Ich trauere um etwas, das ich noch gar nicht verloren habe

Es gibt Momente im Leben, auf die bereitet dich niemand vor. Momente, in denen dein Herz gleichzeitig hofft und zerbricht.

Genau so fühlt sich mein Alltag gerade an.

Ich funktioniere. Ich lache mit meinem Sohn. Ich spiele mit ihm, höre ihm zu, begleite ihn durch seine kleinen und großen Abenteuer. Nach außen sieht wahrscheinlich alles ganz normal aus.

Und trotzdem ist da dieser Gedanke.

Jeden einzelnen Tag.

Ich schaue ihn an und frage mich, wie viel von seiner kleinen Welt sich bald verändern könnte.

Er merkt nichts.

Er erzählt mir voller Freude von seinem Tag. Von den Kindern, mit denen er gespielt hat. Von den Erzieherinnen, die ihn morgens in den Arm nehmen. Von den Geschichten, die dort jeden Tag entstehen.

Ich höre zu, mit einem Lächeln und gleichzeitig mit Tränen, die ich ihm niemals zeigen möchte.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl.

Ich trauere um etwas, das ich noch gar nicht verloren habe. Ich versuche, Hoffnung festzuhalten, obwohl die Angst manchmal lauter ist.

Ich wünsche mir so sehr, dass alles gut wird. Dass ich irgendwann zurückblicke und über all diese Sorgen schmunzeln kann.

Aber im Moment weiß ich einfach nicht, wie die Zukunft aussieht und genau diese Ungewissheit macht mich fertig.

Ich habe gemerkt, dass ich meinen Glückskeks anders anschaue.

Bewusster.

Ich genieße jeden Morgen ein bisschen mehr. Jedes Lachen. Jede Geschichte, die er mir erzählt. Jeden Satz wie "Mama, heute war ein schöner Tag." Weil ich plötzlich gelernt habe, dass nichts selbstverständlich ist.

Vielleicht ist das das Schwerste an allem.

Nicht die Antworten. Sondern das Warten auf sie.

Dieses Hoffen.

Dieses Bangen.

Dieses Gefühl, nichts tun zu können, obwohl man als Mama doch am liebsten die ganze Welt in Ordnung bringen würde.

Ich habe keine Lösung.

Ich weiß nicht, wie die Geschichte endet.

Ich weiß nur, dass mein Herz gerade schwer ist und dass ich trotzdem jeden Morgen aufstehe und versuche, meinem Glückskeks die Leichtigkeit zu schenken, die er verdient.

Vielleicht ist genau das Elternsein.

Nicht, weil wir keine Angst haben, sondern weil wir lernen, sie jeden Tag ein Stück weiter hinter einem Lächeln zu verstecken und weil wir nie aufhören zu hoffen. Auch dann nicht, wenn die Hoffnung manchmal das Schwerste von allem ist.

with love,
Janine
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