Terror – Ihr Urteil von Ferdinand von Schirach [Das Erste]

Werbung/ Urteile, Beschlüsse und Verfügungen haben eines gemeinsam – nicht immer sind alle mit der Entscheidung, die einseitig durch ein Gericht verkündet wird, zufrieden. Dabei ist ein Urteil eine gerichtliche Entscheidung, die mithilfe des Gesetzes gefällt wird und demnach ausdrücklich eine Entscheidung im Namen des Volkes darstellt. Doch was passiert, wenn man plötzlich selbst einem solchen Beschluss gegenüber steht und zwischen Freispruch und Verurteilung entscheiden muss?

In den vergangenen Tagen habe ich mich ständig mit genau dieser Thematik befasst und bis dato noch immer keine endgültige Entscheidung fällen können.

Bereits kommende Woche wird es unzählig vielen Menschen ähnlich gehen, denn sie entscheiden, ob man 164 Menschen töten darf, um 70.000 zu retten. Möglich macht das der Film „Terror-Ihr Urteil“, der am 14.Oktober in 100 ausgewählten Kinos sowie am 17.Oktober seine Premiere im ARD feiern wird. Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller und Jurist Ferdinand von Schirach entwirft in „Terror-Ihr Urteil“ ein Gedankenexperiment als erschreckend aktuelles Gerichtsdrama. Dabei steht das Gericht vor einer schweren Entscheidung, ob der Kampfpilot Lars Koch eine Lufthansa-Maschine abschießen darf, um zu verhindern, dass ein Terrorist das Flugzeug auf die vollbesetzte Allianz Arena stürzen lässt.  Weil es keinen Befehl gab und er sich eigenmächtig über geltendes Recht hinwegsetzte, muss sich der 31-Jährige jetzt verantworten. Für den Familienvater ist klar, dass er als Soldat im Kampf gegen den Terrorismus nicht anders handeln konnte. Doch ist Lars Koch ein Held oder ein Mörder?

Darüber verhandelt die große Strafkammer des Schwurgerichts Berlin.

Terror – Ihr Urteil“

Copyright: MOOVIE

„Terror – Ihr Urteil“

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„Terror – Ihr Urteil“

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„Terror – Ihr Urteil“

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Im Anschluss an die Schlussplädoyers ist allerdings nicht das Gericht, sondern der Zuschauer in einer multimedialen Abstimmung aufgefordert, über Schuld oder Unschuld zu urteilen. Im Rahmen eines „hart aber fair„- Spezial mit Frank Plasberg diskutiert im Anschluss an die Urteilsverkündung eine Expertenrunde über die Entscheidung des Publikums sowie über die ethischen und juristischen Grundlagen des Falls.

Kurz und knapp, der Zuschauer schlüpft in die Rolle des Gerichts und entscheidet, mit welchen Folgen Lars Koch (gespielt von Florian David Fitz) zu rechnen hat. Das besondere am Film ist demnach, dass der Zuschauer sowohl im Kino als auch bei der Ausstrahlung im TV das Urteil „schuldig oder nicht schuldig“ fällt. Je nachdem wie sich der Zuschauer entscheidet wird nach der Abstimmung das passende Ende „Verurteilung“ oder „Freispruch“ eingespielt.

 

Wie würdest du entscheiden? Freispruch oder Verurteilung?

 

Nachdem man sich den Fall, die Zeugenaussagen sowie Plädoyers angehört hat, dreht sich der Richter am Ende des Films zum Publikum vor dem TV um und stellt folgende Frage: „Wie würden Sie entscheiden?“ Danach wird die Sendung „hart aber fair“ mit Frank Plasberg eingeläutet, welcher das Publikum zur multimedialen Abstimmung über das Urteil aufruft.

Lange habe ich mir Gedanken darüber gemacht und überlegt, wie ich in einem solchen Fall entscheiden würde und kam letztendlich zu dem Entschluss, dass er den Freispruch verdient hätte. Ja, er hat Menschen in den Tod gerissen, hat über ihr Leben entschieden und sich einem Befehl widersetzt. Dennoch empfand ich die Entscheidung als richtig, da noch weitaus mehr Opfer dem Terrorismus zu Falle gekommen wären.

Die Vorfreude wie die Zuschauer entscheiden werden ist enorm, weshalb ich gespannt bin zu welchem Ergebnis wird am Ende gelangen. Definitiv ein sehenswerter Film, der mit einer Top-Besatzung begeistert und ein spannendes Thema aufgreift.

Abstimmen könnt ihr hier:

Janine

 

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2 Kommentare

  1. nici
    13. Oktober 2016 / 18:27

    Hmm…
    Ich glaube solche Themen können mächtig schief gehen und zum streit führen.
    Jeder Mensch hat ja seine eigene Meinung. Sei es mit der Abtreibung „gegen diese ich zum Beispiel bin“ oder eben in diesem Fall. Wenn ich 70.000 Menschen Retten kann, indem ich 164 Töte? Die Frage wäre für mich schnell beantwortet. Ich würde keinen Freispruch geben. Jemand der ein Leben nimmt, sollte bestraft werden. Aber wie schon geschrieben, jeder sieht es anderes. Ich glaube, ich bin einer der Menschen der Taten nicht ruhen lassen kann.

    Auf jeden Fall sehr interessant geschrieben.

    Alles liebe

  2. 17. Oktober 2016 / 15:48

    Habs schon bei Nina gelesen und find das sooo spannend. Werd mir das heute Abend auf jeden Fall reinziehen und danach fleißig mit diskutieren :-D Eure Berichte im Vorfeld haben meine Neugierde nochmal ungefähr verzehnfacht. ORRR!!

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