Wie viel Trauer ist normal, wenn das Haustier gestorben ist?

Wenn ein geliebtes Haustier stirbt, ist der Verlust für uns Menschen oft nur schwer zu verarbeiten. Der Tod hinterlässt in uns Leere – eine Lücke, die nur schwer bis gar nicht wieder zu füllen ist.

Ganz unerwartet und plötzlich verstarb vor wenigen Tagen mein geliebter Gecko Lathgertha. Ein Leopardgecko aus der Familie der Lidgeckos, die dämmerungs- und nachtaktive Bodenbewohner sind und hauptsächlich in den Steppen von Pakistan, Nordwestindien und Afghanistan beheimatet sind. Lathgertha war ein fester Bestandteil meiner kleinen Familie und davon keineswegs mehr wegzudenken. Ein Leben ohne sie schien zu jenem Zeitpunkt schier unmöglich wurde nun jedoch zur bösen Realität.

Mit Tränen auf den Wangen fuhren wir mitten in der Nacht zu einem uns bis dato unbekannten Tierarzt, der zu diesem Zeitpunkt Notdienst hatte. Die Hoffnung auf Heilung war enorm, zeitgleich aber doch auch so unglaublich fern. Kaum angekommen sank ich regelrecht in mich zusammen und nahm nur bedingt die Situation wahr. „Lagi“ weiste keinerlei Lebensmut mehr hervor und hat sich selber längst aufgegeben. Worte, die sich wie ein Messer in mein Herz bohrten.

Wenige Minuten später mussten wir sie zu den Engeln ziehen lassen.

Wie viel Trauer ist normal, wenn das Haustier gestorben ist?

Ist das geliebte Haustier beim Tierarzt eingeschläfert worden, übernimmt dieser meist die Überführung in die Tierverwertungsanstalt. Dort wird der Körper des Tieres verbrannt. Wir haben uns jedoch für ein Begräbnis im heimischen Garten entschieden um unseren Liebling stets in der Nähe zu wissen. Generell dürfen Kleintiere übrigens im Garten vergraben werden, sofern diese nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben sind. Außerdem darf der Garten nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen.

 

Wie viel Trauer ist normal, wenn das Haustier gestorben ist?

Seit diesem schmerzhaften Verlust fühle ich mich unglaublich schwach und einsam. Zwar war Lathgertha kein typisches Haustier das man regelmäßig bekuscheln und beschäftigen konnte, dennoch bedeutete sie mir alles. Ein Tier, das einen über Jahre begleitet, mit dem man Freud und Leid geteilt hat, loszulassen, ist schwierig und kann auch oft nahezu traumatisch sein. Jedoch ist es völlig in Ordnung sich Zeit zu nehmen um den Verlust zu verarbeiten.

Wer seine Traurigkeit versucht zu unterdrücken, wird irgendwann von ihr eingeholt. Daher ist es besser den Schmerz, den der Tod des Haustieres in einem auslöst, an sich herauszulassen.

Auch wenn Lathgertha „nur“ ein Leopardgecko war, hat sie mein Leben doch enorm bereichert. Täglich habe ich sie mehrfach begrüßt und hinterfragt wie ihr Tag war. Auch wollte ich wissen ob sie gut geschlafen hat, stets mit dem Wissen im Hinterkopf, das sie ja doch nicht antworten wird. Dennoch hat sie es getan, indem sie aufmerksam meinen Worten lauschte und bis über beide Ohren lächelte. Ja, Lagi war tatsächlich etwas besonderes. Ein Lebewesen, das mein Leben so stark beeinflusst hat und mit ihrem Lächeln Freude bereiten konnte. Doch nun ist sie weg. Hat mich alleine gelassen und so unglaublich viel Leere offenbart.

Ich kann nicht sagen wie viele Tränen bereits gelaufen sind. Wie oft ich zusammen gesackt bin und das Leben satt hatte. Wie häufig mein Herz den Schmerz nicht mehr ertragen konnte.

Wie viel Trauer letztendlich normal ist, lässt sich wohl auch nicht wirklich beantworten. Demnach empfinde ich es auch keineswegs als schlimm meinem Kummer freien Lauf zu lassen. Schließlich starb nicht einfach nur ein Tier, sondern ein Familienmitglied, dass unser Leben bereichert und vollendet hat.

Ich liebe Lathgertha.

Und vermisse sie. 

Janine

19 Kommentare

  1. Nathalie Brüggen
    6. Dezember 2017 / 16:57

    Ich weiß wie du dich fühlst ich glaube ich würde genauso in ein trauer Loch fallen wenn eines meiner geliebten Tiere sterben würde sei es unsere Hündin unser Kater einer unserer Schlangen Fische oder Geckos.
    Wobei es bei unseren Fischen ja schon mal öfter vorkommt und ich damit mitlerweile umgehen kann.
    Aber ich glaube bei einem unserer anderen Familienmitgliedern würde ich echt in ein tiefes Schwarzes Loch fallen.
    Für mich haben Tiere auch eine Seele und ich kümmer mich liebevoll um sie ich rede auch mit meinen Schlangen und Geckos genauso wie mit meinem Hund und Katze.
    Vor ein paar Monaten mussten wir unsere andere Hündin leider abgeben da wir trotz vielem Trainings und viel arbeit feststellen mussten das wir ihr nicht gerecht werden können sie wurde sehr agressiv uns gegenüber und war überfordert da mussten wir uns für diesen Schritt leider entscheiden.
    Sie ist zwar nicht gestorben und ich wollte nur das beste für sie aber ich habe heute noch sehr daran zu knabbern und vermisse sie noch heute.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft das du deinen verlust seines Tages verarbeiten kannst und drücke dich mal ganz lieb

    • Calista
      Autor
      6. Dezember 2017 / 23:32

      Oh kann mir vorstellen, dass diese Situation und Entscheidung sehr schmerzhaft für euch war :(

  2. Ivonne Prenz
    6. Dezember 2017 / 16:59

    Oh Janine

    Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume, ich leb´ in euch und geh´ durch eure Träume.“

    Ich fühle mit Dir, es wird noch lange so gehen aber denke immer an Sie und das positive was ihr hattet.

    Drück dich ganz lieb.

    Ivonne

  3. Ivonne
    6. Dezember 2017 / 17:14

    Fühl dich gedrückt. Ein Tier zu verlieren ist wie einen Menschen zu verlieren. Es tut genauso weh. Ganz wichtig ist es die Trauer nicht zu verdrängen und sie zu zulassen.

    • Calista
      Autor
      6. Dezember 2017 / 23:32

      Da muss ich dir zustimmen. Danke für deine lieben Worte

  4. Esther Jakob
    6. Dezember 2017 / 20:26

    …es tut mir so leid für dich. Es gibt diese besonderen Wesen, die unser Leben bereichern…ob Mensch oder Tier. Es tut weh dazu bleiben, während ihre Seelen schon weiterziehen dürfen! Aber ich glaube fest, das sie nicht gar so fern von uns sind und vielleicht tröstet es dich ein wenig

  5. 6. Dezember 2017 / 21:20

    „Nur“ ein Tier, können auch nur Leute behaupten, die selber keine Haustiere haben. Ich selbst haben schon meinen Hamster und Wellensittich verloren und es war wirklich schlimm, ich verstehe also wie du dich fühlst. Am allerschlimmsten war wohl aber der Tod unserer Hündin im Februar. Ich denke heute noch an sie und immer wieder fließen die Tränen. Für mich ist jedes meiner Tiere ein festen Familienmitglied.

    Liebe Grüße,
    Swantje

    • Calista
      Autor
      6. Dezember 2017 / 23:31

      Oh das ist ja auch noch nicht so lange her…tut mir wirklich sehr Leid.

  6. 6. Dezember 2017 / 21:46

    Ein „Familienmitglied“ namens Haustier zu verlieren, ist für die Besitzer immer sehr schmerzhaft. Andere Menschen ohne Tiere halten uns für bekloppt. Diese Menschen werden nie erfahren, wieviel Liebe, Zuneigung ein Haustier einem Menschen geben kann. Es ist kein Haustier, es ist für uns ein Familienmitglied. Wir haben unser „Mädchen“ (Katze) vor ein paar Jahren einschläfern lassen müssen. Es tut heute noch weh. Aber wir wissen , dass sie immer bei uns sein wird. Die Erinnerungen an sie behalten wir im Herzen. Nimm dir die Zeit zum Trauern, Rede mit Freunden und Familie. Das hilft ein wenig. Fühl dich gedrückt. Liebe Grüße Mandy

    • Calista
      Autor
      6. Dezember 2017 / 23:30

      Ich glaube ganz viele halten mich aktuell auch echt für blöd..aber ich komme einfach nicht damit zurecht, dass schon wieder ein Tier sterben musste und das so unerwartet und plötzlich.

  7. 6. Dezember 2017 / 22:54

    Oh, die ist ja allerliebst und das tut mir so unendlich leid für dich. Lass dich mal ganz fest drücken. Ich kenn das nur allzugut, wenn das geliebte Tier stirbt. Meine Mama muss sich aktuell auch langsam damit anfreuden, dass ihr Haustier nicht mehr lange mitmachen wird und das fällt ihr jetzt schon ziemlich schwer. Ein Tier ist meist eben mehr als nur ein Tier, sondern oft wie ein eigenes Kind.

    Alles liebe

    • Calista
      Autor
      6. Dezember 2017 / 23:26

      Und wie, für mich sind alle meine Tiere Kinder…ein Leben ohne ist schon fast unmöglich

  8. Alisa Sto
    6. Dezember 2017 / 23:06

    Ich kann dich super verstehen, nur Menschen, die ein Haustier haben oder hatten, wissen, wie schwer es ist, ein geliebtes Tier gehen zu lassen.
    Vor 1 1/2 Jahren ist mein geliebtes Meerschweinchen in meinen Armen gestorben und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an sie denke und sie vermisse.
    Fühl dich ganz fest gedrückt, liebe Janine.

    • Calista
      Autor
      6. Dezember 2017 / 23:24

      Das kann ich mir vorstellen. Danke für deine lieben Worte :)

  9. Natascha Reichert
    7. Dezember 2017 / 0:19

    Ach Mensch,das tut mir leid für Dich!
    Ich verstehe Dich gut,ich hatte lange Jahre eine Bartagame und als sie nicht mehr da war,fehlte ein Teil meines Lebens.
    Reptilien sind zwar keine Kuscheltiere im herkömmlichen Sinne, trotzdem sind es Lebewesen mit einer faszinierenden Ausstrahlung und unglaublich wissenden ,alten Augen.Auch sie können eine Beziehung zu uns herstellen,da bin ich sicher.
    Wie sie genießerisch ihre Augen Schloß,wenn sie sich wohlfühlte bei Körperkontakt werde ich nie vergessen.
    Trauer hat kein Verfallsdatum,sie ist etwas,das immer währt,aber mit der man im Laufe der Zeit, IRGENDWIE zu leben lernt.Mal besser,mal schlechter.
    Ich drück Dich im Geiste

  10. 7. Dezember 2017 / 20:00

    Ich kann das nach voll ziehen, als ich damals unseren Kater einschläfern lassen musste, war es unerträglich, vor allem am Tage. Ich hoffte immer, dass er jeden Moment um die Ecke kommt. Meine Augen werden heute noch feucht, wenn ich mir Fotos von ihm ansehe und es ist nun schon fast 10 Jahre her. LG Romy

  11. 10. Dezember 2017 / 16:02

    Ich weiß was du meinst und fühlst. Es ist egal was für ein Tier es ist, für uns Besitzer ist es das gößte, ein Familien Mitglied. ie lange jeder Trauert ist unterschiedlich aber man muss auch Trauern. Der Schmerz wird nie gehen,
    Fühle dich lieb gedrückt.

    Liebe Grüße
    Julia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.