Mit geröteten Augen und einer aufgebissenen Unterlippe liege ich im Bett und wippe langsam hin und her. In meinen Armen eine Micky Maus- Spieluhr, deren sanfte Töne mein Gemüt beruhigen. Immer wieder spüre ich wie mir Tränen die Wangen hinab laufen. Selbst der Himmel scheint die Trauer nachvollziehen zu können und weint mit mir.

Mittlerweile sind 1479 Stunden vergangen seit mein Kind zu den Engeln gezogen ist. Und noch immer fühlt es sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Schließe ich die Augen sehe ich das Geschehen direkt vor mir. Erlebe es ein weiteres mal hautnah mit. Dabei spüre ich den kalten Boden auf dem ich weinend saß als mein Herz tot in meinen Händen lag. Sehe das Blut an meinen Händen. Und höre die Stimmen der Seelen um mich herum, die Antworten suchen.

Das Leben ist nicht immer fair, doch der Tod gehört leider einfach dazu. Seit mein Kind gestorben ist höre ich immer wieder, dass es langsam Zeit wird mit dem Trauern aufzuhören. Immerhin ist es schon 2 Monate her (!). „Man kann es auch übertreiben..“..“Irgendwann sollte das Leben weiter gehen.“ – recht haben sie, aber sollte ich nicht selbst entscheiden dürfen, wann ich genug getrauert habe? Ist es nicht mein gutes Recht diesen Verlust zu verarbeiten?

Was viele nicht wissen, schon vor über 8 Jahren starb eines meiner Kinder. Ich erlebe diesen tragischen Augenblick quasi erneut und muss mich den gleichen Gefühlen stellen wie damals. Und obwohl ich schon einmal ein Kind zu den Engeln ziehen lassen musste, fühlt es sich nicht leichter an. Im Gegenteil. Damals habe ich die Trauer verdrängt und mich damit innerlich kaputt gemacht. Ich fing an mich aufzuschneiden, aggressiv zu reagieren und fremde Kinder zu hassen. Ich konnte keine Nähe zulassen und habe mich immer mehr isoliert. Parallelen zu meiner aktuellen Situation sind dabei durchaus vorhanden. Heute jedoch fühlt es sich anders an. Meine Person hat gelernt, ist stärker geworden und weiß mit diesem Gefühl umzugehen. Dennoch habe ich mich auch jetzt stark von meinen Freunden und Bekannten isoliert. Auf gemeinsame Unternehmungen jeglicher Art verzichte ich bewusst. Lächeln, Feiern gehen oder einfach den Moment genießen ist seitdem nicht mehr möglich.

Und als wäre diese ganze Situation aktuell nicht streng genug, musste ich Anfang diesen Monat einen weiteren Verlust akzeptieren.

Die ganze Familie trauert. 

 

Leuchtturm aus Tontöpfen einfach selber machen

Um die Zeit der Trauer meiner Familie so angenehm wie möglich zu gestalten, habe ich Leuchttürme gebastelt, die in dieser schweren Zeit Trost spenden sollen. Der Leuchtturm aus Tontöpfen soll ihnen den Weg weisen und zeigen, dass trotz Dunkelheit ein Licht am Horizont wartet. Ich möchte ihnen damit Zeit schenken diesen tragischen Verlust zu verarbeiten und zeitgleich zeigen, dass sie nicht alleine mit der Trauer sind. Und obwohl ich selbst davon betroffen bin und mein Herz diesbezüglich stark leidet, gebe ich etwas von meiner Stärke und Kraft ab. Denn gerade jetzt ist der Zusammenhalt der Familie wichtiger denn je.

 

Für dieses tolle DIY “ Leuchtturm aus Tontöpfen „brauchen wir:
  • Tontöpfe in unterschiedlichen Größen
  • einen Untersetzer aus Ton
  • Heißklebepistole
  • verschiedene Farben
  • Pinsel
  • elektrische Teelichter
  • Schraubglas

Die Tontöpfe kleben wir zunächst den eigenen Wünschen entsprechend zusammen. Hierfür habe ich auf meine Heißklebepistole zurückgegriffen, alternativ klappt es aber auch mit doppelseitigen Klebeband. Anschließend die Tontopf-Pyramide weiß grundieren und trocknen lassen.

Die grundierte Pyramide danach nach Lust und Laune bemalen. Ich habe mich für zwei unterschiedliche Farbvarianten entschieden und für saubere Kanten diese vorher abgeklebt. Da Acrylfarben oftmals nicht sofort decken, lohnt es sich mehrmals diesen Vorgang zu wiederholen bis das gewünschte Ergebnis erzielt wurde.

Im Anschluss die Untertasse anbringen und bemalen. Alles ordentlich trocknen lassen.

Fenster, Türen und kleine Details mithilfe von Kreidestiften aufzeichnen. Eventuell ein paar Muscheln anbringen – fertig! Für einen besonders coolen Effekt sorgt ein elektrisches Teelicht, das in ein Schraubglas gelegt und auf den Turm angebracht wird.

Lebt den Moment. Schenkt euren Liebsten Zeit und genießt jede noch so winzige Sekunde!

Janine