Wer mit einem Kleinkind bastelt, weiß: Das fertige Ergebnis ist längst nicht immer der spannendste Teil. Viel interessanter ist doch, was man anschließend damit anstellen kann. Aus einem gebastelten Spiel wird plötzlich ein kleiner Wettbewerb, aus einer selbst gebauten Murmelbahn ein ziemlich aufregendes Projekt und aus ein paar einfachen Materialien etwas, das den Nachmittag füllt.
Genau diesen Gedanken greift das Buch "Spiele basteln mit den Kleinsten - 25 einfache Bastelprojekte mit Haushaltsmaterialien für Kinder ab 3 Jahren" von Christine Sinnwell-Backes auf. Statt nur Dekorationen zu gestalten, die nach dem Basteln irgendwo herumstehen, entstehen hier Spiele, die direkt ausprobiert werden können.
Basteln mit Kleinkind: Was lässt sich aus Haushaltsmaterialien machen?
Ich finde die Idee dahinter gerade für Familien mit kleinen Kindern ziemlich schön. Es braucht nicht immer teure Bastelsets, ausgefallenes Zubehör oder eine lange Einkaufsliste, bevor es überhaupt losgehen kann. Oft liegen die passenden Dinge bereits zu Hause, man muss nur wissen, was sich daraus machen lässt.
Das Buch enthält insgesamt 25 Bastel- und Spielideen. Mit dabei sind unter anderem ein Memory-Spiel, eine Murmelbahn, Labyrinthe, Tic Tac Toe, eine Pompomkanone und Wurfbälle. Auch das Spiel Fliegenfangen gehört zu den vorgestellten Projekten.
Die Auswahl bringt Abwechslung auf den Basteltisch, denn nicht jedes Kind hat Lust, stundenlang zu malen oder zu kleben. Während die einen gerne etwas bauen, möchten andere lieber werfen, rollen lassen oder herausfinden, ob sie ein kleines Geschicklichkeitsspiel meistern können. Da ist es schön, wenn unterschiedliche Beschäftigungen zur Auswahl stehen.


Ein Bastelbuch für kleine Hände und große Ideen
Gerade bei Kindern ab drei Jahren finde ich es wichtig, dass Bastelideen nicht unnötig kompliziert werden. Die Geduld ist schließlich nicht an jedem Tag gleich groß, und wenn das Interesse plötzlich weitergezogen ist, hilft auch die schönste Anleitung wenig.
Bei diesem Buch werden die 25 Projekte mit Fotos erklärt. Zu jeder Idee gibt es außerdem eine passende Spielanleitung oder einen Fingerreim, sodass nach dem Basteln direkt ausprobiert werden kann, was man gemeinsam geschaffen hat. Das finde ich einen gelungenen Ansatz, weil die Beschäftigung nicht mit dem letzten Klebepunkt endet, sondern danach gleich weitergeht.
Natürlich brauchen Dreijährige bei vielen Bastelschritten noch Unterstützung. Darin sehe ich allerdings keinen Nachteil. Gemeinsam Material zusammensuchen, etwas festhalten, beim Kleben helfen und anschließend das fertige Spiel ausprobieren – genau solche Beschäftigungen lassen sich gut in einen Familiennachmittag einbauen.
Warum ich Bastelideen zum Weiterspielen mag
Im Alltag mit Kleinkind muss Beschäftigung für mich nicht immer ein großes Projekt sein. Es darf unkompliziert bleiben, darf auch einmal etwas schiefgehen und muss schon gar nicht aussehen, als wäre es für eine perfekte Bastelgalerie entstanden.
Besonders interessant finde ich deshalb die Verbindung aus Selbermachen und anschließendem Spielen. Kinder erleben dabei, dass aus einzelnen Dingen etwas Neues entstehen kann, und bekommen gleichzeitig die Möglichkeit, das Ergebnis selbst auszuprobieren. Je nach Spiel sind Geschicklichkeit, Konzentration oder einfach ein bisschen Geduld gefragt.
„Spiele basteln mit den Kleinsten“ ist damit eine schöne Inspirationsquelle für Eltern, die mit ihren Kindern kreativ werden möchten, ohne dafür erst einen halben Bastelladen einkaufen zu müssen. Das Buch umfasst 64 Seiten und richtet sich an Kinder ab drei Jahren.
Vielleicht wird aus einer einfachen Murmelbahn der nächste große Spielspaß im Wohnzimmer. Vielleicht landet die selbst gebastelte Pompomkanone direkt im Dauereinsatz. Bei Kleinkindern weiß man schließlich nie so genau, welche Idee am Ende das Rennen macht.




