Als am frühen Mittwochmorgen die Gerüstbauer aufgrund unserer Dachsanierung im Altbau eintrafen, schlug mein Herz schneller denn je. Termine dieser Art erledigen wir normalerweise als Paar gemeinsam, diesmal musste ich mich jedoch alleine um die Handwerker kümmern. Mit einem “Guten Morgen” und einem mürrischen Blick im Gesicht begrüßte mich der Gerüstbauer und machte sich zunächst ein Bild von der Lage. Anschließend ging die Diskussion los. “Bohren sollten wir, richtig?” – “Oh Gott, NEIN, auf keinen Fall!”. Sein muffeliger Blick wurde immer finsterer. Genervt griff er nach seinem Handy und kontaktierte den Chef. Anschließend fing er wortlos an, die ersten Teile aus dem LKW zu holen und an Ort und Stelle zu tragen. Verunsichert zog ich mich in unsere Doppelhaushälfte zurück und beobachtete das Geschehen von innen. Lautstark landeten die Teile auf dem Boden, während finsteres Gelächter durch die Baustelle hallte. Nach wenigen Stunden stand schließlich das Gerüst und die Handwerker eilten stillschweigend zum nächsten Auftrag.

Eine Woche später erreichte uns plötzlich ein Anruf “Hallo? Ist jemand zu Hause? Die Dachsteine kommen früher als erwartet.”

Mit weit geöffneten Augen sahen wir uns an. Sofort sprangen wir auf und bereiteten im Vorgarten alles für die Lieferung vor. Gekonnt lud der Fahrer die Paletten ab und verteilte sie im Vorgarten.

Am darauffolgenden Tag trudelten schließlich auch die Dachdecker ein und mit ihnen ein großer Container für die alten Dachziegel. Gespannt beobachteten wir das Geschehen und freuten uns über das rege Treiben auf der Baustelle. Obwohl die Wetterfrösche viele Regenschauer vorhersagten, haben sich die Handwerker sofort auf das Dach geschwungen und mit dem Abriss begonnen. Dachstein für Dachstein landete im Container, begleitet von fröhlichen Gesängen der Handwerker.

 

Dachsanierung trotz Regenschauer

 

Tag 1 der Dachsanierung wurde von vielen Unterbrechungen aufgrund des Wetters überschattet. Trotz allem haben die Handwerker ihr Können unter Beweis gestellt und mit einem Lächeln auf den Lippen die Arbeiten fortgeführt. Regenphasen wurden hingegen rechtzeitig angekündigt und das Dach sofort mit einer großen Plane regensicher gemacht.

Neugierig wagten wir zwischendurch einen Blick auf den Fortschritt und waren schlichtweg positiv beeindruckt.

Am darauffolgenden Tag freuten wir uns über einen herrlich blauen Himmel und die nächsten Schritte unserer Dachsanierung im Altbau. Regenschauer waren für den heutigen Tag nicht angesagt, dennoch behielten alle den Horizont im Auge. Motiviert wagten sich auch an diesem Tag die Dachdecker auf das Gerüst und werkelten am offenen Dach weiter. Immer wieder nahm man einen schiefen Gesang wahr, der für ein kleines Schmunzeln sorgte. Im Allgemeinen waren wir aber auch diesmal wieder sehr begeistert von der Arbeit der Handwerker. Unser Dach im vorderen Bereich des Hauses nahm langsam neue Züge an. Dass wir bereits am zweiten Tag so viele Veränderungen wahrnehmen könnten, war uns zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst. Im Inneren der Doppelhaushälfte konnten wir schon am Vorabend ein wärmeres Obergeschoss verspüren. Auch der starke Durchzug war kaum mehr zu vernehmen.

 

Ein neues Dach muss her

 

Tag 3: Es wurde ruhig auf der Baustelle. Standen gestern noch zig Handwerker auf dem Dach, weht heute nur ein laues Lüftchen durch die Ziegel. Aufgrund der miesen Wetterverhältnisse mussten wir einen Tag pausieren. Die Dachsanierung konnte nicht wie geplant vonstattengehen. 24 Stunden später sah die Welt wieder anders aus. Zwar war der Horizont immer noch dunkel und trist, allerdings blieben die Regenwolken der Baustelle fern. Zu fünft deckten sie motiviert die zweite Dachhälfte ab und sorgten für neue spannende Einblicke. Leider kam dabei auch viel zurückgelassener Müll der Vorbesitzer zum Vorschein, der zum Zeitpunkt der Hausbesichtigung nicht vorhanden war. Ein weiterer Schlag ins Gesicht.

Am Ende der Woche konnten wir uns über einen immensen Fortschritt freuen. Sowohl die Vorder- als auch Rückseite des Hauptgebäudes ist vollständig abgedeckt. Des Weiteren wurde die Unterspannfolie für die Dachdämmung angebracht und das Dämmmaterial in der passenden Größe eingebracht. Abschließend wurde eine Dampfbremsfolie angebracht und vorhandene Nahtstellen verklebt.

In der kommende Woche dürfen wir uns über den Einbau eines Wohnraumfensters im Treppenflur und viele weitere Veränderungen am Dach freuen. Bis dato fanden wir die Arbeit der Handwerker als sehr zufriedenstellend. Ein freundliches Miteinander auf der Baustelle war uns von Beginn an sehr wichtig, zumal es vor allem für mich eine sehr große Belastung darstellt so viele fremden Menschen in meiner direkten Nähe zu wissen. Die Arbeiten am offenen Dach gehen trotz der schwierigen Wetterverhältnisse zügig voran und sorgen für ein zufriedenes Lächeln auf unseren Lippen.

Im nächsten Teil der kleinen Blogserie “Dachsanierung im Altbau – Ein neues Dach musste her” blicken wir auf einige Vorher-Nachher Fotos und die vielen hinzugekommenen Veränderungen. Coming soon.

Janine