Als ich meinen Glückskeks heute Morgen in den Kindergarten gebracht habe, war eigentlich alles wie immer. Kinderlachen in den Räumlichkeiten. Ein paar Gummistiefel in der Ecke. Und trotzdem war nichts mehr wie gestern. Denn seit wir wissen, dass dieser Ort Ende des Jahres schließen soll, fühlt sich jeder einzelne Tag plötzlich kostbar an.
Wenn aus einem sicheren Ort plötzlich ein Abschied wird
Gestern haben wir erfahren, dass unser Kindergarten zum Ende des Jahres schließen soll. Seitdem wechseln sich Traurigkeit, Wut, Enttäuschung und Hilflosigkeit ständig ab. Nicht, weil sich ein organisatorisches Problem ergeben hat, sondern weil unseren Kindern etwas genommen werden soll, das sich nicht ersetzen lässt.
Ein Stück Kindheit.
Ein Ort, der mehr ist als nur ein Kindergarten
Wer selbst Kinder hat weiß: Man gibt morgens nicht einfach sein Kind irgendwo ab. Man vertraut Menschen das Wertvollste an, was man besitzt. Man vertraut darauf, dass sie trösten, fördern, zuhören und begleiten.
Über Monate und Jahre entsteht daraus eine Verbindung, die weit über einen Betreuungsvertrag hinausgeht.
Der Kindergarten hat unsere Kinder geprägt. Hier wurden Freundschaften geschlossen, Tränen getrocknet, Geburtstage gefeiert, gelacht, gelernt und manchmal auch einfach Quatsch gemacht.
Hier wurden aus schüchternen kleinen Kindern selbstbewusste Persönlichkeiten. Jeden Tag ein kleines Stück mehr.
Er hat ihnen Geborgenheit gegeben, sie wachsen sehen und sie auf ihrem Weg begleitet.
Als Mama erfüllt es mich mit Dankbarkeit zu wissen, dass mein Sohn an einem Ort groß werden durfte (darf), an dem er gesehen wurde. An dem er morgens mit einem Lächeln ankam und mittags voller Geschichten nach Hause kam.
Zu wissen, dass all das nun enden soll, macht traurig. Es macht sprachlos und ja, es macht auch wütend.
Familienfreundlichkeit darf kein Versprechen bleiben
Besonders schwer fällt uns Eltern, die Entwicklung nachzuvollziehen.
Unser Kindergarten ist eine Betriebskita, die seit vielen Jahren besteht und unzähligen Kindern einen liebevollen Start ins Leben ermöglicht hat. Nach der Übernahme von Clever Etiketten durch ein schwedisches Unternehmen hofften viele von uns, dass dieser besondere Ort auch weiterhin Bestand haben würde.
Im Gegenteil: Nach außen wurde das Bild eines familienfreundlichen Unternehmens vermittelt. Noch im Februar ließen sich der SEO und Site Manager gemeinsam mit unseren Kindern fotografieren. Damals freuten wir uns über das Interesse an unserer Kita und sahen darin ein Zeichen der Wertschätzung.
Nur wenige Monate später sollen genau diese Türen für immer schließen.
Für uns Eltern fühlt sich das wie ein schmerzhafter Widerspruch an.
Natürlich kennen wir nicht alle wirtschaftlichen Hintergründe einer solchen Entscheidung. Aber wir kennen die Auswirkungen und die treffen nicht nur einen Kindergarten, sie treffen Kinder, Familien und Erzieherinnen, die diesen Ort mit Leben gefüllt haben.
Es geht um unsere Kinder
Wer keinen Kindergarten kennt, denkt vielleicht: Dann gehen die Kinder eben in einen anderen.
Aber so einfach ist das nicht.
Kinder bauen Bindungen auf. Sie vertrauen ihren Erzieherinnen. Sie finden Freunde, erleben Sicherheit und wachsen in einer vertrauten Umgebung.
All das lässt sich nicht von heute auf morgen ersetzen.
Es geht nicht um Räume.
Es geht um Menschen!
Es geht um Erinnerungen!
Es geht um Kindheit!
Wir möchten kämpfen - für unsere Kinder
Wir Eltern möchten nicht einfach hinnehmen, dass dieser besondere Ort verschwindet.
Wir wünschen uns Gespräche, Transparenz. Wir wünschen uns, dass gemeinsam nach Lösungen gesucht wird, bevor eine Entscheidung endgültig wird.
Nicht, weil wir streiten möchten.
Sondern weil wir überzeugt sind, dass unsere Kinder einen Ort verdienen, an dem sie weiterhin lachen, lernen, spielen und einfach Kind sein dürfen.
Wir kämpfen nicht gegen jemanden.
Wir kämpfen für etwas. Für den Erhalt unseres Kindergartens.
Für die Familien unserer Region und vor allem für unsere Kinder.
Denn Kindheit lässt sich nicht nachholen und manche Orte sind viel mehr wert, als man erst erkennt, wenn sie plötzlich verschwinden sollen.






Liebe Janine.
ich hatte es nicht besser in Worte fassen können. Vielen Dank für dein Engagement und deinen Einsatz.
Gemeinsam sind wir stark ❤️
Wir schaffen das ❣️