Wie die Fensterbank zum Minigarten wird: Der Indoor-Garten

[Werbung] Nicht immer war ich mit dem zufrieden was ich besaß, doch ich fügte mich meinem Schicksal und lernte zu akzeptieren. Mal abgesehen davon, dass wohl ein jeder volle Geldbörsen wünschte und ein sorgenfreies Leben ohne Schuld, Verlust und Krankheit vollziehen wollte, waren meine Wünsche doch sehr minimal. So erträume ich mir seit jeher ein eigenes Fleckchen Erde, dessen Grund lediglich durch meine Sorgfalt gedeihen könne.

In jungen Jahren verbrachten wir sehr viel Zeit auf dem Land, zwischen Wiesen und Wäldern deren Düfte auch heute noch Erinnerungen wecken. Wir naschten an den Früchten harter Arbeit, halfen die Erde zu bestücken und genossen den Frieden einer herrlichen Kindheit. Zu jener Zeit war ich keineswegs an Gartenarbeit interessiert und überließ diese anstrengende Aufgabe meinem Großvater, doch trotz aller Abneigung dem gegenüber war ich doch froh diesen Fleck nutzen zu dürfen. Ich schätzte die Natur und all ihre Fassetten, begann das Leben zu verstehen und dachte über die Zukunft nach. Es schien alles perfekt, so als würde die Welt still stehen und uns diesen Augenblick in vollen Zügen erleben lassen. Doch mit der Zeit nahm auch das Dasein sein Ende und sowohl geliebte Menschen als auch dieser friedliche Ort schwanden. Gefolgt von Missgunst und Gier wurde meine Kindheit binnen kürzester Zeit um eine Erinnerung ärmer. Mit ihr schwand der Geruch des frisch gemähten Grases, das Kitzeln auf der Haut zarter Sonnenstrahlen sowie das Summen fleißiger Bienchen. Zurück blieb eine Träne, die wohl nie getrocknet werden kann.

Manchmal fuhr ich mit dem Auto vorbei und blickte mit Sehnsucht auf das was einmal war. Dachte an die vielen Momente die wir gemeinsam verbrachten und gierte nach dem Geschmack der sorglosen Freiheit. Sollte es das gewesen sein?

 

Wie die Fensterbank zum Minigarten wird: Der Indoor-Garten

Die Jahre vergingen und ich entschied mich für einen großen Schritt fernab meiner Familie und Freunde. Stundenlange Autofahrten trennen mich seither von dem, was einst mein Leben war. Mein Dasein erstreckt sich schließlich auf eine große Wohnung, deren Fenster sehr viel Licht gewähren und dessen Nachbarschaft einen Platz im Herzen fand. Doch zwischen all diesen kostbaren Dingen fehlte es doch an etwas ausschlaggebenden: dem eigenen Grund und Boden.

Für einen eigenen Garten wären ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, doch es mangelt an Ausdauer und Wissen meinerseits. Zudem machte ich mir Sorgen dieser Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Ein Garten braucht immerhin sehr viel Pflege. Nichtsdestotrotz habe ich mir meinen Wunsch erfüllt, auch wenn dieser in einer Miniaturausgabe seither meinen Alltag prägt. Wo einst noch der Rollladen Dunkelheit in den Raum brachte, steht seither ein kleiner Garten, dessen Saat in naher Zukunft meinen Gaumen zufrieden stimmen soll. Liebevoll umgarnt von weißen Zaunlatten und einem niedlichen Häuschen, wird künftig Leben in Form von Kräutern entstehen.

Wann und ob ich überhaupt mit einer schmackhaften Ausbeute rechnen kann, ist mir nicht bewusst. Jedoch zu wissen das man seiner Kindheit trotz Plattenbau und Stadtleben auf diese Art nah sein kann, besänftigt den Kummer vergangener Tage. Und ich bin mir sicher, irgendwann wird meine Fensterbank zum perfekten Minigarten, der auch meinen Nachwuchs zufrieden stimmen kann. Denn ganz gleich wohin es einen auch verschlägt, im Herzen sind Erinnerungen stets präsent.

Janine

14 Kommentare

  1. marieschindler
    15. Februar 2018 / 8:27

    Das ist eine richtig tolle Idee, wenn man keinen eigenen Garten hat, aber doch ein bisschen Grün um sich herum haben möchte. :)
    Liebe Grüße,
    Marie

    • Calista
      Autor
      15. Februar 2018 / 13:13

      Definitiv so hat man zumindest ein bisschen Gartenfeeling in den heimischen vier Wänden

  2. 15. Februar 2018 / 11:06

    Oh das ist ja wirklich so eine süße Idee. Da holt man sich die Natur einfach ins Wohnzimmer! :)

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

  3. Nicole Neef
    15. Februar 2018 / 13:05

    Das ist genau Meins! Nicht so groß, nicht zu arbeitsintensiv und echt süß!

    • Calista
      Autor
      15. Februar 2018 / 13:17

      Hihi ja so geht es mir auch :D

  4. danivomdach
    15. Februar 2018 / 13:27

    Ich hatte letztes Jahr einen riesigen Garten und gar keine Zeit mich darum zu kümmern. Ich werde jetzt im Sommer mal neben dem Haus machen, ein kleines Hochbeet oder so. Richtiger Garten ist auch vieeeeel Arbeit.

    • Calista
      Autor
      15. Februar 2018 / 13:32

      Ja deswegen ist so n richtiger Garten nichts für mich. An sich echt schön aber einfach zu viel Arbeit die ich nicht schaffen würde

  5. Ivonne
    15. Februar 2018 / 17:11

    Schöner Minigarten. Ich wünsch dir eine reiche Ernte.

    • Calista
      Autor
      15. Februar 2018 / 21:43

      Danke :D im Moment sieht es eher schlecht aus aber vllt wird es noch :)

  6. Astrid Scholz
    15. Februar 2018 / 17:54

    Der ist zauberhaft Janine,klein und fein . Du wirst sehen wenn es sprießt, das erfreut ein dann auch . LG Astrid

  7. Natascha Reichert
    15. Februar 2018 / 22:12

    Ein wunderschöner Artikel,traurig zwar aber auch voll mit Herzblut , Kreativität und auch Hoffnung.
    Ich wunswün Dir ,dass Dein kleiner IndoorgarIndo gedeiht und sende Dir Grüße
    By the way
    es gibt so Pflanztaschen,die man zum Beispiel am Balkon an die Wand hängen kann,schon mal gesehen?
    Gruß
    Tascba

  8. Verena Stadler
    16. Februar 2018 / 11:11

    Super Idee & ein richtiger „Hingucker“ in jeder Wohnung ️

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere