Mein Körper ist ein hormonelles Wrack! Harte Worte? Keineswegs, denn seit meiner zweiten Fehlgeburt im November letzten Jahres, durchlebe ich ein unangenehmes Hormonchaos. Zwischen starken Unterleibsschmerzen, Heulanfällen und massivem Haarausfall – Zyklusprobleme & Hormonstörung nach Fehlgeburt.

Aufstehen und den Alltag meistern, mit Ratschlägen wurde in den vergangenen Monaten nicht gegeizt. Der Ruf nach einem „Neustart“ seitens meiner Mitmenschen ist enorm, doch jeder von ihnen vergisst dabei an mich zu denken. Ich musste nicht nur alleine trauern, sondern auch die Beerdigung meiner Kinder alleine heimsuchen. Demnach ist es wohl wenig verwunderlich, dass ich noch immer sehr sensibel auf dieses Thema reagiere. Für mich ist der Verlust meiner Kinder stets präsent und psychisch eine riesen Herausforderung. Noch immer mache ich mir Vorwürfe und versuche eine Antwort auf meine Fragen zu finden. Immer wieder dachte ich an Suizid, saß regelrecht zwischen Leben und Tod.

Mein Herz ist gebrochen, meine Lebensfreude seither ferner denn je. Dieser Schmerz ist nicht in Worte zu fassen und hat mich völlig aus dem Leben gerissen. Jede Träne die vergossen wird, ist eine Träne zu viel.

 

Fehlgeburt – Ursachen und Risikofaktoren

 

Fehlgeburten können viele Ursachen haben. Allgemein können auslösende Faktoren in Problemen der Entwicklung der Leibesfrucht liegen (fetoplazentare Gründe) oder in akuten und chronischen Erkrankungen, körperbaulichen Anomalien, seelischem Leid oder äußeren physikalischen Einwirkungen gesehen werden (maternale und andere Gründe). Bei der Ursachensuche lassen sich manchmal eindeutige Gründe erkennen, manchmal bleibt der tatsächliche Grund aber verborgen.

Lebendgeborene Kinder, die nach der 24. Schwangerschaftswoche beziehungsweise mit einem Gewicht über 500 Gramm zur Welt kommen, gelten als Frühgeburten, totgeborene als Totgeburt.

Wie häufig Fehlgeburten sind, ist schwierig zu bestimmen. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen kommt es zu einer Fehlgeburt. Viele Aborte werden von den Frauen jedoch nicht bemerkt und machen sich womöglich nur durch eine stärkere oder verzögerte Regelblutung bemerkbar.

Leider gibt es bei Fehlgeburten ein sogenanntes Wiederholungsrisiko. Frauen, die bereits einmal eine Fehlgeburt hatten, haben demzufolge ein erhöhtes Risiko für weitere Aborte. So kann die Gefahr einer Fehlgeburt nach drei vorangegangenen Aborten auf bis zu 45 Prozent ansteigen.

 

 

Hormonstörung nach Fehlgeburt

 

Nicht immer ist eine Ausschabung nach einer Fehlgeburt notwendig. Bei meinem zweiten Verlust musste jedoch eine Kürettage im Krankenhaus vorgenommen werden, um alle Gewebereste vollständig aus der Gebärmutter zu entfernen.

Grundsätzlich ist die Entfernung aller Gewebeanteile notwendig. Denn verbleibende Gewebeanteile können zu schwerwiegenden Entzündungen der Gebärmutter führen. Solche Infektionen können die Schleimhaut nachhaltig schädigen, sodass keine Schwangerschaften mehr möglich sind. Darüber hinaus können diese Entzündungen sehr kompliziert und unter Umständen lebensbedrohlich verlaufen.

Nach der Ausschabung kam es zu leichten Blutungen, die aber völlig normal sind.

 

Auch hat sich mein Zyklus stark verändert – die Menstruation trat seither nicht mehr ein. Das Ausbleiben der Regelblutung hat mir große Sorgen bereitet, zumal dies mit starken Beschwerden untermalt wurde. Seit Wochen liege ich demzufolge flach, kämpfe mit starken Unterleibsschmerzen und bekomme kaum noch einen Bissen herunter. Der Besuch beim Facharzt ließ daher nicht lange auf sich warten.

„Hormonelle Störung“ … neben der psychischen Belastung kam nun als auch eine körperliche Belastung hinzu.

Unser Körper braucht Zeit, vor allem nach zwei Fehlgeburten. Laut Facharzt sind solche „Veränderungen“ normal und gehören einfach dazu. Als Behandlung wurde mir die doppelte „Pillendosis“ verschrieben, die 5 Tage lang eingenommen werden musste. Dadurch wurde meine Menstruation ausgelöst, die wiederum sehr viel Schmerz mit sich brachte.

Mittlerweile ist mein Zyklus wieder einigermaßen normal, doch die Angst im Herzen spielt trotz allem eine große Rolle.

Janine

 

Hormonstörung nach Fehlgeburt – habt ihr Erfahrungen damit? Wie habt ihr die Zeit überstanden?