40 Wochen kein Sushi, keine Salami und Co. Zu Beginn einer Schwangerschaft sind viele werdende Mütter plötzlich neuen Regeln vorgestellt, wenn es um die richtige Ernährung geht. Dabei den Durchblick zu behalten, kann ganz schön verwirrend sein. Kommt dann noch die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes dazu, ist man völlig überfragt. Essen und Trinken in der Schwangerschaft – was ist in Ordnung, was nicht.

 

Endlich schwanger! Nach unzählig vielen Fehlgeburten in den vergangenen Jahren dürfen wir heuer endlich unser kleines Wunder in den Armen halten. Baby Glückskeks wird in wenigen Tagen das Licht der Welt erblicken und unseren Alltag ordentlich durcheinander bringen. Die Schwangerschaft verlief nicht ohne Komplikationen, weshalb wir gerade in den ersten Wochen mit einem weiteren Verlust rechnen mussten. Doch Baby Glückskeks hat uns gezeigt, was für ein Kämpferherz in ihm steckt und jedes noch so kleine Übel problemlos weggesteckt.

In den vergangenen Wochen musste ich aufgrund meiner Risikoschwangerschaft viele Veränderungen durchleben, die sowohl meinen Alltag, als auch meine Ernährung betrafen. Letzteres war gar nicht so schwierig wie zunächst erwartet, immerhin gelten für Schwangere die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Nicht-Schwangere. Dennoch gab es Momente, in denen man einmal mehr Nein zu sich sagen musste.

 

Darauf muss man in der Schwangerschaft verzichten:

  • rohes und nicht durchgegartes Fleisch
  • unpasteurisierte Milch/ Rohmilch
  • rohes Hackfleisch
  • Frischkäsesorten, die mit Rohmilch/ unpasteurisierter Milch hergestellt werden
  • Schimmel- und Gelbkäsesorten, z.B. Brie, Gorgonzola, Harzer
  • abgepackte Salate, fertige Brote und fertige Salat-, Gemüse- und Fischzubereitungen mit Soßen/ Dressing, die geräucherten Fisch, Schimmel- und Gelbkäse oder Aufschnitt enthalten
  • Salami, Leberwurst, roher Schinken, Mettwurst, Carpaccio
  • roher Fisch, Thunfisch
  • Energydrinks
  • rohe Eier, zum Beispiel in Tiramisu, Mousse au Chocolat, Mayonnaise, Sauce Hollandaise oder Eis
  • Alkohol und Nikotin
  • Leber
  • Ginseng-Produkte

 

Was für viele schwangere Frauen ein wahrer Graus ist, war für mich die komplette Schwangerschaft über vollkommen in Ordnung. Kekse, Schokolade und Co. mussten aufgrund der Diagnose „Schwangerschaftsdiabetes“ sowieso im Schrank bleiben, weshalb die Ernährungsumstellung gar nicht so schwierig war. Natürlich mussten Abstriche gemacht werden und sowohl auf verschiedene Käsesorten, als auch das geliebte Salamibrötchen verzichtet werden, am Ende wusste ich jedoch, wofür ich das mache.

 

Schwangerschaftsdiabetes: Ernährung umstellen in der Schwangerschaft

 

Die Diagnose „Schwangerschaftsdiabetes“ wurde bereits in der 10. Schwangerschaftswoche gestellt. Für mich war das gar kein großer Schock, immerhin stand schon vorher ein Verdacht diesbezüglich im Raum. In der Regel lässt sich die Stoffwechselstörung auch gut in den Griff bekommen.

Unbehandelt birgt ein erhöhter Blutzuckerspiegel hingegen große gesundheitliche Risiken, sowohl für die Mutter, als auch das ungeborene Baby.

In meinem Fall ging glücklicherweise alles ganz schnell. Binnen kürzester Zeit fand ich einen Diabetologen, der mich seither durch die Schwangerschaft begleitet und mit Rat und Tat zur Seite steht. Aufgrund meines erhöhten Nüchternwertes musste ich zeitnah mit Insulin starten. Normalerweise produziert die Bauchspeicheldrüse körpereigenes Insulin und senkt damit den Blutzuckerspiegel. Bei manchen Schwangeren funktioniert das jedoch nicht richtig, weshalb viele Zellen nicht mehr ausreichend auf das Insulin reagieren. Es wird also mehr davon benötigt, als die Bauchspeicheldrüse produzieren kann. Das bedeutet: Insulin spritzen!

Neben den täglichen Blutzuckermessungen und Insulinspritzen musste ich auch meine Ernährung vollständig umstellen. Dabei ging es jedoch nicht um eine Reduktion des Gewichts, sondern vielmehr darum, sich künftig ausgewogener zu ernähren.

 

Essen und Trinken in der Schwangerschaft

 

Damit das Kind im Bauch wachsen und sich entwickeln kann, benötigt man mehr Vitamine und Mineralien, aber nicht viel mehr Kalorien. Fehlen bestimmte Nährstoffe, kann sich das auf die Entwicklung des Kindes niederschlagen. Grund genug, um zu Chips, Schokolade, Kekse und Co. öfter mal Nein zu sagen. Stattdessen darf man in der Schwangerschaft nach Herzenslust auf Obst und Gemüse zurückgreifen. Auch empfiehlt es sich, auf gesündere Vollkornvarianten zu setzen.

Eine ausgewogene Ernährung ist die Devise.

 

Was darf ich während der Schwangerschaft essen?
  • viel frisches Gemüse, Obst und Salat (ganz wichtig: Obst, Gemüse und Salat unter fließendem Wasser gut waschen!)
  • Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis)
  • Fettarme, pasteurisierte Milch, Quark oder leichten Joghurt
  • Brühwürste, Hochwürste und gegarte Pökelfleischprodukte
  • Käsesorten aus pasteurisierter Milch
  • hartgekochte Eier und Spiegeleier
  • Fisch gedünstet, gebraten oder gekocht
  • Brathering, Hering in Tomatensoße

 

Eine gesunde Lebensweise vor und während der Schwangerschaft ist für Mutter und Kind essenziell. Immerhin beeinflusst die Gesundheit der Mutter die Gesundheit des Embryos. Im Grunde reicht es schon aus, nicht zu viel Fett zu sich zu nehmen. Vor allem verstecktes Fett in Wurst, Käse und Süßspeisen sollte man meiden. Stattdessen darf es zwischendurch gerne mal ein Apfel oder eine Portion Salat mehr sein. Gerade als Snack schmeckt knackiges Rohkostgemüse mit Kräuter-Quark-Dip hervorragend lecker. Zudem sollte man stets darauf achten, ausreichend zu trinken. Auch hier eignen sich am besten kalorienarme nicht alkoholische Getränke, wie Mineralwasser, Kräutertees oder verdünnte Säfte.

Am Ende dankt es einem nicht nur der eigene Körper, sondern auch der Nachwuchs im Arm. Bewusst Essen, aber mit Freude!

Janine & Baby Glückskeks