…und alles schien so hoffnungslos

Werbung/ Wir geben jedem Tag die Chance der schönste unseres Lebens zu werden um uns von vergangenen Tagen zu lösen und stets mit einem Lächeln auf den Lippen die nachfolgenden Schritte zu bestreiten. Trotz allerhand Mut und Kraft, scheitern wir dabei jedoch oftmals an den kleinsten Hürden und lassen uns selbst von minimalen Einflüssen die Freude im Herzen rauben. Regelmäßige feindselige Angriffe haben sich Tag wie Nacht in den Weg gestellt und sowohl negative Gefühle als auch starke Verunsicherungen hervorgerufen, die allerhand schmerzvolle Folgen im Arbeits- und Leistungsverhalten mit sich zogen.

“ Einst noch wurde ich mit Steinen beworfen, tat einen Schritt außerhalb meines unschuldigen Herzens und bereitete mich darauf vor, mich zu hassen. Heute hingegen sieht man mich lachen, doch weiß noch immer nicht wie es um mich steht. Mein Innerstes von Hass zerfressen, fühle ich wie mich der Schmerz zerreißt. Die Folgen von Mobbing haben meine Lebensqualität im Nu getrübt und mich in Dunkelheit schwimmen lassen. Das Licht verschluckt zerre ich mich seither mit einem faulen Geschmack auf den Lippen durch den Alltag und teile die stumme Ewigkeit mit. So paarte sich meine Hoffnung mit der Angst und hüllte meine Welt in Flammen, deren Ruf mich stärker, immer schneller umgarnte. Nur mein Pulsschlag war zu dieser Zeit präsent und teilte mit mir die Enttäuschung und mein Leid. Geplagt von massiven gesundheitlichen Schäden zwang es mich in die Knie und riss mit sich finanzielle Schäden, Erwerbsunfähigkeit und Frühverrentung. Gefangen in meiner eignen Hölle bin ich seither ein gefallener Engel, der sich in den Abgrund stieß und vom Trost der Dunkelheit kosten durfte.

Viel zu lange habe ich vermisst wer ich wirklich bin. Sah die Funken vor meinen Augen tanzen um mit ihnen gemeinsam wieder unterzugehen. Wurde gequält, schikaniert und seelisch verletzt. Hörte meine Haut beben und meinen Mund Lügen. Blieb stehen doch wünschte mir, ich könnte gehen. Aufgewühlt von Hohn und Spott verlief ich mich im schwarzen Tal und konnte ganz plötzlich nichts mehr sehen. So riss es mich nieder im vollen Lauf und raubte mir im Nu die Freude im Herzen. Selbst der Glanz in meinen Augen schwand und hinterließ allerhand Leere deren Schwarz dem Inneren meiner Seele glich.

Seither lebe ich wie die Flut am See und blicke tief hinter den Sturm meiner Augen. Zitternd stehe ich da und lasse mich verzehren, folge dabei bewusst dem Licht doch werde nie zurückkehren. Höre wie die Gedanken und Zweifel mich zerfleischen. Will aufrecht leben, doch weiß nicht ob es sich lohnt. Wollte es zerbrechen, doch habe es nicht geschafft. Aufgesetzt wirkt mein Dauerlächeln, von Scham verletzt. Träumte von der Freiheit, blieb zugleich jedoch in meiner eigenen Welt. In einer Zeit, die wie eine Zeichnung verblasst und mit ihrer Ungewissheit fast um den Verstand bringt. Ich erstarrte und erschien ungeachtet dessen so zart und wandelbar.

Und mag meine Welt noch so oft in kleine Stücke zerbrechen, kann ich mich dank ihr durch den endlos grauen Tag wagen und Dank Lücken im Gedränge einen Blick riskieren. „

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Nie war ich so wertvoll wie heute.

Nach mehr als 1460 Tagen wird es Zeit meiner Geschichte eine Stimme zu geben und die schmerzvollen Ereignisse in Worte zu fassen. Geplagt von Kummer und Leid, sprach die Seele seither ihre eigene Sprache und riss mit sich die Freude im Herzen. So war ich einst stets bemüht meinen Mitmenschen ein Lächeln zu schenken und ihnen konstant den Rücken zu stärken. Ging meine Wege im Traum und durchquerte bemüht das schwarze Moor. Ließ die Stille und Dunkelheit hinter mir, um wie im Flug durch mein Haar zu streichen. Quälte mich letztendlich mit entsetzten Blicken durch die dunkle Nacht und nahm blutverschmiert Abschied von der Hoffnung und dem Schimmer.

Endete dort wo ich einst begann – und alles schien so hoffnungslos.

Mobbing ist ein seelisches Verbrechen auf Raten! Franz Schmidberger

Janine

23 Kommentare

  1. Melanie Aßmann
    16. November 2015 / 8:43

    Ach Janine. Ich glaube wir würden uns im realen Leben super verstehen. Meine Geschichte ist fast identisch. Chronisch krank, Mobbing auf der Arbeit. Da durch brach mein Rheuma in einen 9 Jahren langen Dauerschub aus. Berentet mit Anfang 30 weil es keine Medikamente mehr gab. Ich kann das alles nach vollziehen. Doch das wertvollste was wir haben, ist die Familie. Wenn keiner mehr bleibt, sie stehen hinter einem. Lasse dich mal drücken

  2. Jessica bann
    16. November 2015 / 9:45

    Ein mutiger Bericht von dir!
    Weiterhin viel kraft!

  3. Doreen Scharrmann
    16. November 2015 / 9:47

    Mobbing ist das schlimmste was es gibt. Es zerstört Seelen, Leben und Lebensfreude. Jemand aus meiner Familie steht auch genau in so einem Schwerpunkt und man kann garnicht richtig glauben was da passiert. Ich habe oft so viel Wut im Bauch gegenüber diesen Mobbern . Einfach nur zum kotzen. Sie zerstören junge Menschen und das so bewusst. Das kann man garnicht so richtig in Worte fassen :-(
    Ich bin erschüttert.

  4. 16. November 2015 / 9:50

    Ich verstehe einfach nicht, wie Menschen so gemein sein können. In der heutigen Welt aber leider die Wahrheit. Neid ist auch so zerfressend, dass man anderen einfach weh tun möchte. Schrecklich.

    Dein Beitrag hat mich sehr berührt liebe Janine.

    Drück dich
    Jana

  5. Anja Kehring
    16. November 2015 / 9:53

    Liebe Janine,
    Eigentlich ist jeder Kommentar überflüssig, trotzdem möchte ich etwas dazu schreiben.
    Ich finde es verdammt mutig, das du deine Geschichte so frei erzählen kannst und das auch noch so, das man sie gut nachvollziehen kann. Irgendwie hab ich das Gefühl, du hast in meine Seele geschaut, denn das was ich las, klang so, als ob es aus meiner Seele kam. Mehr schreib ich jetzt, sonst fang ich an zu heulen.
    Liebe Grüße

  6. Mona
    16. November 2015 / 9:57

    Mobbing wird leider immer noch tot geschwiegen .
    Deinen Mut bewundere ich , deine doch innere Stärke ,obwohl du machmal zerbrichst . Mühsam das Puzzle wieder zusammenzusetzen versuchst .
    Liebe Janine , du bist nicht nur mir wertvoll , vergiss das nie .. Vergessen grausame Taten kann man nicht aber vlt verarbeiten .

    Für Mut und Wertschätzung

    Für Mut und Wertschätzung
    schick ich den Himmel zu dir.
    Beschützend und mit Sternen
    verneigt er sich vor dir.

    (© Monika Minder)

  7. 16. November 2015 / 13:28

    Mobbing ist mit eine der schlimmsten Verbrechen an der Seele, die Menschen durchführen.

    Deine Gefühle kann ich so gut nachvollziehen.

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg raus findest. Raus aus dem Sumpf, aus dem Morrast aus (Selbst)hass, Zweifeln und Dunkelheit. In das Licht und ein Leben, dass nicht im Morrast stattfindet. Sondern in einem schönem Wald mit Bäumen, viel Licht und Waldlichtungen.

    Bei mir ist es jetzt 15 Jahre her wie sich alles änderte. Meine Vergangenheit mich einholte und ich nicht mehr so funktionieren konnte, wie man es gewöhnt war von mir. Das schon vorhandene Mobbing -das ich immer so wegsteckte- wurde schlimmer. Je öfter ich ausfiel um so heftiger wurde es.

    Du bist nicht alleine! Nicht mit deinen Erlebnissen, nicht in deinem Sumpf aus Dunkelheit und (Selbst)hass. Der Weg raus ist schwer und steinig. Und auch, wenn ich meistens im Wald voller Licht lebe so finde ich mich immer wieder im Sumpf wieder…

    Vergessen ist schier unmöglich. Verarbeiten schwer. Richtig leben? Machbar, aber der schwarze Monster lauert ständig im Hintergrund. Stets bereit mich wieder zu verschlucken.

    Und auch, wenn ich das weiß, so hoffe ich für dich, dass du einen Weg findest zu verarbeiten – und wieder richtig zu leben.

  8. Chris Schiefer
    16. November 2015 / 13:37

    Liebe Janine,
    ich kann dir deine Worte so was von nachempfinden. Durch diese Hölle bin ich auch gegangen. Mobbing im Büro und letztendlich der Zusammenbruch morgens im Büro. Beruhigungsspritzen, Anti- Deppressiva und Gesprächstherapie. Zu „guter“ Letzt dann durch das Ganze ein heftiger Ausbruch meiner Autoimmunkrankheit.
    Was mir wirklich geholfen hat, war….. Reden, Reden, Reden . Ich redete mit meiner Familie, lernte um Hilfe und Verständnis zu bitten. Das war schwer, aber auch das was mir am meißten geholfen hat. Ich mußte nicht mehr versuchen für andere Leute stark zu sein. Ich durfte an kritischen Tagen schwach sein ohne mich schämen zu müssen.
    Öffne dich Leuten denen du vertraust und frage um Hilfe. Versuche nicht immer stark zu sein, denn daran zerbricht auch der stärkste Mensch.
    Ich drücke dich mal ganz dolle <3

  9. Nessa
    16. November 2015 / 14:09

    Ach herrje…ich kann dich so gut verstehen..habe fast die selben Gedanken. Ich kann dir den Tipp geben nicht immer zu versuchen stark zu sein. Es ist ok mal nach Hilfe zu fragen und zu zeigen dass man mal etwas nicht kann oder einem Alles zu viel wird.musste ich auch erst lernen aber ich habe es geschafft. Habe auch nur meinen freund dem ich wirklich alles erzählen kann und der immer für mich da is – wenn du mal reden willst hast du hier bei uns genug offene Ohren

    • 17. November 2015 / 15:06

      Ich kann Nessa nur zustimmen.
      Schön das sie sie passenden Worte gefunden hat, das fiel mir nämlich schwer.

  10. E-Marie
    16. November 2015 / 15:36

    In vielen Dingen lese ich mich wieder doch das Ende ist bei mir anders nach dem 3ten Schlaganfall wurde Einsamkeit mein Begleiter.

    Doch versuche ich die schönen Dinge im Leben zu sehen auch wens of schwer fällt,man hat nur ein Leben dieses gilt es zu Leben !

  11. Kathrin Nöbel
    16. November 2015 / 16:53

    Hallo meine Liebe….hab nen dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen!Es ist grausam was Menschen anderen Menschen antun können.Ich wünsche Dir ganz viel Kraft das alles durchzustehen….den Mut dich zu öffnen hattest du schon,das ist ein guter Schritt! Fühl dich ganz fest gedrückt und liebe Grüße sendet dir Kathrin

  12. Daniela hoffmann
    16. November 2015 / 18:46

    Mobbing ist das schlimmste. In der Schule damals besonders. Daheim hat man sich verkrochen. Aber heute lache ich drüber. Hab einiges geschafft was andere nicht geschafft haben.

  13. 16. November 2015 / 18:57

    Selbst die schönsten Worte können die Gespenster der Nacht nicht in passende Gewänder kleiden! Ich bin froh, dir meine Gedanken dazu schon persönlich übermittelt zu haben, denn treffende Formulierungen fallen mir gerade nicht mehr ein. Ich leide mit dir und wünsche dir sehr viel Kraft für deinen Kampf. Ich bin mir sicher, dass du als Phönix wiederkehrst!

    Alles Liebe,
    Yvonne

  14. Lisa
    16. November 2015 / 21:20

    Ich hab Tränen in den Augen es geht dir sicher besser jetzt wo du dir alles von der Seele geschrieben hast! Alles gute

  15. Ramona
    17. November 2015 / 19:24

    Mona Li bei Facebook. Hallo
    Dein Bericht hat mich direkt im Herzen getroffen und ich verstehe genau wie du fühlst, auch ich wurde angefeindet und schlecht gemacht, ich traute mich kaum noch vor die Tür. Ich möchte nicht sagen, was passiert ist, zu schlimm ist die Erinnerung. Ich hätte mein Leben fast schon aufgegeben, weil ich keine Kraft mehr hatte, mich gegen all die bösen Zungen zu wehren. Ich habe meinen kompletten Freundeskreis aufgegeben und bin weggezogen. Nun bin ich zwar viel alleine, aber sauglücklich

  16. lara00705
    17. November 2015 / 20:07

    Menschen können grausam sein. Das schlimme daran ist ja, dass die meisten Mobber nicht mal verstehen, was in ihrem „Opfer“ vorgeht, was sie dieser Person an Lebensfreude nehmen und in ihr zerstören. Für sie ist es nur Spaß, nichts schlimmes, dabei ist es die Hölle, wenn man so etwas durchleben muss..

    Der Beitrag hat mich wieder mal total zum Denken angeregt und berührt.

    Ich wünsche dir viel Kraft.
    Bleib stark!

  17. Martina Schlüter
    17. November 2015 / 20:32

    Der Text hat mir richtig Gänsehaut gemacht. Manche Gefühle die du beschrieben hast, habe ich auch empfunden, aber nicht aus dem gleichen Grund. Ich musste mir teilweise die Tränen verkneifen:-(
    Das ist ein sehr emotionaler Text und es war für dich bestimmt nicht einfach den Text zu schreiben- Klasse

  18. Christina P.
    17. November 2015 / 21:23

    Ich werde nie verstehen, warum einige Menschen so grausam sein müssen. Dass sie glauben, sie wären größer, wenn sie andere versuchen, klein zu machen. Mir ging es auch immer schlechter, gesundheitlich und psychisch, mehreres kam zusammen. Bin grad dabei, wieder den Berg zu erklimmen, wieder ich selbst zu werden. Es klappt noch längst nicht an jedem Tag, benötige noch viel „Ruhe“, wie ich es nenne. Aber ich will es schaffen!

  19. Sarah
    18. November 2015 / 23:19

    Ich finde Deine Art zu schreiben einfach beeindruckend und auch Deinen Mut so offn zu schreiben! Respekt!

  20. Sandra
    19. November 2015 / 20:40

    Wow, der Bericht ist wirklich wahnsinnig klasse geschrieben. Es klingt wie aus einem Buch =)
    Du kannst wirklich toll schreiben.

    Ich finde es sehr mutig von dir, dass du so etwas persönliches mit uns teilst.

    Fühl dich mal gedrückt =)

  21. Kimonia
    20. November 2015 / 16:00

    Hallo Janine,
    ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich dein Bericht sehr berührt hat. Ich habe ihn tagelang nicht aus meinem Kopf bekommen. Ich hatte bis jetzt noch niemanden in meinem Umfeld, dem sowas passiert ist und mir war auch nicht Bewusst wie hart das Thema Mobbing sein kann und was es bei Menschen anrichten kann. Das hat mich sehr traurig und zugleich richtig wütend gemacht, dass es „Menschen“ gibt die überhaupt keinen Respekt vor ihren Mitmenschen haben und sie sogar bewusst zerstören wollen. Es tut mir sehr leid für dich, aber auch allen, denen ähnliches widerfahren ist. Ich finde es überaus mutig, dass du diesen Bericht geschrieben hast und dich für uns geöffnet hast und uns dieses Thema etwas näher gebracht hast.
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und vor allen Dingen viel Liebe, Kraft, Mut, Zuversicht und positive Gedanken!

  22. Peggy
    29. November 2015 / 20:32

    Dein Bericht hat mich sehr gerührt ich wünsche dir ganz viel Kraft mach weiter so

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