Es gibt Phasen im Leben, in denen nichts wirklich laut zusammenbricht, aber alles leise wankt.
Gerade fühlt es sich so an.
Als würde ein Stein nach dem anderen ins Rollen geraten. Als würde ich ständig reagieren, funktionieren, Termine koordinieren, stark sein und gleichzeitig innerlich nach Luft ringen.
Ende 2025 ist Papa Toni krank geworden. Seitdem leben wir zwischen Wartezimmern, Überweisungen, Fachärzten, Kliniken und der immer gleichen Frage:
Was ist es?
Was fehlt?
Wie geht es weiter?
Die Suche nach Antworten zermürbt. Nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch. Dieses Nicht-Wissen frisst sich leise in Gedanken, in Nächte, in Momente, die eigentlich leicht sein sollten.
Zwischen Alltag und Sorge
Der Glückskeks ist mein Licht. Wirklich.
Sein Lachen holt mich immer wieder zurück ins Hier und Jetzt. Seine kleinen Hände, seine Selbstverständlichkeit, seine Welt - sie erinnert mich daran, dass Leben gleichzeitig zerbrechlich und wunderschön ist.
Aber auch mit ihm auf dem Arm verschwindet die Sorge nicht einfach.
Sie sitzt mit am Tisch.
Sie liegt nachts neben mir.
Sie fährt mit zu jedem Termin.
Ich versuche stark zu sein. Für mein Kind. Für uns. Für Papa Toni. Doch Stärke fühlt sich gerade nicht heldenhaft an. Sie fühlt sich an wie Durchhalten.
Hoffnung im Alltag finden, wenn alles schwer ist
Ich habe gemerkt, dass Hoffnung nichts Großes sein muss. Sie ist kein Feuerwerk am Horizont. Kein plötzlicher Wendepunkt.
Hoffnung ist gerade eher leise.
Sie liegt an einem guten Gespräch mit einer Ärztin. In einem Untersuchungsergebnis, das zumindest etwas ausschließt. In einem normalen Nachmittag ohne neue Hiobsbotschaften.
Und manchmal ist sie einfach nur der Gedanke:
Wir gehen weiter. Schritt für Schritt.
Es gibt Tage, da verzweifle ich innerlich. Da suche ich das Sonnenlicht in meinem Alltag wie etwas, das ich verlegt habe. Ich frage mich, wann es wieder leichter wird. Wann wir aufhören zu rennen.
Aber vielleicht ist genau das gerade unsere Aufgabe: weitergehen, auch wenn der Weg unklar ist.
Licht am Horizont, auch wenn ich es noch nicht klar sehe
Ich weiß nicht, wie die nächsten Monate aussehen werden. Ich weiß nicht, welche Antworten wir bekommen.
Aber ich weiß, dass wir als Familie schon viel getragen haben. Dass wir nicht zerbrechen, nur weil es schwer ist.
Manchmal besteht Hoffnung einfach darin, morgens aufzustehen und trotzdem an Morgen zu glauben.
Vielleicht ist das Sonnenlicht nicht verschwunden. Vielleicht ist es nur hinter Wolken und wartet darauf, wieder durchzubrechen.
Bis dahin halte ich fest.
An meinem Kind.
An uns.
Und an der leisen Überzeugung, dass kein Winter ewig dauert.




