenehm, denn sie forderten innerlich Selbstverletzungen die seither meinen Körper zieren. Nach unzählig vielen Klinikaufenthalten habe ich jedoch allerhand Möglichkeiten gefunden, dem vorzubeugen. Hilfreich erscheint in einer solchen Phase demnach sowohl bommeln als auch stricken und häkeln.

Bereits in jungen Jahren wurde mir die Thematik „Stricken“ näher gebracht, da  meine Oma liebend gerne Jäckchen und Socken strickt, die im Anschluss die Familie glücklich und zufrieden stimmen. Meine Mutti hingegen häkelt schon seit ich denken kann und bereichert mit ihren Werken unsere heimischen vier Wände. So wundert es nicht, dass die Fenster an unserem Haus mit liebevoll hergestellten Gardinen bestückt sind, die ausnahmslos von ihr hergestellt wurden. Handarbeit die von Herzen kommt und demnach wertvoller denn je erscheint.

 

Stricken – mehr als ein Hobby

 

Wann die Geschichte dieses Hobbys begann ist leider nicht nachzuweisen, jedoch wurden in den 1920er und 1930er Jahren in Dura Europos die ältesten archäologisch Textilfragmente gesichert, die zumindest von einigen Forschern als Gestricke eingestuft worden sind. Nach heutigen Einschätzungen wurden diese Maschenarbeiten allerdings nicht mit zwei Nadeln gestrickt, sondern nadelgebunden, also mit einer Art Nähnadel und aus relativ kurzen Fäden gefertigt.

Das Wort „stricken“ entstand im Übrigen als Ableitung vom Substantiv Strick.

Auch wenn das Stricken meine Krankheit nicht schwinden lässt, können zumindest für den Moment die „negativen“ und teilweise paradox wirkenden Verhaltensweisen vermieden werden. Für mich demnach ein kreatives und zugleich schönes Hobby, dass ansprechende Wohnaccessoires uvm ermöglicht, die kaum einer sein eigen nennen kann zwinker

Janine

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5 Kommentare

  1. 3. November 2016 / 23:12

    Stricken hatte ich damals in der 5. Klasse in der Schule gelernt! Dort hatten wir Handarbeitsunterricht und wir haben Zensuren auf unsere Werke bekommen Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, was ich gestrickt hatte, ich erinnere mich nur noch an mein Häkelwerk, das war ein Topflappen in Form eines Kleidchens. Und beim Häkeln bin ich auch hängen geblieben und habe viele Jahre nach der Schule wieder damit angefangen! Ans Stricken komme ich irgendwie nicht mehr ran, aber ich denke dass Hobbys, die einem Spaß machen, immer auch gut für die Seele sind!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Calista
      Autor
      6. November 2016 / 21:54

      Das finde ich cool, wenn man das auch langfristig weiter macht :)

  2. Cornelia K.
    25. Dezember 2016 / 0:47

    Toll, wie offen Du darüber sprichst… und noch toller,dass Du versuchst Wege daraus zu finden. Leide auch an Depressionen…. ich weiss wies sein kann… ich drücke die Daumen…. und Handarbeit ist super… ich setz mich dann an die Nähmaschine… alles laienhaft…aber mir egal :) bin immer stolz wie sonstwas und entspannt

  3. Nina L-m
    17. Januar 2017 / 11:20

    Ich leide auch an mehreren Psychischen Erkrankungen. Mein ultimativen Skill hab ich leider noch nicht gefunden. Wenn der Druck so schlimm ist, kann ich in dem Moment scharfe Chilis wie Gummibärchen futtern :-(

    • Calista
      Autor
      17. Januar 2017 / 11:21

      Das brauche ich zum Glück nicht, bei mir helfen dann stricken und co ganz gut :)

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