Antidepressiva absetzen - So wurde ich Paroxetin los!

Unzählig viele Medikamente gegen Depressionen werden täglich verschrieben und eingenommen. Dabei sind vor allem sogenannte Serotonin-Wideraufnahme-Hemmer (SSRI) beliebt, weil sie in vielen Fällen recht schnell helfen. Zudem weisen sie deutlich weniger Nebenwirkungen hervor als frühere Antidepressiva. Doch was wenn wir diese Medikamente plötzlich absetzen wollen?

Es ist kein Geheimnis: nach dem Absetzen von Antidepressiva treten häufig unangenehme Begleiterscheinungen auf. Die Symptome ähneln denen, die beim Entzug von starken Beruhigungsmitteln auftreten. Und ja, nach dem Absetzen von Antidepressiva können auch schwerwiegende Symptome wie etwa eine Manie vorkommen. Dabei sind Betroffene ohne Grund übermäßig gut gelaunt und voller übersteigertem Tatendrang, während sie sich gleichzeitig stark überschätzen und sich häufig riskant verhalten. Dafür liegen allerdings bisher nur bedingt verlässliche Fallberichte vor. Auch ist es unklar, wie häufig eigentlich Entzugssymptome nach dem Absetzen von Antidepressiva sind.

 

Medikamentöse Behandlung bei Depressionen

Seit mehr als 7 Jahren bin ich aufgrund meiner starken Depressionen in psychologischer Behandlung. Nicht immer war es einfach die unterschiedlichen Therapien samt Tabletten durchzuhalten, doch im Herzen wusste ich, dass ich nur so eine Chance habe ein normales Leben führen zu können. Das dazu auch eine medikamentöse Behandlung gehört, war mir bewusst. Doch zu jenem Zeitpunkt hätte ich nicht damit gerechnet, dass mir diese Behandlung irgendwann so viel Kummer bereiten würde. Denn vor genau zwei Monaten starb mein ungeborenes Kind an den starken Medikamenten.

Nur wenige Tage nach diesem derben Verlust, habe ich den Wunsch einer Tablettenumstellung geäußert die auch binnen kürzester Zeit in Kraft getreten ist. Für mich ein Segen, denn nichts ist wichtiger, als von der medikamentösen Behandlung überzeugt zu sein. Daher ist es auch sehr wichtig, sich mit den Möglichkeiten dieser Behandlung zu beschäftigen, immerhin nimmt man das antidepressiv wirksame Medikament auch regelmäßig und über einen ausreichend langen Zeitraum ein. Das Vertrauen in mein Medikament (Paroxetin) war nach diesem schmerzhaften Vorfall jedoch futsch. Die Angst enorm!

Zum Glück reagierten die Oberärzte in meiner psychiatrischen Einrichtung sofort und stellten innerhalb weniger Minuten einen Medikamentenplan auf. Dieser beinhaltete nicht nur das neue Medikament (Escitalopram) sondern auch das Absetzen des ungeliebten Paroxetin.

Mit einem zufriedenen und hoffnungsvollen Lächeln verließ ich an jenem Tag die Einrichtung. Ohne Umwege lief ich zur nächsten Apotheke und löste das Rezept ein. Stolz hielt ich wenig später das neue Medikament in der Hand. Escitalopram ist ebenfalls ein sogenannter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und wird vor allem zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Escitalopram ist das Eutomer von Citalopram und im Vergleich zu anderen Antidepressiva besser verträglich. Desweiteren besitzt es eine geringere Inzidenz für schwere Nebenwirkungen.

 

Escitalopram - was kann das Medikament?

 

Escitalopram wird für starke Depressionen, Panikstörungen und soziale Ängste eingesetzt.

 

Doch auch Escitalopram sollte nicht in den Himmel hochgelobt werden, denn auch dieses Medikament weist Unmengen an Nebenwirkungen hervor. So musste ich die erste Zeit mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit kämpfen. Auch mein Appetit hat sich seit der Einnahme deutlich vermindert. Schlaflosigkeit und anormale Träume sorgen auch heute noch für miese Stimmung.

Und auch in der Schwangerschaft sollte Escitalopram vorsichtig genossen werden. Zwar liegen nur begrenzte klinische Daten vor, dennoch sollte der Wirkstoff während einer Schwangerschaft nur angewandt werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Mehr dazu in Kürze!

 

Antidepressiva absetzen - So wurde ich Paroxetin los!

Mittlerweile befinde ich mich in der 4. Medikamentenwechsel-Woche. Das Paroxetin wird seither nicht mehr genommen. Ich fühle mich tatsächlich seitdem viel besser, denn was viele nicht wissen, das Paroxetin hat mir während der Anwendung sehr zugesetzt. Nicht nur mein Gewicht hat sich verdoppelt, auch kopftechnisch war ich stets neben der Spur. Desweiteren musste ich mit vielen Nebenwirkungen zurecht kommen, die auch Monate später präsenter denn je waren. Heute fühle ich mich frei, zufriedener und stärker denn je. Immerhin habe ich etwas geschafft, das Durchsetzungsvermögen bedarf. Das Medikament hat mir mein Kind genommen und unglaublich viel Leere im Herzen hinterlassen. Noch nie war ich so entschlossen einer Sache nachzugehen, weshalb das Paroxetin auch irgendwie etwas Gutes an sich hatte. Ich habe mich neu kennengelernt, meine Grenzen erweitern können und eine Entscheidung getroffen, die langfristig Erfolg erzielt.

Wer Antidepressiva nach einer Einnahmedauer von mehr als sechs Monaten absetzt, muss in einigen Fällen mit allerhand Symptomen rechnen:
  • so können wenige Tage bis über einen Monat nach dem Absetzen grippeähnliche Beschwerden auftreten
  • auch Unruhe, Schlaflosigkeit, Gefühlsstörungen und Magen-Darm-Beschwerden gehören dazu

Sind diese Absetzerscheinungen erstmal geschafft, ist das wesentliche auch schon erledigt.

 

Diesen großen Schritt habe ich mit einer kleinen "Grillparty" gefeiert und das Paroxetin symbolisch aus meinem Leben entfernt.

Es war durchaus keine einfache Zeit. Weder das Absetzen des Medikaments noch die Zeit davor beziehungsweise danach. Denn den Verlust meines Kindes kann auch ein Tablettenwechsel nicht lindern, doch ich habe ein Zeichen gesetzt und einen Wunsch geäußert, der vor allem mich zufrieden stimmt. Schließlich reagieren Ärzte oft zurückhaltend, wenn es um Reduktions- oder Absetzwünsche geht. Doch man kann zu der Einnahme der Medikamente nicht gezwungen werden. Es kann durchaus anstrengend sein, mit dem Arzt darüber zu diskutieren, jedoch gehört es zu seiner ärztlichen Pflicht, sich mit diesem Wunsch eines Patienten auseinanderzusetzen.

Ich habe es geschafft. Ich habe Paroxetin erfolgreich abgesetzt. Und DU kannst das auch!

 

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Janine

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36 comments

  • Katrin says:

    Hallo Janine,
    ich nehme auch schon seit mehreren Jahren Antidepressiva. Habe verschiedenste Erfahrungen gemacht, gute und auch schlechte. Die negativste war, das ich stationäer in einer psychosomatischen Klinik war und sie mir von heute auf morgen die Medis abgesetzt haben, um dann andere anzusetzen. Das endete dann darin das ich 10 Tage in einem normalen KH lag, wegen dem Entzug. Ich bin danach nicht wieder dahin zurück. Mittlerweile bin ich gut auf Fluoxetin und nachts mit Valdoxan und Dominal eingestellt. Mein Wunsch war es Medis zu bekommen wo man nicht dauerhaft mit zunimmt und du glaubst es kaum ich nehme sogar ab. Ich wünsche Dir das es weiterhin so gut klappt mit deinem neuen Medi! Lg Katrin

    Reply
    • Calista says:

      Oh das kenne ich, war schon oft für längere Zeit in der Psychiatrie und mir wurde auch sehr oft von heute auf morgen das Medikament ausgetauscht. Einmal ging es soweit, dass ich dann zusammengebrochen bin und in eine Spezialklinik musste..war wohl für n paar Sekunden dem Tod näher als gedacht.

      Drücke dir die Daumen das es bei dir weiterhin klappt :)

      Reply
  • Ivonne says:

    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe du kommst ohne die Medikamente aus.

    Reply
    • Calista says:

      Bin froh das dieses Paroxetin weg ist. Das Excitalopram ist hingegen eine Leichtigkeit^^

      Reply
  • Jana says:

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Ich finde, du machst deine Sache so toll.
    Ich drücke dir die Daumen, dass weiterhin alles besser wird. Jeden Tag ein Stückchen

    Reply
    • Calista says:

      Danke für deine lieben Worte <3

      Reply
  • Kathi says:

    Super das du es geschafft hast. Das mit deinem ungeborenen Baby tut mit sehr leid. Nun macht mir das doch eine heiden Angst, weil wir auch gerade versuchen schwanger zu werden. Ich nehme aktuell venlafaxin.

    Reply
    • Calista says:

      Uhi glückwunsch! Schau mal: https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/venlafaxin/

      Diese Seite wurde mir im Krankenhaus von der Oberärztin empfohlen. Hier kann man sein Medikament eingeben, in deinem Fall venlafaxin und dann ein bisschen nachlesen wie die Erfahrungen sind.

      Aber keine Angst, viele Kinder sind auf die Welt gekommen obwohl die Mutti Antidepressiva genommen hat. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles alles Liebe!

      Reply
  • Christine says:

    Ich habe auch lange Zeit Antidepressiva genommen. Ganz schlimm war die Gewichtszunahme. Man fühlte sich nur geringfügig besser, aber man sah aus, wie kurz vorm Platzen. Ich habe von 500 Kalorien am Tag existiert.....
    Dann war ich endlich, endlich mit unserem Wunschkind schwanger. Jetzt nur nichts riskieren!!! Die Frauenärztin sagte: Um Gottes Willen! Sofort absetzen, die Hausärztin genauso überzeugend genau das Gegenteil. Da stand ich nun.....
    Am nächsten Morgen habe ich meine Tabletten entsorgt. Kein Entzug, keine Nebenwirkungen. Auch wenn es mir schlecht gegangen wäre, hätte ich das Zeug nie wieder angefasst. Traumhafte Schwangerschaft, problemlose Geburt, gesundes Kind. In späteren Jahren hatte ich eine schlimme Phase und hätte fast wieder zu Antidepressiva gegriffen, aber meine Abneigung war einfach zu groß. Bis heute schaffe ich es so. Es gibt schlechte Tage, aber es geht.
    Ich bin traurig, dass du dein Kind verloren hast, aber es hat dir dennoch so viel gegeben. Und wer weiß........ Ich wünsche dir alles Glück der Erde

    Reply
  • Sandra Göller says:

    Ich nehme zur Zeit Doxipin..
    Habe aber bei Betroffenen in nem anderen Block gelesen..
    Das sich da auch das Gewicht verdoppeln kann..

    Gut zugenommen habe i schon..
    Hab es aber immer auf meine Wasser Einlagerungen geschoben..

    Durchs lymphödem Kämpfe i zur Zeit mit Wasser
    Aber zur Zeit hab i wieder depressive Phasen..
    Werde mich wohl umstellen lassen..!
    Aber was ist sowas..
    gegen dein Schicksal..!
    Mit deinem Baby tut mir unendlich Leid..
    Viel Kraft wünsche ich dir..

    Reply
    • Calista says:

      Bei vielen Antidepressiva kann sich leider das Gewicht verdoppeln. Irgendwie schon doof :D wenn man sowas nimmt kann es wenigstens auch schlank machen hehe :D

      Ich wünsche dir alles Liebe und danke für deine liebevoll ausgewählten Worte :)

      Reply
  • Heike Krauß says:

    Danke für deine offenen Worte.

    Reply
  • Cara says:

    Hi there. Super Artikel danke dir!
    Ich wechsel auch gerade von paroxetin zu escitalopram.
    Wäre dir super dankbar wenn du mir sagen könntest wie genau dein Wechsel war. Mit Dosierung en und was du wann für Nebenwirkungen hattest. Also wenn du dazu kommst. Lieben Dank und ich hoffe es geht dir gut :-)

    Reply
  • Justin says:

    Hallo janine,
    Ich nehme seit nunmehr fast 8 Jahren verschiedene Antidepressiva. Begonnen hat meine Reise als drogeninduziertes derealisationssyndrom und einer Angststörung die sich manifestiert hat. Ich habe mit 17 Jahren angefangen fluoxetin zu nehmen und bin später auf mirtazapin gewechselt. Durch starke Gewichtszunahme habe ich dieses Medikament abgesetzt und ein Jahr später auf Empfehlung eines bekannten Psychiaters zu paroxetin gewechselt, da es neuroprotektive Wirkungen haben solle (Wiederaufbau der amygdala insbesondere durch Ausbleiben der Panikreaktionen). Mittlerweile bin ich 26 und fest davon überzeugt das Medikament abzusetzen. Es gibt viele Dinge die ich an Paroxetin kritisieren könnte , beginnend mit der fehlenden Libido bis hin zur Existenz in einem Gefühlsintervall von ganz ok bis leicht schlecht, Emotionsspitzen sind nicht mehr vorhanden und eine sukzessive Abstumpfung hat sich bei mir eingestellt.
    Ich studiere schon seit einigen Jahren (mittlerweile am Ende des Psychologie-Masters) genau dieses Fachgebiet und gerade das macht mir Angst. Ich kenne sowohl die Prävalenzen für Rebound-Effekte und die Wahrscheinlichkeiten für Abstinenzen nach langjähriger Einnahme von Psychopharmaka, als auch die riesigen Gefahren , die Antidepressiva und die Einnahme solcher mit sich bringen da auch heute die Wirkungsweise überwiegend auf Prämissen basiert.
    Gerade weil sich Theorie und Praxis häufig stark unterscheiden möchte ich dich gern fragen:
    Hattest du anfänglich auch stark ängstlich/verzweifelnde Gefühle ? Diese Gefühle suggerieren mir, dass ich es ohne die Tabletten nicht schaffe ich bin wie gelähmt im sozialen Alltag.
    Wie lang haben deine Beschwerden nach Absetzen angehalten ?
    Hast du eine Gewichtszunahme durch escitalopram bemerkt ? Wie ist das mit der Libido ?
    Ich hoffe nur, dass ich es bis zum Schluss durchhalte ich habe mittlerweile um 10mg in 3 Monaten reduziert... ich versuche so langsam wie möglich auszuschleichen. Erfolgstorys, worunter ich auch diese hier verbuche, motivieren mich.

    Ich hoffe bei dir geht es weiterhin bergauf.

    Liebe Grüße

    Reply
    • Janine says:

      Hi Justin,
      danke für deinen Kommentar :)

      Ehrlich gesagt ging es mir mit der Einnahme von Paroxetin lange sehr gut. Ich habe kaum noch Angst verspürt, habe langsam wieder gelernt zu telefonieren oder die Tür zu öffnen wenn der Postbote geklingelt hat. Habe mich insgesamt sehr stark gefühlt und keinerlei Selbstzweifel oder Angst jeglicher Art wahrgenommen. Es war tatsächlich ein Wunder. Allerdings habe ich mich immer mehr auf die Medikamente versteift...ohne ging nicht mehr, das habe ich mir zumindest eingeredet. Habe ich sie mal einen Tag vergessen ging innerlich regelrecht die Welt unter. Also ja, ich habe mich ohne schwach und beschissen gefühlt, mit wie ein Supermensch der alles schaffen kann.

      Mittlerweile nehme ich Paroxetin seit knapp einem Jahr nicht mehr, ich habe nach der Fehlgeburt, die vom Medikament kam, Paroxetin sofort abgesetzt und dafür Escitalopram bekommen. Die Entzugserscheinungen waren gar nicht so gravierend. Ab und zu mal ein paar Kopfschmerzen aber insgesamt lief es leichter als erwartet. Nach nicht einmal 2 Monaten hatte ich das Gefühl es wirklich geschafft zu haben - frei von Paroxetin.

      Habe bis November 2019 dann Esictalopram genommen, leider wieder eine Fehlgeburt erlitten und wurde dann wieder auf ein anderes Medikament gewechselt. (Pregabalin) Durch Escitalopram wurde ich nicht dicker, es hat irgendwie mehr den Hunger gedämpft würde ich fast sagen. Allerdings hatte ich absolut kein Interesse mehr an sexuellen Aktivitäten.

      Mittlerweile bin ich komplett weg von Antidepressiva. Ich nehme nichts mehr, seit dem 1.1.2020. Und es geht mir verdammt gut. Immer wieder hatte ich zwischendurch das Gefühl ich schaffe es nicht ohne, aber dann hat mein Partner mir Kraft geschenkt, mich in den Tierpark begleitet und und und - mir geht es wirklich gut seitdem und es ist die beste Entscheidung die ich je getroffen habe.

      Es gibt demnächst einen Bericht darüber, dann zeige ich nochmal auf welche schrecklichen Erlebnisse ich mit Antidepressiva hatte, was sie mir zeitgleich gutes getan haben und wie es mir jetzt ohne geht :)

      Ich wünsche dir alles Liebe
      Janine

      Reply
      • Tina says:

        Hallo liebe Janine,
        darf ich fragen, wie lange du insgesamt Antidepressiva genommen hast, wie du ausgeschlichen hast und wie lange du jetzt ohne bist. Ich musste - ob ich es wirklich musste, ist die Frage - 11 Jahre Cymbalta nehmen, schleiche seit 1 1/2 Jahren aus und es beginnt gerade ein Alptraum. LG Tina

        Reply
        • Janine says:

          Hallo Tina,
          ich habe circa 7 Jahre insgesamt Antidepressiva genommen. Heute auf den Tag genau bin ich 517 Tage frei davon. Am 1.1.2020 habe ich meine Antidepressiva einfach abgesetzt, ohne es vorher mit dem Arzt abgesprochen zu haben. Mein Wille war sehr stark weshalb es relativ gut geklappt hat. Es gab zwischendurch immer wieder Momente da dachte ich wirklich ich schaffe es nicht ohne, aber dann habe ich geschrien, ins Kissen geschlagen, geweint oder einige Skills (malen, basteln, etc) genutzt und bin seitdem komplett ohne Medikamente aber nicht geheilt. Ängste und depressive Phasen habe ich immer noch.

          Liebe Grüße,
          Janine :)

          Reply
  • Becci says:

    Liebe Janine, ich nehme nun auch schon seit gut 15 Jahren Paroxetin. Hat du vom ein auf den anderen Tag gewechselt oder musstest du mit dem neuen Medikament warten, bis Paroxetin ausgeschlichen war?
    Lieben Dank

    Reply
    • Janine says:

      Liebe Becci,
      ich habe es von heute auf morgen einfach weggelassen und dann mit einem Medikamentenplan die Einnahme von dem neuen Medikament begonnen. :)

      Reply
  • Peter Sannwald says:

    Na dann viel Spaß! Ich habe Escitalopram gerade ausgeschlichen und die massivsten EntzugSymptome. Ganz furchtbar. Sie sollten dieses Medikament hier nicht als Pille-Palle hinstellen. Ich bin derzeit komplett ausgeknockt! Gruß Peter

    Reply
    • Janine says:

      Sehr geehrter Herr Sannwald,
      offensichtlich haben Sie meinen Artikel nicht richtig gelesen geschweige denn verstanden. Ich "himmel" weder Escitalopram noch Paroxetin noch sonst irgendein Medikament das im Kampf gegen Depressionen eingesetzt wird an. Für mich war zu jenem Zeitpunkt Escitalopram ein Neuanfang, nachdem ich durch das Paroxetin mein Kind verloren habe. Mir ging es damit gut und das ist die Hauptsache.

      Hätten Sie meinen Artikel richtig gelesen wäre Ihnen auch aufgefallen, dass ich seit Januar 2020 komplett ohne Medikamente lebe.

      Jeder Mensch reagiert anders auf seine Depression, Medikamente und auf das absetzen dieser. In meinem Fall lief das Absetzen von Escitalopram einfacher als erwartet. Schwindel und eine leichte Übelkeit waren vorhanden - wusste ich aber vorher! Das es bei Ihnen offensichtlich nicht funktioniert wie erwünscht kann daran liegen, dass Sie vom Kopf her noch nicht soweit sind. Wenn man ein Medikament wirklich loswerden will, dann schafft man das. Entzugserscheinungen hin oder her - ohne festen Willen klappt es sowieso nicht.

      Ich wünsche Ihnen trotz allem einen wundervollen und sonnigen Tag. Genießen Sie die herrlich warmen Sonnenstrahlen - übrigens gut gegen Depressionen und lesen Sie sich in Ruhe nochmal meinen Erfahrungsbericht durch. Sie werden ganz schnell wahrnehmen, dass Ihr unfreundlicher Kommentar unnötig war. Dennoch danke ich Ihnen für Ihren Erfahrungsaustausch und wünsche alles liebe.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Janine

      Reply
  • Mimi says:

    Hallo habe über mehrere Jahre Paroxetin 20mg genommen. Hab vor ca. 3 Wochen abgesetzt, dennoch habe ich schlimme Entzugssymptome ( Schwindel, Übelkeit. Benommen, Appetitlosigkeit, bittergeschmack im Mund, jetzt bin ich am überlegen, wieder anfangen oder durchhalten? Wer hat ähnliches durch ?

    Reply
    • Janine says:

      Setzt du das Medikament denn mit ärztlicher Unterstützung ab? Wenn ja wird es Schritt für Schritt abgesetzt, sodass die Symptome nicht so stark ausgeprägt sind.

      Reply
  • Liam says:

    Es freut mich das du es geschafft hast das Paroxetin los zu werden auch wenn der Grund dafür ein so schrecklicher war!

    Ich stecke im Moment in meinem 4. Versuch davon weg zu kommen. Während der drei vorherigen Versuche habe ich noch gearbeitet und konnte das Absetzen wegen der starken Absetzerscheinungen nicht durchhalten. Ich war einfach nicht in der Lage währenddessen zu arbeiten, konnte dafür aber auch keinen Krankenschein bis Ultimo nehmen.
    Jetzt hoffe ich, ohne Arbeit wegen Corona, endlich das Zeug aus dem System zu bekommen.
    Ich nehme Paroxetin seit etwa 8 Jahren. Vor gut einem Jahr habe ich von 20mg auf 10mg reduziert. Davon habe ich noch nichts gemerkt, aber von 10mg auf 5mg, da fingen die Probleme an. Schwindel, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen, ein Gefühl als ob mein Kopf in Watte gepackt wäre, Albträume und unglaublich unangenehme Ohrgeräusche während des Einschlafens und Aufwachens. Außerdem ist meine Zündschnur unheimlich kurz. Ich bin sehr gereizt und habe keine Geduld und auch keine Konzentration. Seit ein paar Tagen habe ich von 5mg auf 0 reduziert. Seitdem kamen noch Rückenschmerzen dazu. Ich hoffe wirklich die Absetzerscheinungen werden nicht noch schlimmer sondern klingen bald ab.
    Ich hätte nicht gedacht, das es so schwer ist dieses Medikament abzusetzen und ich wurde auch nicht darüber aufgeklärt bevor es mir verschrieben wurde. Im Gegenteil. Mein Arzt meinte noch Paroxetin würde auf keinen Fall abhängig machen.
    Ich denke es wird viel zu leichtfertig mit Antidepressiva und Neuroleptika umgegangen und auch viel zu wenig Aufgeklärt. Weder über die ganzen Nebenwirkungen noch über die Absetzerscheinungen und man wird von den Ärzten auch kaum bis gar nicht begleitet, wenn man absetzen möchte. Bringt ja auch kein Geld mehr, wenn der Patient nicht mehr regelmäßig kommt und ein Rezept braucht...

    Reply
    • Janine says:

      Absolut, kann ich dir nur zustimmen. Ich wurde auch nicht darüber aufgeklärt. Hab dem Arzt sogar noch gesagt das ich einen großen Kinderwunsch habe..schien aber völlig egal zu sein. Hauptsache ich hab erstmal was und bin ruhig gestellt.
      Ich habe zum Glück nicht so lange auf Paroxetin zurückgegriffen wie du, 8 Jahre ist schon echt eine lange Zeit! Vielleicht ist das Absetzen deswegen "einfacher" vonstatten gegangen. Nicht im Traum hätte ich gedacht jemals sowas durchmachen zu müssen. Aber ich habe es geschafft und bin sehr froh darüber. Tatsächlich habe ich erst vorhin im Auto davon gesprochen, wie gut ich mich eigentlich entwickelt habe. Ja klar, ich bin nicht gesund, ich habe mit starken depressiven Phasen und Ängsten zu kämpfen, aber ich habe gelernt es ohne Medikamente zu schaffen und wenn es doch mal gefährlich wird, dann wende ich eine Vielzahl an Skills an die mich zurückholen. Glaube mir, das war nicht immer so. An manchen Tagen habe ich verzweifelt nach Medikamenten gesucht die mir helfen diese schlimmen Gedanken loszuwerden, ich habe gesucht aber nichts gefunden und musste dann einen anderen Weg finden.

      Ich drücke dir ganz fest die Daumen und hoffe du schaffst es die schweren Nebenwirkungen durchzuhalten. Halte durch, am Ende wirst du dafür belohnt!!

      Reply
  • Tina says:

    Hallo Peter,
    ich kann dich sehr gut verstehen. Mein Cymbalta - welches ich 11 Jahre nehmen musste - schleiche ich jetzt seit knapp 2 Jahren aus und befinde mich jetzt aufgrund der Absetzproblematik in einer Klinik. Es ist unfassbar, was dieses Zeug nach Jahren angerichtet hat. Wie lange schleichst du jetzt aus?
    LG
    Bettina

    Reply
  • Danny says:

    Hallo habe von meiner Ärztin schon alle möglichen SSRI verschrieben bekommen angefangen mit Escitalopram, Venlafaxin, Sertralin und das Letzte halbe Jahr auf Paroxetin.
    Leider habe ich mich mit den Medikamenten nie richtig wohl gefühlt. Habe das Gefühl, das sie dich damit nur arbeitsfähig halten wollen. Natürlich der starke Libidoverlust war auch sehr schlimm für mich und Meine Frau. Jetzt bekam ich einen neuen Medikamentenplan der sagte ich soll das Paroxitin 20mg halbieren und gleichzeitig mein neues Medikament Elontril 150mg einnehmen und das Paroxetin nach einer Woche komplett weglassen.

    Am 2ten und 3ten Tag nach der Einnahme von Elontril und Paroxetin ging es mir und meiner Libido mega gut
    Als dann aber das Paroxetin komplett weg war bekam ich starke Symptome wie Schwindel, Benommenheit, Kaltschweiß, starke Halsschmerzen, Grippe Symptome, Herzstolpern etc. Das ist jetzt nach 3Wochen mein Dauerzustand. Jetzt weiß ich nicht weiter. Sind das jetzt absetz Symptome oder vom neuen Medikament.
    Kann meine Ärztin leider nicht fragen, da die Praxis wegen Urlaub geschlossen ist.

    Wäre schön wenn ich einen guten Rat von euch bekommen würde

    Gruß Danny

    Reply
    • Adi says:

      Ich habe seit 5 Tage Paroxetin20mg auf Fluoxetein20mg gewechselt. Mir geht's nicht gut bin müde aber Paroxetin20mg macht dick und deshalb wollte ich Wechsel. Was meinte ihr schaff man das?

      Reply
      • Janine says:

        Ich habe es geschafft (allerdings nicht auf besagtes Medikament). Aber nicht nur Paroxetin sorgen für eine Gewichtszunahme, so richtig zugenommen habe ich durch Mirtazapin. Ich drücke dir die Daumen das du es schaffst :)

        Reply
  • Lexi Brunner says:

    Ich bin erstaunt, wie viele mit diesem, aus meinen Augen, stärksten Antidepressivum belastet waren bzw. immer noch sind.
    Ich habe seit einem Jahr nur noch 10 mg genommen und dann mit Absprache des Arztes, das Teufelszeug nach über 12 Jahren abgesetzt.
    Nunmehr sind 8 Monate vergangen, und statt Besserung, leide ich zunehmends unter Ängsten, Aggressionen und Trauerausbrüchen.
    Mein Arzt meinte, ich müsste mit bis zu 2 Jahren rechnen, bis sich die Neurotransmitter daran gewöhnen, sich selbstständig wieder auf ein Normallevel einzupendeln.

    Kann einer von euch das bestätigen?

    Im Internet liest man immer nur, dass beim Absetzten von Antidepressiva lediglich mit 1 Monat bis 6 Wochen mit meinen o. g. Nebenwirkungen zu rechnen ist :-(.

    Viele Grüße

    Lexi

    Reply
  • Lexi Brunner says:

    Ich bin erstaunt, wie viele mit diesem, aus meinen Augen, stärksten Antidepressivum belastet waren bzw. immer noch sind.
    Ich habe seit einem Jahr nur noch 10 mg genommen und dann mit Absprache des Arztes, das Teufelszeug nach über 12 Jahren abgesetzt.
    Nunmehr sind 8 Monate vergangen, und statt Besserung, leide ich zunehmends unter Ängsten, Aggressionen und Trauerausbrüchen.
    Mein Arzt meinte, ich müsste mit bis zu 2 Jahren rechnen, bis sich die Neurotransmitter daran gewöhnen, sich selbstständig wieder auf ein Normallevel einzupendeln.

    Kann einer von euch das bestätigen?

    Im Internet liest man immer nur, dass beim Absetzten von Antidepressiva lediglich mit 1 Monat bis 6 Wochen mit meinen o. g. Nebenwirkungen zu rechnen ist :-(.

    Viele Grüße

    Lexi

    Reply
    • Claudia says:

      Hallo Lexi,
      Ich bin gerade beim Absetzen vom Seroxat (der selbe Wirkstoff wie Paroxat). Ich kämpfe sehr mit Absetzsympthomen, obwohl ich echt Milligramm für Milligramm absetzte. Ich möchte durchhalten, weil ich von dem Zeug weg will. Ist aber echt hart.

      Reply
    • YvOnne says:

      Hallo Lexi, ich habe gerade deinen Kommentar gelesen. Auch ich habe bestimmt 15 Jahre lang Paroxetin genommen. Sehr lange Zeit nur 10 mg und innerhalb eines Jahres immer Monat für Monat weniger, bis ich am 05.12.22 die letzte Paroxetin genommen habe. Meine Ärztin meinte, dass 5mg nicht mehr viel machen würden, und das wohl nur eine Kopfsache wäre. Seitdem schlage ich mich allerdings mit Schwindel und Tinnuitus herum. Bekomme Heulkrämpfe und Panikattacken beim Einkaufen, usw. Dachte auch, dass die Absetzsymptome (sofern es welche sind) nach 4-6 Wochen Geschichte sind. Mir geht es gerade so mies, dass mir schon öfter der Gedanke kam, wieder auf die Tabletten zurückzugreifen, nur um zu testen, ob der Schwindel wieder verschwindet. Nach deinem Kommentar allerdings, und was dein Arzt gesagt hat, sollte ich mir vielleicht noch ein paar Wochen Zeit geben?! Ich will unbedingt weg von dem Zeug...

      Wie geht es dir heute? Und nimmst du wieder Medikamente, oder bist du standhaft geblieben? Wäre toll, wenn du mal ein Update zu deinem Befinden geben würdest
      Glg

      Reply
  • Lexi says:

    Ergänzung:

    Habe jetzt vom Arzt Sertralin bekommen, als Ersatz zum Paroxetin, weil die Absetzsymptome zu stark waren.
    Hate jemand Erfahrung damit gemacht?

    Liebe Grüße

    Lexi

    Reply
    • Janine says:

      Puh leider nein!

      Reply
  • Thomas says:

    Hallo ihr Lieben,
    ich möchte mich hier auch beteiligen, vielleicht hilft es dem einen oder andern.

    Ich habe nun ca. 4 Jahre Paroxetin hinter mir. Bekommen habe ich es wegen Angststörung, Panik, Sozialphobie. Leichte bis mittlere Depression hat sich auch eingestellt durch die Symptome, die ich hatte/habe. Ich war die meiste Zeit mit 30mg unterwegs und alles war soweit ok. Es lässt dich wieder am Leben teilnehmen, aber man muss auch mit den Nebenwirkungen leben, die das Medikament mit sich bringt. Jedenfalls merke ich erst jetzt, dass mich das Paroxetin schon einigermaßen gedämpft hat, so dass diese Symptone nicht mehr durchkamen und sich eine leichte Egal-Stimmung eingestellt hat.

    Da der Libidoverlust auch mein grösstes Problem war, wollte ich weg davon. Ich habe nun Bupropion von meinem Arzt erhalten. Die Umstellung ging folgendermaßen von statten:
    1. Woche von 30 auf 20mg Paroxtin reduziert.
    2. Woche 20mg Paroxetin nur noch jeden 2. Tag + Jeden Tag 150mg Bupropion.
    Ab Woche 3 nur noch Bupropion.
    Ich muss sagen, das Absetzen bzw. die Umstellung war nicht schlimm. Ausser diesen fiesen Brainzaps hatten ich keine Absetzerscheinungen bemerkt. Aber die Blitze im Kopf waren mir nur lästig und unangenehm, ich wusste, das geht vorbei und so war es auch. Nach 2 Wochen minderten sich diese immer mehr und jetzt bin ich fast frei davon.

    Von Bupropion bin ich bis dato recht begeistert. Überhaupt keine Nebenwirkungen. Man ist wieder ganz sich selbst. Aber ich muss wieder mit der Depression kämpfen, da das Medikament nicht so stark ist wie das Paroxetin. Bis jetzt meistere ich es ziemlich gut, auch mit dem Wissen, das ich anfangs nicht hatte und einfach nur Panik bekam von den Symptomen.
    Beim nächsten Arztbesuch werde ich dann wohl auf 300mg kommen, wenn sich das nicht bessert.

    Sollte jemand ähnliches wie ich haben und weg von Paroxetin wollen, dann bringt vielleicht bei eurem Arzt dieses Bupropion mal zur Sprache.

    Liebe Grüsse
    Tom

    Reply