Wo immer Du auch hingehst….

Der Schatten holt mich noch immer ein und reißt mich nieder im vollen Lauf. Lässt mich bluten mit meiner Schuld, die mich leichter schlafen als kämpfen lässt. Mit dem Rücken zur Wand sank der Kopf in die Ferne hinab und riss mit sich, das einst so bezaubernde Lächeln auf den Lippen. Noch kann ich mich kaum daran erinnern wie es wirklich war, als die alten Schatten ihren Konturen Leben einhauchten. Im Kampf gegen die Zeit – in der auch vom Schnee das Gestern liegen blieb.

In Worte lassen sich die vergangenen Monate nur schwer fassen, obwohl sie stets präsent waren. Viel zu oft wollte ich danach greifen, doch es war schon nicht mehr da. Nie war mir die Freude so fern und zeitgleich auch so nah. Neben Kummer und Leid überwiegte vor allem das Lächeln auf den Lippen, das stets meinen Alltag bereicherte.

Vor genau zwei Jahren wagte ich mich bewusst zurück ins Leben und bestritt einen Weg, der von unzählig vielen Hindernissen geprägt war und Sicht auf noch weitaus mehr gab. An meiner Seite ein Mensch, der in meinen Augen so kostbar und präsent erschien, in Wahrheit jedoch längst einen anderen Weg ging. Schnell musste ich lernen auf eigenen Füßen zu stehen um die harte Zeit auch ohne ihn zu überleben. Geprägt von Hass, Kummer und Schmerz durchquerte ich Wälder und Täler und tränkte unzählig viele Blumen in Tränen. Es schien als hätte mich der Schatten eingeholt.

In aller Stille sang ich meine Worte und kämpfte gegen die Einsamkeit an. Belohnt wurde der Kampf mit einem Schimmer, deren Hoffnung mein Herz im Nu erfüllte und zumindest für den Moment den Alltag in Freude deckte. Trotz aller Macht meinerseits und Hilfe von außerhalb, musste ich auch diesmal mit einer Niederlage weiterziehen. Hoffnung gab es zu diesem Zeitpunkt keine mehr, bis mein Herz dem Drang nach Lebensfreude folgte und eine Entscheidung traf, die meinen Alltag seither zu dem macht was er ist. Binnen kürzester Zeit war Calista geboren, die einst mit den Worten „…die Schöne “ die Person dahinter beschrieb. Wie ein Liebesbrief der sanft ins Haar geschrieben wurde und lediglich mit den Lippen gelesen werden konnte. Geprägt von Freude und Leid, offenbarte ich Worte und Gedanken in einer Form, die der Sprache meines Herzens glich. Oft zerbrach es als ich in meine Augen sah … blieb ungeschickt von mir ….ein Lied, dass meine Gefühle wiederspiegelte und nur dann verstanden werden konnte, wenn man sich selbst im Spiegel sah.

Monate später überquerte ich eine Brücke, die mich veränderte und Calista mit sich riss. Ich schloss die Augen und Empfang mein Herz, dass nicht loslassen konnte und noch immer im Mond sanft funkelte. Es tat kaum weh, rannte zeitgleich jedoch davon und ließ mich im Schnee stehen. Ein Wandel der mir gut tat und Freude in mir wecken konnte.

Kurze Zeit später folgte der nächste Stein, der einem Berg ähnelte und kaum zu überwinden schien. Einst noch musste ich eine Andere durch diesen Weg weisen, der durch die tiefsten Höllen führte. Ich zeigte ihr zuerst das Leben, dann den Rest . Ein Stoß gab dem das Ende und hinterließ eine leere Hülle. Von Hass zerfressen kehrte sie mir den Rücken und nahm auf unliebsame Weise Abschied von der einstigen Freundschaft. Vergessen waren die gemeinsamen Stunden, ausgesprochenen Gedanken und gefühlten Worte. Wie vom Erdboden verschluckt schwand die Sympathie und hinterließ eine Mauer, deren Halt ausschließlich der Missgunst zu verdanken ist.

AQUARIUM WILHELMSHAVEN

AQUARIUM WILHELMSHAVEN – Seehunde

Trotz Höhen und Tiefen blieb ich standhaft und überquerte die nachfolgenden Hürden stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Selbst die Hoffnung im Herzen ist permanent präsent, denn auch wenn es gefährlich ist gewisse Wege zu gehen, bestimme ich dennoch nur zu gerne die eingeschlagene Richtung um auch weiterhin Pfade zu betreten, in denen es keine Möglichkeit zu einer Umkehr gibt. Ich setze meinen Fuß auf einen aus Unrat aufgewühlten Schlamm und achte dabei weder auf Bewegungen noch den Schatten der mir folgt.

Alt ist man erst dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft! John Knittel

Zwei Jahre „Calistas Traum“ – Danke!

Janine

18 Kommentare

  1. 4. November 2015 / 13:31

    Wunderschön geschrieben , mir laufen grade die Tränen ……….. Fühl Dich einfach lieb umarmt.

  2. 4. November 2015 / 15:09

    Liebe Janine,
    ich habe gerade eine richtige Gänsehaut, denn dies sind die literarischsten Zeilen, die ich je von dir gelesen habe! Gute Beiträge hast du schon immer gebracht und auch persönliche Berichte waren stets gut formuliert, aber mit diesem Beitrag hast du dich wahrlich selbst übertroffen! Die gewählten Worte und stilvolle Umschreibungen verzaubern mich als Leser. DAS muss dir erst einmal einer nachmachen und ich kann dich nur darin bestätigen, den jetzigen Weg weiter zu beschreiten. All das,was du erlebst und erleiden musstest, macht dich stark. Du bist wie ein Phönix, der aus der Asche emporsteigt und strahlender leuchtet als je zuvor!!!!! Du hast meine absolute Hochachtung und ich bin sehr froh und dankbar, das sich unsere Wege kreuzen.
    Ganz liebe Grüße
    Yvonne

    • Calista
      Autor
      5. November 2015 / 1:58

      Oh Gott hihi Danke :D
      ich weiß ehrlich gesagt nicht was hierbei in mich gefahren ist, aber irgendwie mussten die Worte weichen^^

  3. Chris Schiefer
    4. November 2015 / 16:15

    Liebelein, ich weiß nicht was dir zugestoßen ist, aber in deinen Worten spricht sehr viel Trauer. Aber auch Stärke, denn du hast es durch diese Zeit geschafft.

  4. 4. November 2015 / 17:35

    Erst einmal Glückwunsch zu zwei Jahren.

    Du hast viel durchgemacht in der Zeit. Wenn eine Freundschaft sich wandelt, dann tut das immer weh. Es ist etwas, was ich selbst immer wieder durchmachen musste. Weil ICH mich verändert habe, nicht mehr der Mensch bin, der ich einst war. Und so manch einer mit dieser Veränderung (nämlich das ich mehr auf mich achte und das Wörtchen Nein von Zeit zu Zeit mal verwende) nicht mitmachen möchte. Wenn aber aus Freundschaft Hass wird, dann sind die Gefühle überhaupt nicht mehr in Worte zu fassen.

    Liebe Janine ich wünsche dir von Herzen, dass die positiven Erlebnisse in deinem Leben überwiegen. Deine Gefühle nicht mit Füßen getreten werden. Und das eine Freundschaft nie wieder in Hass umschlägt.

    Schön das es dich und deinen Blog gibt :) .

  5. Brigitte Klein
    4. November 2015 / 20:02

    oh das ist so wunderschön geschrieben ,ich danke dir für diese Worte

  6. 4. November 2015 / 22:19

    Das hast Du toll geschrieben. Ich kenne das mit den zerbrochenen Freundschaften auch, es tat verdammt weh, hat mich aber am Ende nur stärker gemacht.
    Ich wünsche Dir sehr, dass Du immer Menschen hast, die Dich auffangen und die glücklichen Momente in Deinem weiteren Leben überwiegen.
    LG Antje

  7. Ilka
    5. November 2015 / 21:20

    Jetzt habe ich einen Kloss im Hals!
    Eigentlich habe ich gerade das Bedürfnis, Dich in den Arm zu nehmen (wenn Du dem zustimmen würdest)…
    Danke für Deine offenen Worte!
    Meinen Lieblingsspruch mag ich Dir mitteilen:
    °°° JEDE DUNKLE WOLKE HAT EINEN HELLEN RAND °°°
    Wie oft schon haben mich die einzelnen Worte – das Ganze – aufgebaut und mich nach vorn blicken lassen!
    Ich bin stolz auf Dich!
    Eine dicke Umarmung und dazu viele Grüße
    Ilka :-*

  8. 6. November 2015 / 12:49

    Haaaaach. Du übertriffst Dich von mal zu mal.
    Diesmal kam es mir vor als würde ich ein Buch lesen, was nun als Kompliment gemeint ist. Mal so nebenbei, hast Du eigentlich mal darüber nachgedacht ein Buch zu schreiben ? Ich meine, die Wortgewandtheit besitzt Du ja. ;)

    Wieder ein Jahr mit Höhen und Tiefen, wo von ich ja nun einiges mitbekommen habe.
    Ich wünsche Dir für die Zukunft stehts ein Lächeln auf den Lippen und das alle Neider in der Hölle schmoren. :D

    • Calista
      Autor
      6. November 2015 / 13:52

      Das wurde ich tatsächlich schon mal gefragt, ob ich nicht ein Buch schreiben möchte aber irgendwie ist das nichts für mich :D ich bleib bei Calista da kann ich wenigstens auch mal mies schreiben ohne das es jemanden stört :D
      haha

  9. 7. November 2015 / 13:59

    Wirklich wunderschön geschrieben, ich weiß gar nicht recht was ich schreiben soll..
    Beim lesen spürt man wirklich die Gefühle und Emotionen die in die Zeilen geflossen sein müssen!
    Danke für die zarte Berührung dieser Zeilen die ich beim lesen spüren durfte :)
    Wirklich ein sehr schöner schreib stiel, ich wünsche dir noch alles gute :)

  10. Sandra Kuprat
    7. November 2015 / 16:38

    ooh hab voll die Gänsehaut bekommen

  11. Christina P.
    7. November 2015 / 17:01

    Schöne Worte!

  12. Steffi K
    8. November 2015 / 18:57

    Liebe Janine,
    Sehr tolle Worte von Dir! Ich habe beim Lesen richtige Gänsehaut gehabt! Du bist eine tolle Persönlichkeit, das merke ich mit jedem einzelnen Wort von dir!
    Und ich verspüre immer mehr den Wunsch, dich als solch starken Menschen einmal persönlich sehen zu dürfen!
    Danke, dass es dich gibt und du mich jeden Tag glücklich machst!!

  13. Maike
    13. November 2015 / 20:17

    Hi Janine,
    dieser Beitrag berührt wohl jeden, der ihn liest, man spürt Deinen Kummer in den Zeilen – leider ist das Leben oft sehr unfair und man verliert genau die Personen, die man am meisten liebt und gerne weiter im Leben gehabt hätte. Trotz allem hoffe ich, dass Du richtig gute Freunde hast die Die beistehen und weiterhin viel Spass an Deinem wundervollen Blog / Facebook Seite
    Liebe Grüsse

  14. Cathleen
    13. November 2015 / 21:34

    Wunderschöne Worte!
    Ich weiß wie es ist zu kämpfen und ich weiß wieviel Kraft das fordern kann.. Ich bewundere deine Stärke und du kannst stolz sein diese Zeit überstanden zu haben. Fühl dich von mir gedrückt und ich wünsche dir ganz viele positiven Erlebnisse! Dich haben ganz viele Menschen gern, vergiss das nicht. ;)

  15. Tami
    14. November 2015 / 18:11

    Wirklich sehr herzergreifend!

  16. lara00705
    17. November 2015 / 20:17

    Die Zeilen treffen mich gerade total!

    Ich muss mir das jetzt auch mal vom Herzen reden.. Mein Vertrauen ist minimal geworden und daher habe ich auch mit niemandem darüber gesprochen..

    Ich fühle ich mich nicht mehr richtig wohl in meinem Freundeskreis, empfinde großteils meine Freunde nicht mehr als „richtige“ Freunde, es ist alles so oberflächlich. Ich kann ihnen auch nicht mehr vertrauen und ich frage mich die ganze Zeit wann es begonnen hat so zu werden? Wenn ich zurückblicke hat sich so viel verändert, obwohl sich in meinem Empfinden von Tag zu Tag nichts geändert hat.
    Jeder geht seinen eigenen Weg und keiner nimmt Rücksicht…
    Jeder schaut nur auf sich selbst und die Freundschaft verläuft sich langsam aber sicher im Sand.
    Es tut weh, aber es ist zu spät und wahrscheinlich besser loszulassen…

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