Wenn das geliebte Haustier stirbt, ist der Verlust für uns Menschen oft nur schwer zu verarbeiten. Im Folgenden habe ich euch ein paar Tipps niedergeschrieben, wie ihr eure Fellnase würdevoll verabschieden und Trost finden könnt. Abschied vom geliebten Haustier – Trost finden und Abschied nehmen!

 

Lebe wohl, Nero

 

Sanft schnurrend schmieg sich Nero an mein Gesicht und kitzelte mich mit seinen Schnurrhaaren. Dankbar sah ich ihn an und küsste zärtlich sein Haupt. Ein typischer Sonntagmorgen eben. Dass dieser Tag zu meinem schlimmsten Alptraum werden würde, war mir zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst. Denn wenige Stunden später war Nero tod.

Nero litt an einem Ventrikelseptumdefekt (VSD), also einem Loch in der Scheidewand zwischen linker und rechter Herzkammer. Bei einem Loch im Herzen kann sauerstoffreiches Blut aus der linken in die rechte Herzkammer fließen und von dort in die Lunge treten. Je nachdem wie groß das Loch ist, führt das zu einer mehr oder weniger erhöhten Lungendurchblutung.

Uns war bewusst, dass irgendwann dieser Tag kommen würde, doch er kam zu schnell. Unerwartet und plötzlich.

Beim letzten Herzultraschall kam „nur“ ein kleiner Ventrikelseptumdefekt zutage, weshalb er vorerst ohne Therapie leben konnte.

An jenem Tag war es allerdings zu spät.

Das Loch war zu groß und Blut trat in die Lunge.

Panisch rannten wir zum Tierarzt, doch er konnte ihm nicht mehr helfen.

„Er hat keinen Herzschlag mehr!“

Worte, die mein Herz in zwei brachen und einen nie endenden Schmerz offenbarten. Weinend trug ich Nero nach Hause und brach wenige Minuten später im Garten zusammen.

Mit Nero ging nicht nur ein geliebtes Haustier, sondern mein bester Freund, meine kleine große Liebe und mein Kind auf vier Pfoten.

 

Was tun, wenn das Tier stirbt?

 

Nach der Bestattung beginnt die eigentliche Trauerarbeit. Ein Tier loszulassen, das einen über Jahre begleitet hat, mit dem man sein ganzes Leben geteilt hat, ist schwierig und kann auch oft nahezu traumatisch sein. Der Tod hinterlässt eine schmerzhafte Leere. Eine Lücke, die nur schwer bis gar nicht zu füllen ist.

Nachdem wir mit Nero nach Hause gekommen waren, durften sich Chaley und Salome von ihm verabschieden. Anschließend schenkten wir unserer Fellnase ein paar letzte Küsse, sanfte Streicheleinheiten und liebevolle Worte, bevor er schließlich sein Erdenbettchen bezog. Vorsichtig legten wir ihn auf ein paar Blumen und deckten ihn zu. Neben ein paar Spielsachen und einem Andenken von mir, durften auch liebe Worte zum Abschied nicht fehlen.

Sein Erdenbettchen wird seitdem täglich besucht und mit farbenfrohen Blumen und einer Kerze versehen. In der Nacht leuchten ihm eine Vielzahl an Lämpchen den Weg, während kleine rote Katzenfiguren an ihn gedenken. In naher Zukunft möchten wir seine Ecke zusätzlich mit einem selbstgemachten Tierkreuz versehen.

Seit Neros Tod hat sich in unserem Alltag viel verändert. Wir lassen bewusst unsere Trauer zu, erlauben uns zu weinen und spenden einander Trost. Vor allem für mich ist sein Verlust schwer zu verkraften, weshalb ich seitdem mit schweren Depressionen und Problemen im Alltag zu kämpfen habe. Statt einen weiteren Schritt voraus musste ich nun zwei Schritte zurückgehen und einsehen, dass ich ohne therapeutische Hilfe diese Hürde nicht meistern kann.

 

Wege, Dein verstorbenes Haustier zu bestatten

 

Noch während Nero auf dem Behandlungstisch des Tierarztes lag, haben wir uns für eine Bestattungsmaßnahme entschieden: Die Beisetzung im eigenen Garten. Um diese Bestattungsform wahrnehmen zu können, müssen jedoch die Voraussetzungen stimmen:

  • das Grundstück darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen
  • die Fellnase muss eines natürlichen Todes gestorben sein (Seuchenschutz)
  • das Grab sollte mindestens mit einem halben Meter Erde aufgeschüttet werden, damit andere Tiere nicht darauf aufmerksam werden
  • das Tier sollte in natürlichem Material, das schnell verrottet, begraben werden.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Erkundige dich vorher beim zuständigen Veterinäramt, ob es Gründe geben könnte, die dem Begräbnis im Garten im Wege stehen könnten.

Neben dem Begräbnis im Garten gibt es noch weitere Möglichkeiten sein verstorbenes Tier würdevoll zu verabschieden, etwa auf einem Tierfriedhof. Ein Tierfriedhof ermöglicht eine Beerdigung, auch wenn man keinen eigenen Garten hat. Die Kosten dafür sind von Standort zu Standort unterschiedlich.

Wenige Kilometer entfernt von mir gibt es seit einigen Jahren einen sogenannten Mensch-Tier-Friedhof, der dritte dieser Art in Deutschland.

In einem Tierkrematorium kann man seinen vierbeinigen Liebling einäschern lassen und ihn anschließend in einer Schmuckurne mit nach Hause nehmen. Die Asche des Lieblings wird nach der Einäscherung in einem Behälter aufgefangen, anschließend in einem PE-Beutel verwahrt und sicher verplombt. Die Kosten der Kremierung hängen auch hier von verschiedenen Faktoren ab.

Eine weniger schöne Bestattungsmöglichkeit ist die Tierkörperbeseitigungsanstalt. Das verstorbene Tier bleibt beim Tierarzt zurück und wird dann in die Tierverwertungs- beziehungsweise Tierkörperbeseitigungsanstalt überführt. Dort wird das Tier gemeinsam mit anderen toten Tieren thermisch sterilisiert.

 

Abschied vom geliebten Haustier – Trost finden und Abschied nehmen

 

Der Tod gehört zum Leben dazu. Ist jedoch der Tag des Abschieds gekommen, fällt es uns schwer, mit dem Verlust und der Trauer umzugehen. Für uns stand von Anfang an fest, wir nehmen uns so viel Zeit wie nur nötig, um diesen tragischen Verlust verarbeiten zu können. Ablenkung fanden wir in gemeinsamen Unternehmungen. So fuhren wir mit dem Rad zum nahegelegenen Gestüt und beobachteten bei einem Picknick die Pferde auf der Koppel. Nachts gehen wir manchmal einfach nur spazieren und wenn die Trauer überhandnimmt, dann trösten wir einander und sprechen uns liebe Worte zu.

Es ist in Ordnung um ein Tier zu trauern, denn oftmals ist es nicht nur ein Wegbegleiter, sondern vor allem auch ein bester Freund, Zuhörer, Seelentröster, Kinderersatz und festes Familienmitglied.

Janine

In Erinnerung an Nero 💔 Du fehlst mein kleiner Sonnenschein!