89 Tage Eigenheimbesitzer – wow. Die Zeit fliegt uns regelrecht davon und wir winken ihr erstaunt aber glücklich hinterher. Obwohl nicht jeder Tag mit einem Lächeln auf den Lippen beginnt, erfreuen wir uns täglich an der knapp 100 Jahre alten Immobilie. Vor allem die ruhige Umgebung tut unglaublich gut und hat uns nach all den nervenaufreibenden Jahren endlich durchatmen lassen. Im Allgemeinen haben wir eine positivere Stimmung wahrgenommen, die sich auch auf unser Zusammenleben ausgewirkt hat. In diesem Beitrag wollen wir euch erneut einen Blick auf unsere Doppelhaushälfte gewähren und von anfänglichen Schwierigkeiten berichten.

 

Die Verwandlung unserer Doppelhaushälfte

 

Einziehen und wohlfühlen – für viele beginnt der Start ins Eigenheim mit der farblichen Umgestaltung einzelner Räume und dem Aufbau der Möbel. Wir hingegen mussten nach der Schlüsselübergabe zunächst einmal durchatmen und die Räumlichkeiten genau begutachten. Das komplette Untergeschoss war in einem gepflegten Zustand, weißte jedoch eine Vielzahl an Mängel hervor die behoben werden mussten. Die größte Baustelle stellte jedoch der hintere Teil der Doppelhaushälfte dar. Sowohl Ankleide- als auch Schlafzimmer mussten vollständig saniert werden. Die Holzpaneele an den Wänden wurden entfernt und die Wände neu isoliert und verputzt. Des Weiteren musste ein alter Dauerbrandofen ausgebaut und ein Handwerker bezüglich der kaputten Heizkörper organisiert werden. Zeitgleich haben wir das Wohn- und Esszimmer umgebaut. Im Wohnzimmer entstand in mühsamer Feinarbeit einer der wohl schönsten Räume, der vor allem durch das Upcycling der alten Wandpaneele besticht.

 

Ein Vogelparadies vor der Haustür

 

Aufgrund der herrlichen Temperaturen haben wir uns in den vergangenen Wochen fast ausschließlich um den Garten gekümmert. Auf dem fast 1000m² großen Grundstück befinden sich eine Garage mit Werkstatt, zahlreiche Nebengebäude mit Abstellkammern, Lager und Stauraum sowie ein Carport, der ebenfalls als Unterstellmöglichkeit für Holz, Geräte oder Hänger verwendet wird.

Die Vorbesitzer hinterließen außerdem allerhand künstliche Nisthilfen und alte Bäume. Diese wurden heuer gut angenommen und sorgten für reichlich Nachwuchs.

Neugierig saßen wir auf der Terrasse und beobachteten die Eltern bei der Suche nach Nahrung für den Nachwuchs. Dabei sprang ein übereifriger Jungvogel aus dem Nest und saß auf dem Boden. Ein vollständig befiederte Vogel wird auch als Ästling betitelt, dabei handelt es sich quasi um einen Nestling der alt genug ist, um außerhalb des Nestes seine Flugfähigkeit zu trainieren.

Mit einem Lächeln auf den Lippen beobachteten wir den Jungvogel und erfreuten uns an seinen Flugversuchen. “AngryBird”, wie wir ihn liebevoll getauft haben, hat inzwischen sein Nest verlassen und ist bereit für den nächsten Entwicklungsschritt.

 

Anfängliche Schwierigkeiten im Eigenheim – Klärgrube

 

Mit dem Einzug in die Doppelhaushälfte trat nicht nur eine räumliche Veränderung ein, auch das Thema Abwasserentsorgung hat uns Bauchschmerzen bereitet. Unser Eigenheim verfügt nämlich über eine abflusslose Sammelgrube. Vor 1990 war in vielen ostdeutschen Kleinstädten die Klärgrube eine häufige Form der Abwasserbehandlung. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Anschluss möglichst aller Grundstücke an die öffentliche Kanalisation angestrebt, da die öffentlichen Kläranlagen eine gründlichere Abwasserreinigung ermöglichen. Klärgruben fanden sich bis zur Jahrtausendwende daher nur noch in abgelegenen Orten oder bei Gebäuden außerhalb von Ortschaften, wo der Bau eines Anschlusses an die öffentliche Kanalisation zu aufwändig oder aus topographischen Gründen nicht möglich wäre. (Quelle: wikipedia)

Anfangs wussten wir nicht so recht mit der Situation umzugehen, zumal der Inhalt der sogenannten abflusslosen Abwassersammelgruben von einem Entsorgungsunternehmen in regelmäßigen Abständen ausgepumpt und zum Klärwerk transportiert werden muss.

Wann ist die Grube voll? Welche Kosten kommen auf uns zu? Was wenn..?

Zig Fragen sammelten sich in unseren Köpfen und die Angst vor dem Unbekannten wuchs rasant an. Mittlerweile haben wir uns mit der Thematik “Abwassergrube” intensiv befasst und auch langsam daran gewöhnt. Ungewohnt ist es für uns dennoch.

 

3 Monate Eigenheimbesitzer – Ein erstes Fazit

 

Würde man mich heute fragen, ob ich den Kauf der Doppelhaushälfte bereue, würde ich gewiss mit einem stolzen “Nein” antworten. Es gab durchaus Momente in den vergangenen Wochen, die mich an der Entscheidung haben zweifeln lassen, jedoch überwiegen die positiven Augenblicke. Ich wache morgens mit einem Lächeln auf den Lippen auf und gehe am Abend mit Freude im Herzen ins Bett.

Als Paar meistern wir jede noch so schwierige Hürde und wachsen gemeinsam daran. Wir haben gelernt jeden Moment auszukosten und uns von nichts die Laune verderben zu lassen. Wir funktionieren als Familie, harmonieren trotz der schmerzhaften Verluste vergangener Tage und packen als Team an.

Janine