Viele Tierhalter erkennen ihre Katze kaum wieder, wenn sie nach einer Operation beim Tierarzt abgeholt werden kann. Das Tier wirkt erschöpft, ist benommen und hat einen unsicheren Gang. Zudem versperrt ein Halskragen die Sicht und die nackte Haut um die Operationsnarbe herum setzt zusätzlich zu. Die eigenen Gefühle wechseln im Sekundentakt zwischen Schock und Wiedersehensfreude. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man die Anweisungen des Tierarztes überhört beziehungsweise gleich wieder vergisst.

 

Kastration bei Katzen – Darum solltest DU deine Katze kastrieren lassen

 

Nervös laufe ich im Zimmer auf und ab. Meine Gedanken sind in diesen Minuten bei meiner Samtpfote Nero, die einen invasiven Eingriff bekommt. Dabei wird ihm zunächst der Hodensack geöffnet und anschließend abgebunden und entfernt. Auf diese Weise wird der Samenstrang durchtrennt.

In der Regel gilt eine Kastration als Routineeingriff, dennoch entscheiden sich viele Besitzer gegen eine Operation. Warum eine Kastration so wichtig ist, zeigen Bilder verschiedener Tierschutzorganisationen. Denn freilaufende Hauskatzen zeugen weiter Nachwuchs mit Streunern und tragen damit zum Wachstum der Population bei. Die Folge: ein täglicher Kampf ums Überleben für streunende Katzen.

Zwar sind meine Katzen reine Stubenhocker, dennoch ist es mir wichtig, dass sie kastriert werden. Damit vermeide ich nicht nur unerwünschten Nachwuchs, sondern auch Revierkämpfe innerhalb der eigenen vier Wände.

 

Katzen nach Operation richtig pflegen

 

Bevor wir Nero zum Tierarzt bringen konnten, mussten wir ihn etwa 9 Stunden „hungern“ lassen. „Ich bin am verhungern“ -Schreie inklusive! Ähnlich wie wir Menschen werden Katzen vor der Kastration unter Narkose gesetzt. Befindet sich dann noch Nahrung im Verdauungstrakt, kann es zu Komplikationen kommen. Das Tier könnte sich erbrechen und schlimmstenfalls daran ersticken.

Nach der Operation können wir unseren Liebling noch am selben Tag abholen. Vor Ort sollten wir uns die wichtigsten Informationen in einem Notizbuch vermerken. Etwa wann die Katze wieder trinken und fressen darf, ob es beim Futter etwas zu beachten gibt oder worauf wir besonders achten sollten.

Katze nach OP – was ist jetzt zu beachten

Zuhause sollte man der Katze schließlich einen ruhigen, warmen und eventuell etwas abgedunkelten Ort anbieten. Es empfiehlt sich ein „Lager“ auf dem Boden, da die Katze sich nach der Narkose eventuell noch etwas unsicher bewegt und vom Bett oder Sofa herunterfallen könnte.

Meist darf der schnurrende Patient schon bald nach der Operation wieder frisches Wasser trinken. Wann die Samtpfote hingegen wieder fressen darf, sollte vorab mit dem Tierarzt abgesprochen werden. In einigen Fällen wird zu einer Spezialnahrung geraten, die die Genesung unterstützt.

Wir stellen zusätzlich ein Katzenklo in die Nähe unseres Patienten. Dadurch machen wir ihnen das Leben nach der OP ein bisschen leichter. Allerdings ist die Hygiene nach einer Operation besonders wichtig, weshalb das Katzenklo nach jeder Benutzung penibel gereinigt werden muss. Denn gerade dort können sich Keime bilden, die auf keinen Fall in die Wunde geraten sollten.

 

Katze nach OP – Die ersten Tage

Ruhe, Schlaf und eine stressfreie Umgebung sind für die Genesung enorm wichtig. Daher sollten wir unserer Katze in dieser Zeit nicht zu dicht auf die Pelle rücken. Ein gesundes Maß an Besorgnis ist durchaus in Ordnung, zu viel wird für Katzen hingegen als stressig empfunden.

Es lohnt sich daher gleich mehrfach bewusster auf die Körpersprache der Katze zu achten und ihr Zeit, Ruhe und Fürsorge zu geben.

Janine