Tabuthema Tod: Wir müssen übers Sterben reden

Empfehlung/ Leben ist im Moment, wenn der Tod eintritt, nicht vorstellbar. Keine Frage, gestorben wird immer, aber das Sterben findet geradezu unsichtbar statt. Viele Menschen denken daher solange nicht über den Tod nach, bis sie selbst davon betroffen sind. In diesem Beitrag spreche ich die Angst vor dem Sterben an und den Wunsch nach Verdrängung.

Jeder muss sterben, auch ich. Diesen Satz habe ich mir schon früh eingeprägt und stets im Herzen getragen. Für mich stellt das Thema Tod und Sterben seither kein Tabu mehr dar. Vielmehr sehe ich darin eine Möglichkeit sich schon vorab damit auseinanderzusetzen und die Angst zu nehmen. Schon jetzt klagen wir über das Leid und das Älterwerden, den Verfall und die Vergänglichkeit des Körpers – doch das Thema Sterben stellt noch immer ein Tabu dar. Tabuthema Tod – lasst uns übers Sterben reden.

 

Ohne dich

Hilfe für Tage, an denen die Trauer besonders schmerzt

Mit „Ohne dich“ bietet die Autorin Trost, Verständnis und Hilfe beim Tod eines nahestehenden Menschen * an. Die Autorin musste selbst einen tragischen Verlust wahrnehmen, als im April 1998 ihr Sohn Benni sich mit gerade einmal 18 Jahren das Leben nahm. Von einer Minute auf die andere brach ihre Welt zusammen.

Als langjährige Trauerbegleiterin weiß sie: Besonders die Tage unmittelbar nach dem Tod sowie Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Hochzeitstag und der Todestag selbst erfordern Rituale, damit aus der Erinnerung eine heilende Kraft werden kann.

In diesem Buch zeigt sie anhand ihres eigenen Schicksalsschlags, wie sie sich nach dem Tod ihres Sohnes entwickelt hat. Ihre gelähmte Trauer verwandelt sie nach und nach in aktives, kreatives Tun um. Aus Leid entsteht plötzlich Sinn. Freya v. Stülpnagel lässt uns an ihren Gefühlen, Gedanken und Handlungen teilhaben. Gesteht sich Schwäche ein, aber zeigt auch, wie stark man nach einem solchen Erlebnis ist. Sie gibt ihren Beruf als Juristin auf und ist inzwischen langjährige Trauerbegleiterin.

Das Buch ist für Trauernde ein wertvoller Wegweiser der beweist, dass wir durchaus trauern dürfen aber auch den Weg in Richtung Zukunft bestreiten müssen. Durch authentische und praxisnahe Ratschläge hilft sie die Trauer zu verstehen und den Verlust zu akzeptieren.

Ein bemerkenswertes Buch, dass Trauernde in der wohl schlimmsten Zeit ihres Lebens helfend unterstützen kann.

Erscheinungsdatum: 2. April 2012

 

Warum nur?

Trost und Hilfe für Suizid-Hinterbliebene

Auch mit „Warum nur?“ schafft es Freya v. Stülpnagel das Thema Tod auf authentische Weise zu überdenken. Die Nachricht vom Suizid* ihres Sohnes war ein Schock. Schon kurze Zeit danach musste sie die Beerdigung organisieren. Für viele eine fast nicht zu bewältigende Situation. Anschließend kommen Trauer, Schuld- und Versagensgefühle auf. Die Autorin hat dies selbst erlebt. Nach einer Zeit tiefster Niedergeschlagenheit integrierte sie diesen Schicksalsschlag ins Leben. Sie weiß, wovon sie spricht, wenn sie Hinterbliebenen mit ihrem Rat zur Seite steht.

Mit diesem Buch nimmt sie Hinterbliebene ein Stück weit an die Hand um diesen tränen- und dornenreichen Weg gemeinsam gehen zu können. Kleine Gedichte und Geschichten sorgen für seelische Ruheplätze. Mit praktischen Hinweisen gibt sie Impulse, auf welche Weise Angehörige und Freunde für die Trauernden da sein können.

Ein unglaublich toller, liebevoller und authentischer Begleiter, der nicht nur nach dem Suizid eines Liebsten geeignet ist.

Erscheinungsdatum: 25. Februar 2013

 

Nach dem Tod meines zweiten Kindes habe ich mich intensiv mit dem Thema Sterben befasst. Denn direkt, nachdem die Fehlgeburt eingetreten war, überrannten mich Ängste und unzählig viele Schuldgefühle. Ich dachte an die vielen schönen Stunden mit Baby im Bauch und sehnte mich zeitgleich nach der gemeinsamen Zukunft. Tabuthema Tod ? Nicht in meinem Leben!

Stärke und Kraft gewann ich durch die vielen Bücher und Wegbegleiter, die seither meinen Alltag zieren. Jede freie Minute wird zum Lesen genutzt. Ich bilde mich auf diese Weise weiter und therapiere mich zeitgleich selbst.

Der Tod sollte keineswegs ein Tabuthema sein, denn irgendwann werden wir uns alle damit befassen müssen. Egal wie schmerzhaft es auch sein mag, sterben gehört zum Leben dazu.

Janine

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4 Kommentare

  1. Christine Spr
    2. Juni 2019 / 22:10

    Ein schwieriges Thema – auch wenn man liebe Menschen sterben sehen muss

  2. Lisa
    18. September 2019 / 16:23

    Ein sehr komplexes aber meeeeeega wichtiges Thema!!!
    Danke für deine Offenheit, Janine :*

  3. Lisa
    18. September 2019 / 16:26

    Verluste treffen nämlich jeden Menschen! Es sollte kein Tabu sein … hoffentlich macht dein Text anderen mehr Mut zumindest im Privaten offen darüber zu reden statt zu blocken, sich zurück zu ziehen und alles mit sich alleine ausmachen zu wollen. Niemand ist alleine mit seiner Trauer!!!

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